29 Juni 2019, 12:12
‚Meine Kirche’: das Geheimnis der Liebe Christi
 
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Franziskus: die Kirche – die Braut Christi, die alle aufbauen. Was es heißt, Kirche zu sein. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Angelus am Fest St. Peter und Paul. Die beiden Heiligen, so der Papst, würden manchmal dargestellt, wie sie das Kirchengebäude trügen. Dies erinnere uns an die Worte des heutigen Evangeliums, in denen Jesus zu Petrus sage: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“(Mt 16,18).

Es sei das erste Mal, dass Jesus das Wort „Kirche“ ausspreche, und er sage: „Meine Kirche“. Jesus spreche nicht von der Kirche als äußere Realität, sondern drücke die große Liebe aus, die er für sie habe. Er sei an die Kirche gebunden, an uns. Der heilige Paulus schreibem dass Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben habe. Jesus also liebe die Kirche als seine Braut. Für den Herrn seien wir keine Gruppe von Gläubigen oder eine religiöse Organisation, „wir sind seine Braut“. Er schaue zärtlich auf seine Kirche, er liebe sie mit absoluter Treue, trotz unserer Fehler und unseres Verrats.

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So könnten auch wir wiederholen: „meine Kirche“. Wir sagten dies nicht mit einem Gefühl der ausschließlichen Zugehörigkeit, sondern mit einer einschließenden Liebe. Nicht um uns von anderen zu unterscheiden, sondern um die Schönheit des Zusammenseins mit anderen zu lernen, „denn Jesus möchte, dass wir vereint und offen sind“. Die Kirche sei in der Tat nicht „meine“, weil sie auf mich selbst, auf meine Wünsche reagiere, sondern „weil ich ihr meine Zuneigung schenke“. Es liege an mir, mich um sie zu kümmern, denn „wie die Apostel m Bild trage auch ich sie. Wie? Mit brüderlicher Liebe“.

In einem anderen Bild seien die Heiligen Petrus und Paulus dargestellt, wie sie sich umarmten. Sie seien sehr unterschiedlich gewesen: ein Fischer und ein Pharisäer mit Lebenserfahrungen, Charakteren, Arbeitsweisen und sehr unterschiedlichen Empfindungen. Widersprüchliche Meinungen und offene Debatten hätten nicht gefehlt. Aber was sie verbunden habe, „war unendlich viel größer: Jesus war der Herr von beiden, zusammen sagten sie ‚mein Herr’ zu dem, der ‚meine Kirche’ sagte“.

An diesem Fest, das zwei so unterschiedliche Apostel vereine, wäre es schön zu sagen: „Danke, Herr, für diese Person die anders ist als ich: sie ist ein Geschenk für meine Kirche“. Es sei gut, die Eigenschaften anderer zu schätzen, die Gaben anderer ohne Bosheit und ohne Neid zu erkennen. Neid verursache Bitterkeit im Inneren, es werde Essig über das Herz gegossen. Neid mache das Leben bitter. Doch: „wir gehören zusammen: das ist das herrliche Geheimnis unserer Kirche!“.

Am Ende des Evangeliums sage Jesus zu Petrus: „Weide meine Schafe“ (Joh 21,17). Er spreche von uns und sage „meine Schafe“ mit derselben Zärtlichkeit, mit der er „meine Kirche“ gesagt habe. Hier sei die Zuneigung, die die Kirche aufbaue. Heute „bitten wir auf Fürsprache der Apostel um die Gnade, unsere Kirche zu lieben. Wir bitten um Augen, die es verstehen, Brüder und Schwestern in ihr zu sehen, um ein Herz, das andere mit der zärtlichen Liebe, die Jesus für uns hat, willkommen zu heißen weiß“. Und „wir bitten um die Kraft, für diejenigen zu beten, die nicht so denken wie wir: beten und lieben, nicht schlecht reden“.

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