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Demut des Zuhörens, Charisma des Ganzen, Mut zur Entsagung

24. Mai 2019 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Franziskus feiert die heilige Messe für die ‚Caritas Internationalis’. Der eine Tabernakel des gebrochenen Brotes und die vielen Tabernakel. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am gestrigen Nachmittag feierte Papst Franziskus die heilige Messe für die „Caritas Internationalis“ am Katheders-Altar in der Petersbasilika. „Caritas Internationalis“ ist in diesen Tagen zur 21. Generalversammlung zusammentreten. Die Versammlung steht unter dem Thema: „Eine Menschheitsfamilie, ein gemeinsames Haus“.

Der Umweltschutz also ist eines der zentralen Themen der Generalversammlung. Dieses Jahr verzeichnet das Treffen einen Teilnehmerrekord mit 450 Delegierten aus 150 nationalen Verbänden. Dies erklärte der Präsident des weltweiten Caritas-Dachverbandes, Kardinal Antonio Tagle, bei einer Pressekonferenz auch mit der Dringlichkeit der Themen. Naturkatastrophen führten weltweit zu Notständen und erforderten daher auch gemeinsame Antworten

In seiner Predigt ging der Papst von der ersten Lesung aus der Apostelgeschichte aus, in der sich ein neues Problem stellt: Heiden wollten Christen werden, was unter den Aposteln die Frage aufwarf, was zu tun sei. „Warum hatte Jesus nicht immer klare und schnell zur Lösung führende Regeln gegeben?“, fragte sich der Papst.

Hier liege die Versuchung der Effizienz, zu denken, dass die Kirche in Ordnung sei, wenn sie alles unter Kontrolle habe, wenn sie ohne Schocks lebe und die Agenda immer in Ordnung sei. Aber der Herr gehe nicht so vor. Tatsächlich sende er den Seinen keine Antwort, er sende den Heiligen Geist, der als Feuer komme.


Jesus wolle nicht, dass die Kirche ein perfektes Modell sei, das mit seiner eigenen Organisation zufrieden und in der Lage ist, seinen guten Namen zu verteidigen. Jesus lehre uns, dass Fragen nicht mit dem fertigen Rezept behandelt werden und dass der Glaube kein Fahrplan sei, sondern ein „Weg“. Aus der Darstellung der Apostelgeschichte lernten wir drei wesentliche Elemente für die Kirche auf ihrem Weg: die Demut des Zuhörens, das Charisma des Ganzen, den Mut zur Entsagung.

Der Mut zur Entsagung. Die religiöse Identität sei auf dem Spiel gestanden. Die Christen jedoch hätten sich jedoch dafür entschieden, dass die Verkündigung des Herrn an erster Stelle stehe und mehr wert sei als alles andere. Um der Mission willen könne und müsse auf transparente und glaubwürdige Weise jedem verkündet werden, dass Gott Liebe sei, auch wenn diese Überzeugungen und menschlichen Traditionen eher ein Hindernis als eine Hilfe seien Es bedürfe auch dieses Mutes. Auch wir müssten gemeinsam die Schönheit der Entsagung entdecken.

Gott reinige, vereinfache. Wahrer Glaube reinige von Eigensinnen. Um dem Herrn zu folgen, müsse man schnell gehen, und um schnell zu gehen, müsse man leichter werden, auch wenn es koste. Als Kirche seien wir nicht dazu berufen, Kompromisse einzugehen, sondern zu dem Evangelium entsprechenden Elan.

Wenn wir uns reinigen, uns reformieren, müssen wir den „Gattopardismo“ [das heißt: wenn man sich in Worten zur Veränderung bereit erklärt, aber will, dass alles beim Alten bleibt] vermeiden, das heißt, vorzugeben, etwas zu ändern, damit sich in Wirklichkeit nichts ändere. Der Herr wolle keine kosmetischen Anpassungen, er wolle die Umkehr des Herzens, die durch Entsagung gehe: „aus sich herauszugehen ist die grundlegende Reform“.

Die Demut des Hörens. Die ersten Christen hätten sich im Desinteresse für sich selbst geübt. Wir sähen, dass jeder den anderen sprechen lasse und bereit sei, seine Überzeugungen zu ändern. Man werde bescheiden, wenn man dem Weg des Zuhörens folge, der einen davon abhalte, zu behaupten, seine eigenen Ideen konsequent zu verfolgen, mit allen Mitteln nach Konsens zu suchen. Demut entstehe, wenn wir zuhörten.

Von der Demut des Zuhörens zum Mut zur Entsagung durchdringe alles das Charisma des Ganzen. Tatsächlich überwiege bei den Diskussion der ersten Kirche immer die Einheit gegenüber den Unterschieden. Für jeden von ihnen gebe es in erster Linie nicht die eigenen Vorlieben und Strategien, sondern das Sein und Fühlen der Kirche Jesu, die sich um Petrus versammle, in Nächstenliebe, die keine Einheit schaffe, sondern Gemeinschaft.

„Bleibt in meiner Liebe“ (Joh 15,9): das fordere Jesus im Evangelium. Wie? „Wir müssen in seiner Nähe bleiben, dem gebrochenes Brot“, so Franziskus. Es helfe uns dabei, vor dem Tabernakel und den vielen lebenden Tabernakeln der Armen zu stehen. Die Eucharistie und die Armen, ein fester Tabernakel und wandelnde Tabernakel: „dort bleibt man in der Liebe und die Mentalität des gebrochenen Brotes wird aufgesogen. Dort versteht man das ‚Wie’“.

Jesus fordere, in ihm zu bleiben, nicht in unseren Ideen, aus dem Schein des Kontrollierens und Führens herauszukommen. Er bitte uns, den anderen zu vertrauen und uns den anderen zu geben.

„Wir bitten den Herrn, uns von Effizienz, Weltlichkeit und der subtilen Versuchung zu befreien, uns selbst und unsere Fähigkeiten anzubeten“, so der Papst abschließend: „Wir bitten um die Gnade, den Weg anzunehmen, der durch das Wort Gottes angezeigt wird: Demut, Gemeinschaft, Entsagung“.


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Lesermeinungen

 doda 24. Mai 2019 

Komm Heiliger Geist!

„Wir bitten um die Gnade, den Weg anzunehmen, der durch das Wort Gottes angezeigt wird: Demut, Gemeinschaft, Entsagung“.


2
 

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