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Auf dass uns vor Freude Tränen kommen

22. Mai 2019 in Jugend, 5 Lesermeinungen
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Es ist traurig zu sehen, dass auch katholische Kreise vergiftet werden können durch eine Gesellschaft, die sich verstärkt einsetzt für den Machtkampf zwischen den Geschlechtern - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Dubravka Križić


Linz (kath.net)
Am Guthirtensonntag hat Papst Franziskus 19 Männer im Petersdom zu Priestern geweiht. Einige von den Neugeweihten sind gute Freunde von mir aus der Studienzeit. Es ist mir sehr ans Herz gegangen, an diesem Fest teilnehmen zu können und mitzuerleben wie viel unermessliche Freude darin liegt dem Herrn zu dienen. Bevor wir in den Petersdom eintraten, hat einer der Aufseher auf dem Petersplatz den vielen Pilgern und Touristen erklärt, dass die Basilika nicht besichtigt werden könne, denn heute fänden 19 Hochzeiten statt. Aus echter Vorfreude kamen diese Worte.

Es ist wahrlich eine Vermählung, dem Herrn sein Wort zu geben, gute Hirten zu sein für Seine Kirche und für die ganze Welt. Die Schwester einer der frisch geweihten Priester konnte sich die Tränen nicht zurückhalten. Sie sagte, sie hätte schon so lange sehnlichst darauf gewartet, dass ihr Bruder Priester wird. Dass uns vor Freude Tränen kommen – das ist wohl jene Tiefe, die direkt aus dem Herzen Jesu entspringt; das Herz nach dessen Abbild auch unser Herz geformt wurde. Nur selten sieht man solche Erfüllung und Hingabe, wenn man sich in der Welt so umschaut.

Vor lauter Sünde, hat die Welt vergessen erfüllt zu sein, sich hinzugeben – Gott zu lieben.
So geht man auch, in den Wochen nach Ostern, leicht der Versuchung nach wieder in alte Gewohnheiten zu fallen. Die intensiven vierzig Tage der Besinnung haben ihren Höhepunkt erreicht in Christi Auferstehung. Christus hat den Tod überwunden. Alles ist vollbracht. Was folgt nun nach diesem Sieg?


Der Mensch neigt dazu die Bedeutung und Größe dieses Sieges nicht vollkommen in sich aufnehmen zu können. Wir sind zeitliche Wesen, gebunden an die Unbeständigkeit des irdischen Lebens und können Ewiges irgendwie nur zeitlich aufnehmen (gut, dass wir Ostern jedes Jahr feiern!). Mit der Zeit dämpft sich die Euphorie des Sieges. Der Schmerz des Kreuzes ist gelindert. So geht die Tiefe und Ewigkeit dieser Freude manchmal mit der Zeit unter. Gewohnheit macht sich breit in unseren Herzen.

Die Welt ist erlöst. Und was nun? Was sollen wir jetzt tun?
Die Antwort auf diese Frage schenkt uns wohl das vor der Tür stehende Fest: die Kraft des Heiligen Geistes werden wir empfangen und Seine Zeugen sein bis an die Grenzen der Erde (vgl. Apg 1,8). Da haben wir noch ziemlich viel zu tun! Es ist unglaublich bedeutend und bewegend, dass Gott den Menschen dazu beruft in seiner eigenen Erlösungsgeschichte nicht passiv zu sein. Wir übernehmen eine Aufgabe, nicht alle die gleiche (!), aber mit gleichem Wert. In diesem Sinne „endet“ unsere Erlösungsgeschichte nicht mit der Auferstehung Christi, sie ist durch sie vollbracht, gleichzeitig aber beginnt sie mit ihr.

Das Ende der „Herr der Ringe“-Trilogie trägt in sich eine ähnliche Botschaft. Nachdem Frodo und Sam es gemeinsam schaffen das Böse (den Ring) nun endlich zu vernichten, schreibt Tolkien noch 100 weitere Seiten um die Geschichte zu Ende zu führen. Die Hobbits gehen zu all den Orten zurück, wo sie großes Leid und Schmerz erfahren mussten. Sie gehen zurück nach Hause, ins Auenland, wo Unordnung herrscht. Sie gehen zurück um Ordnung zu schaffen, um zu verkünden, dass der Krieg zu Ende ist. Manche literarische Werke sind niemals ausgeschöpft in ihrer Kapazität verinnerlicht zu werden.

Tolkiens Werke gehören sicherlich dazu. Wie so viele andere Künste kann Literatur durch Fiktion Wahrheiten verbildlichen und sie auf paradoxer Art und Weise dadurch realer machen. Mittelerde (so heißt die Welt in HDR) gibt es nicht wirklich, doch die Wahrheit die durch diese Geschichte vermittelt wird – die gibt es wirklich. Und der Mensch spürt das, auch jener der (noch) nicht an Gott glaubt. Nicht umsonst hat uns Gott die Fähigkeit gegeben Geschichten zu erzählen.

So endet die Erzählung nicht mit dem Sieg über das Böse – die wahre Geschichte, das echte Leben fängt erst mit ihr an. Christus hat das Böse schon besiegt! Wir sind hier um Dinge in Seinem Namen wieder auf den rechten Platz zu rücken, um zu verkünden, um Seine Zeugen zu sein.

Diese 19 neuen Priester haben Ihm das Wort gegeben für diese Welt, die vergessen hat Gott zu lieben, gute Hirten zu sein. Wir alle, die Kirche und die ganze Welt, brauchen gute Hirten. Neben ihnen braucht die Welt auch gute Mütter.

