10 Juli 2019, 16:00
"Ich weiß, Gott ist an meiner Seite. Ich werde oben ankommen"
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"Ich zieh mir die Schuhe der Bereitschaft an, Gott zu folgen, wohin er mich auch führt und mit meinem Leben, sein Evangelium zu verkünden." - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Lucia Kirchgasser

Salzburg (kath.net)
Heute bin ich unerwartet auf eine Zeile aus unserer Bundeshymne gekommen. „Mutig in die neuen Zeiten frei und gläubig sieh uns schreiten,…“. Das hat mich sehr nachdenklich gemacht. Ich stehe nämlich selber gerade an einer Schwelle. Etwas sehr Schönes geht zu Ende. Ich will es festhalten, doch die Umstände setzen ein klares Enddatum. Vor mir ist eine Tür, die sich immer weiter öffnet, während sich eine andere schließt.

Aber ich will keine Veränderung. Ich will nicht loslassen. Gott sagt wie immer „Vertrau mir.“ Aber ich weigere mich weiter stur, einzusehen, dass nicht alles so bleiben kann, wie es ist. Mein Verstand sagt mir: „Gott hat Pläne des Heils. Es ist gut, wie es kommt. Es wird schön. Es wird besser. Du wirst nochmal so dankbar sein!“, aber mein Herz weint.

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Ich lese in der Bibel die Worte „Du hast meine Klage in Tanzen verwandelt“ (Psalm 30,12), aber ich verstehe es nicht. Ich sehe nicht, wie das gehen soll. Ich sehe den Weg nicht. Ich sehe gar nichts. Ich bin richtig beleidigt und so traurig und wütend..

„Mutig in die neuen Zeiten frei und gläubig sieh uns schreiten..“ - das beeindruckt mich. Das klingt herrlich motiviert und selbstbewusst. Das klingt nach echtem Glauben und tiefem Vertrauen. Das klingt tapfer und unerschrocken.

Es inspiriert mich. Ich merke, da ist in mir eine Sehnsucht, auch so stark zu sein. Gleichzeitig schrecke ich davor zurück. Mich ohnmächtig fühlen und alles einfach hinnehmen, wie es kommt, das kenne ich. Da bin ich richtig gut darin. Ich schaue zu, wie sich dieser große Berg zwischen mir und meinem Ziel auftürmt und jammere dann erst einmal so richtig ausgiebig los. Irgendwann kommt dann die glorreiche Erkenntnis, dass das alles nichts bringt und ich absolut nichts tun kann, außer mich zu ergeben. Also geh ich lustlos und bepackt mit Resignation los. - So nach dem Motto „Ok. Wenn es unbedingt sein muss.. dann bringen wir es eben hinter uns..“.

Das ist NICHT die Frau, die ich gerne sein möchte! Das hört sich furchtbar an. Damit ist jetzt Schluss.

Neue Zeiten, erfordern neue Denkmuster! Ich nehme die Herausforderung an! Ich sage bewusst JA!

Ich bin kein Opfer. Ich habe die Wahl. Ich könnte auch hier sitzen bleiben und weiter über das trauern, was nicht ist oder mir ein neues Ziel suchen in der naiven Hoffnung, dass da nie ein Berg kommt. Aber das mache ich nicht.

Ich bin ein Mädel aus den Bergen. Mit Bergen kenn ich mich aus. Ich weiß genau, jeder Berg hat einen Gipfel und jeder Gipfel lohnt sich. Ich schaue entschlossen auf das, was vor mir liegt. Ich zieh mir die Schuhe der Bereitschaft an, Gott zu folgen, wohin er mich auch führt und mit meinem Leben, sein Evangelium zu verkünden. Ich setz mir den Helm des Heils auf, wissend, dass der Sieg schon errungen ist. Ich umgürte mich mit der Wahrheit, kein Waisenkind, sondern eine geliebte Tochter Gottes zu sein – befähigt, berufen, erwählt. Ich schütze mich mit dem Schild des Glaubens an meinen allmächtigen Gott, vor dem Berge schmelzen wie Wachs. Ich halte das Schwert des Wortes fest in meiner Hand, um den Lügen, Urteilen und Anklagen, jeder Sorge und Angst zu widerstehen. Ich kleide mich mit dem Panzer der Gerechtigkeit, denn durch Jesus bin ich frei!

Ich gehe los. Ich stell mich dem, egal wie schwer es wird. Ich weiß, der Lohn ist groß. Ich weiß, Gott ist an meiner Seite. Ich werde oben ankommen.

Warst du schon einmal auf einem Gipfel? Da oben bleibt einem nichts anderes mehr, als überwältigtes, dankbares Staunen über die unendliche Größe und Schönheit Gottes. Darauf freue ich mich! Danach sehne ich mich! Und keine Angst.. Ich erzähl euch dann, wie es war

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