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‘Herr der Ringe’-Autor J.R.R. Tolkien war tiefgläubiger Katholik

6. Juli 2019 in Chronik, 1 Lesermeinung
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"Der Sonntag" befragte Theologen Thomas Fornet-Ponse anlässlich des aktuellen Kinofilms "Tolkien" über den Glauben des weltberühmten Schriftstellers.


Wien (kath.net/ KAP)
J.R.R. Tolkiens Bücher "Herr der Ringe" und "Der Hobbit" sind weltbekannt, aber nur wenige wissen, dass er ein tiefgläubiger Katholik war. Zum Glauben des bekannten Schriftstellers hat die Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" den in Deutschland lehrenden Theologen, Philosophen und Tolkien-Kenner Thomas Fornet-Ponse befragt. Das Interview fand zu einem aktuellen Anlass statt: Seit 20. Juni läuft der Film "Tolkien" in den österreichischen Kinos und schildert die Kindheit und Jugend des weltberühmten Schriftstellers.

"Der katholische Glaube spielte im Leben Tolkiens eine große Rolle, verwies Fornet-Ponse im "Sonntag" u.a. auf dessen regelmäßigen Messbesuch. Auch Tolkiens Briefe würden eine hohe Wertschätzung für die Eucharistie ausdrücken. Die Begeisterung für den Glauben dürfte auch das Familienleben stark geprägt haben, immerhin wurde der älteste Sohn des Autors zum katholischen Priester geweiht.


"Dennoch hat sich Tolkien bewusst dafür entschieden, in seinen Werken christliche Inhalte nicht explizit zu machen", sagte Fornet-Ponse. Dennoch sei sein Oeuvre gut vereinbar sei mit grundlegenden theologischen Überzeugungen. So schildere Tolkien in seinem Hauptwerk "Der Herr der Ringe" auf atemberaubende Weise den Kampf zwischen Gut und Böse. Das Böse sei sehr präsent in dem Werk, vor allem in der Gestalt der Figuren Sauron oder Melkor/Morgoth. "Im Kern aber handelt es sich um die klassische augustinisch-boethianische Position des Bösen als Abwesenheit des Guten (privatio boni)", erklärte Fornet-Ponse. Dies zeige sich vor allem darin, dass das Böse bei Tolkien nicht selbst schöpferisch tätig sein kann, sondern nur destruktiv und verformend. Am Ende siege natürlich das Gute.

Im "Tolkien"-Film wird das religiöse Leben des Schriftstellers so gut wie ausgeklammert. Stattdessen wird geschildert, wie Tolkien mit zwölf Jahren Vollwaise wird und dank der Vormundschaft eines katholischen Priesters eine Eliteschule besuchen kann. Zentrales Thema im Film ist auch Tolkiens Liebe zur drei Jahre älteren Edith Bratt, die er später heiratete.

John Ronald Reuel Tolkien wurde 1892 geboren und beschäftigte sich intensiv mit Sprachen und Mythen. Später arbeitete er als Professor für englische Sprache an der Universität Oxford und starb 1973 in England.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

 


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Lesermeinungen

 Bernhard Joseph 6. Juli 2019 
 

J.R.R. Tolkien war ein guter Freund von C.S.Lewis

C.S. Lewis war, wie Tolkien auch, Professor für englische Literatur in Oxford. Beide verband eine enge Geistesverwandtschaft, die sich auch in ihren Werken zeigte.

Lewis fand nach einer langen Phase des überzeugten Atheisten zum Christentum zurück. In seinem Buch "Pardon, ich bin Christ" begründet er seinen Weg zum Christentum. In seinem Buch die "Abschaffung des Menschen" analysiert Lewis die Moderne und ihren sittlichen Verfall, der eng mit dem Glaubensverlust zusammenhängt.

Aus autobiografischen Aussagen Lewis ist bekannt, wie eng die Freundschaft zu Tolkien war. Beide mit einer unerschöpflichen Phantasie begabt, dem Mittelalter in freundlicher Zuneigung verbunden und doch auch immer kritische Beobachter menschlicher Torheit, die mit viel Humor behandelt wird.


Die apologetischen Schriften zum christlichen Glauben von C.S.Lewis sind ein Schatz, den man als Glaubender unbedingt für sich heben sollte.


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