In letzter Zeit scheinen so manche katholische Frauen verwirrt zu sein über die Berufung zu der Gott das weibliche Geschlecht erkoren hat. Es ist in erster Linie traurig zu sehen, dass auch katholische Kreise vergiftet werden können durch eine Gesellschaft, die sich verstärkt einsetzt für den Machtkampf zwischen den Geschlechtern. Die Welt braucht Väter, die Richtung weisen und Grenzen setzen. Diese guten Hirten, die alles stehen und liegen lassen für ein einziges verlorenes Schaf. Und die Welt braucht Mütter, die sich um die Kinder Gottes kümmern; Mütter, die mit ihren zarten Herzen Mitgefühl und Fürsorge zeigen für das Leiden dieser Welt. Wer übernimmt denn diese kostbare und wichtige Aufgabe der Mutter, wenn Frauen nun eigentlich Väter sein wollen?

Wie unendlich und ewig die Gedanken Gottes sind, so sind auch unzählbar die Wege, die Er uns zeigt, wie wir Ihm dienen können. Das Leid und die Irrwege dieser Welt sind wirklich groß genug, so dass niemand zu kurz kommt, Sein Zeuge zu sein.

Letztendlich sind wir alle genau dazu berufen, Sein Licht zu tragen bis an die Grenzen der Erde damit alle ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu (vgl. Phil 2,10). Und an den äußersten Grenzen dieser Erde, am allerletzten Ende dieser Zeit wird Gott uns zu sich nehmen und alle Tränen von unseren Augen abwischen, bis auf jene die uns vor Freude kommen.


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Lesermeinungen

 stephanus2 22. Mai 2019 
 

Sehr berührender Beitrag !


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 lesa 22. Mai 2019 

Den Reichtum nicht in den Wind streuen

Danke Dubravka! "Die Welt braucht Väter, die Richtung weisen und Grenzen setzen. … Und die Welt braucht Mütter, die sich um die Kinder Gottes kümmern; Mütter, die mit ihren zarten Herzen Mitgefühl und Fürsorge zeigen für das Leiden dieser Welt. Wer übernimmt denn diese kostbare und wichtige Aufgabe der Mutter, wenn Frauen nun eigentlich Väter sein wollen?"
Das haben sie wieder gut gesagt! Wie schön, dass es junge Frauen gibt, die noch spüren, worum es geht und es auch sagen. Das kann andere zum Denken bringen! Die derzeitige platte Gleichschalterei hat wird dem Reichtum der Schöpfung nicht gerecht und bringt nur Leere. Das Pochen auf Macht läuft dem Evangelium zuwider. Und Unmengen von Leid sind schon entstanden, weil das Sich-Ergänzen der Geschlechter nicht mehr gelebt wird. Die Menschheit ist aber auf dieses Miteinander angelegt. Das Geschaffensein u. den Auftrag, in gegenseitigem, sich ergänzenden Dienst mit dem Schöpfer mitzuwirken, annehmen, das ist es, was aufbaut und erfüllt.


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 Stefan Fleischer 22. Mai 2019 

Du gabst, o Herr, mir Sein und Leben

Beim weiterüberlegen kam mir plötzlich ein Lied in den Sinn, das in meiner Jugend noch gerne gesungen wurde. Das war noch ein gottzentrierter Glaube. Leider ist ein solcher nicht mehr in. Die Folgen davon erleben wir heute.

1) Du gabst, o Herr, mir Sein und Leben,
und deiner Lehre himmlisch Licht.
Was kann dafür, ich Staub, dir geben?
Nur danken kann ich, mehr doch nicht.

2) Wohl mir! Du willst für deine Liebe
ja nichts, als wieder Lieb' allein;
und Liebe, dankerfüllte Liebe
soll meines Lebens Wonne sein.

3) Mich selbst, o Herr, mein Tun und Denken
und Leid und Freude opfr' ich dir;
Herr, nimm durch deines Sohnes Opfer
dies Herzensopfer auch von mir.

Text: Johann Philipp Neumann 1827
Melodie: Franz Schubert 1827
Deutsche Messe – zum Offertorium


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 Diadochus 22. Mai 2019 
 

Halleluja

Das ist ein wunderbarer Text. Da springt vor Begeisterung so richtig der Funke über. Halleluja. Wir haben allen Grund froh zu sein. Stattdessen macht sich die Verwirrung breit. Von dieser Freude kommt viel zu wenig in der Welt an. So kann sich jeder fragen. Fließt mein Herz über vor Glück? Kann ich Tränen der Freude weinen?


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 Stefan Fleischer 22. Mai 2019 

Das erste und wichtigste Gebot

Ja, wir leben in einer Welt, die vergessen hat, Gott zu lieben. Wir leben in einer Kirche, welche sich über weite Strecken darum herum drückt, nicht nur die ungeschuldete Liebe Gottes zu uns zu verkünden, sondern auch, dass Gott als unsere Antwort darauf unsere Liebe zu ihm erwartet, so schwach und unvollkommen sie auch sein mag. Bei ihm zählt ja nicht, was wir alles erreicht haben, sondern unser Bemühen, unser Wille ihn zu lieben. Dieses ständige Bemühen wird uns Schritt für Schritt soweit bringen, dass wir am Ende unseres Pilgerweges (notfalls noch via den «Ort der Reinigung») eingehen in sein ewiges Reich, wo wir ihn lieben werden, so wie es seine Liebe zu uns verdient.


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