Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  5. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  6. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  7. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  8. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  9. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  12. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  13. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  14. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  15. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“

Der Realsatire widerstehen

28. Juni 2019 in Kommentar, 34 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Warum schreiben akademisch gebildete führende Kirchenleute so einen Stuss? - Ein Gastkommentar von Marcus Franz zum Schreiben der Deutschen Bischofskonferenz über Populismus


Wien (kath.net)
Die Deutsche Bischofskonferenz hat dieser Tage ein Papier veröffentlicht, das sie „Dem Populismus widerstehen“ genannt hat. Das 74-seitige Konvolut soll eine Arbeitshilfe zum kirchlichen Umgang mit rechtspopulistischen Tendenzen (sic!) sein. Es entstand laut Vorwort aus der bischöflichen Besorgnis heraus, dass sich in Deutschland starke rechtspopulistische Trends entwickelt hätten und noch weiter entwickeln würden.

Aus dieser sogenannten Arbeitshilfe ist aber keine sachkritische Betrachtung von aktuellen gesellschaftspolitischen Problemstellungen geworden, sondern die Kirchenmänner gestalteten eine elendslange Schrift mit teils verschwurbelten und merkwürdig formulierten Argumenten. Streckenweise verstiegen sie sich sogar zu haarsträubenden Geschichtsklitterungen und Kulturverzerrungen, die bis hin zur Selbstverleugnung gehen.

Wenn man unvoreingenommen bestimmte Passagen des Textes liest, möchte man zunächst meinen, die Bischöfe seien beim Schreiben in selbstironischer Laune gewesen oder sie haben zuvor Michel Houellebecqs grandioses Werk „Unterwerfung“ gelesen und wollten, angeregt von der Houellebcqschen Vision eines zum Islam konvertierten Frankreichs, den Teil 2 des großen französischen Romans aus dem Jahr 2015 schreiben.

Dem ist aber natürlich nicht so – denn die Herren meinen ihren Text ernst. Ganz ernst sogar. Und gerade weil sie es so ernst meinen, ist dabei eine unwillkürliche Realsatire herausgekommen, die insgesamt eine ganz unfassbare und schwerwiegende Verirrung der hauptberuflichen deutschen Kirchen-Hirten darstellt. Niemand muss sich die Mühe machen, den süßlich-belehrenden, die eigenen Gläubigen desavouierenden und gleichzeitig den fremden Kulturen gegenüber unterwürfig daherkommenden Text ganz zu lesen. Er ist es, mit Verlaub, nicht wert. Zur Illustration dieses bestürzenden Schreibens nur eine der zentralen Passagen:


„Ohne die christliche Prägung Europas in Abrede zu stellen, kann man bezweifeln, ob ein „christliches Abendland“ – in der behaupteten kulturellen und religiösen Homogenität – je existiert hat. Europa fußt vielmehr auf Werten, die sich angesichts einer Vielfalt von Kulturen und Glaubensüberzeugungen entfaltet haben.“

Tja. Dazu fällt einem eigentlich nichts mehr ein - außer der Frage, wie und vor allem warum akademisch gebildete führende Kirchenleute so einen Stuss daherschreiben können. Weil es in diesem intellektuellen Offenbarungseid thematisch vor allem um die „Rechten“ geht, sei hier noch kurz erwähnt, wie die deutschen Bischöfe diese implizit als Sünder eingestuften Rechten sehen und wer für sie überhaupt „rechts“ ist: Man erkennt laut diesem Pamphlet die Rechten daran, dass sie die traditionelle Familien- und Geschlechterordnung schätzen und der Ansicht sind, dass eine Ehe aus Mann und Frau besteht. Und natürlich sind diese Rechten, wie schrecklich, um die Verteidigung der eigenen Lebensweise bemüht.

Anders gesagt: Wenn wir diesen Text nicht als Realsatire betrachten, ist nun jeder Mensch, der seine Heimat, seine angestammte Lebensform und seine Kultur aufrechterhalten und vielleicht gar an seine Kinder weitergeben will, nicht mehr nur aus Sicht aller internationalistischen und hypermoralischen Neu- und Altlinken jemand, der verwerflichem Gedankengut anhängt, sondern er ist jetzt auch in seiner eigenen Kirche eine Persona non grata. Letztlich geschieht durch diese Verketzerungen aber noch viel, viel mehr: Denkt man nämlich die Ideen der Bischöfe ernsthaft zu Ende, dann ist die endgültige Selbstaufgabe der katholischen Kirche mit diesem ihrem Schreiben bereits eingeleitet.

Dr. Marcus Franz ist ehemaliger Nationalratsabgeordneter der ÖVP. Dr. Franz ist verheiratet und hat drei Kinder. Außerdem ist er Facharzt für Innere Medizin und ehemaliger Primarius und ärztlicher Direktor des Hartmannspitals in Wien.




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Politik

  1. Bremer Grünenpolitikerin Görgü-Philipp posiert mit Holocaust-Koffer – Rücktritt nach Eklat!
  2. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  3. Interne Grünen-Mail nach Berlin-Blackout: „NICHT Täter*innen/Ermittlungen in den Mittelpunkt ziehen“
  4. Das große CDU-Chaos ODER wenn ein angebliches Plagiat schlimmer als Abtreibung im 9. Monat ist!
  5. Erfolg für den Lebensschutz – Kein Geld für Planned Parenthood aus US-Bundesbudget
  6. US-Repräsentantenhaus untersucht möglichen Missbrauch von Steuergeld durch Planned Parenthood
  7. Transgender-Debatte: Grüne Politikerin El-Nagashi verlässt die Partei
  8. Sprecher des US-Repräsentantenhauses will Subventionen für Planned Parenthood streichen
  9. Gründer der ‚Catholics for Harris‘: US-Demokraten haben ein ‚wachsendes Problem mit Gott‘
  10. Wirtschaft, Grenzsicherheit, Kriminalität waren Wählern wichtiger als radikale Abtreibungspolitik







Top-15

meist-gelesen

  1. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  2. War der katholische Soldat Gus March-Phillipps (+1942) ein Vorbild für die Filmfigur James Bond?
  3. „Lourdes ganz nah: Komm und begegne der heiligen Bernadette“
  4. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission
  5. Papst sprach auch mit Selenskyj über Lage in Frontstadt Oleschky
  6. Apostolisch und nix anderes
  7. Die Bibel schweigt nicht zur Abtreibung. Es gibt die Zehn Gebote: Du sollst nicht töten!'
  8. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  9. "Ministrant Putins": Tück übt scharfe Kritik an Moskauer Patriarch
  10. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“
  11. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  12. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  13. Genesungswünsche für Papst: "Lieber Papst Leo ..."
  14. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  15. Medjugorje-Seher: "Ich bin nur ein Werkzeug"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz