10 Juli 2019, 09:00
Neue Initiative im Kampf für das Leben
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Abtreibung'
Seit einiger Zeit stößt man im Internet auf schlagfertige Grafiken zum Thema Abtreibungskritik und Lebensschutz. Das ist der Seite "Memes für das Leben – Pro Life" zu verdanken.

Wien (kath.net/Holyzont) Seit einiger Zeit stößt man im Internet auf schlagfertige Grafiken zum Thema Abtreibungskritik und Lebensschutz. Das haben wir der Seite "Memes für das Leben – Pro Life" zu verdanken. Hier wird Kritik geübt an Abtreibungsbefürwortern und dem Missstand in der Gesellschaft. Ich hatte die Möglichkeit, mich mit dem Initiator und Betreiber dieser Online-Initiative zu unterhalten und haben viele spannende Einblicke in seine Motivation, Arbeit und Sicht erhalten:

Was hat es genau mit Deiner Fanpage auf sich und wie kam es zu der Idee „Memes fürs Leben“ zu gründen?

Das Thema Lebensschutz beschäftigt mich als Christ schon seit meiner frühesten Jugend, so habe ich zum Beispiel Flyer gestaltet und in größerer Stückzahl verteilt. Leider ist die Lebensschutzbewegung in Deutschland oft sehr leise und unscheinbar, macht aber natürlich trotzdem eine unendlich wertvolle Arbeit. Dennoch schaue ich neidisch nach Amerika wo der Lebensschutz deutlich mehr Priorität in der Gesellschaft genießt.

Werbung
KiB Kirche in Not


Mittlerweile haben die USA mit Donald Trump sogar einen ProLife-Präsidenten. In Deutschland spielt das Bekenntnis zum Leben auf politischer Ebene leider überhaupt keine Rolle und wenn ich mir die relevanten Parteien anschaue, dann scheint lediglich die „Alternative für Deutschland“ noch ein Interesse an Lebensschutz und der Förderung von Familien zu haben. Eigentlich traurig, da es doch das natürlichste auf der Welt ist.

Ich habe lange überlegt, wie ich mit meinen begrenzten Möglichkeiten etwas bewirken kann und in einer schlaflosen Nacht habe ich einfach angefangen. Ziel war es, etwas zu finden das auffällt, vielleicht sogar manchmal provoziert und insbesondere junge Menschen anspricht.

Wie jeder andere, bist Du im Alltag wohl ein ganz normaler Mensch und hast Deine Verpflichtungen und Hobbies. Wie viel Zeit kostet Dich Dein Engagement, wie vereinbarst Du das mit Deinen Verpflichtungen und was bewegt Dich dazu, Deine Freizeit damit zu verbringen?

Für meinen Aktivismus auf verschiedenen Ebenen im Netz und auf der Straße investiere ich etwa 90 Minuten am Tag. Ich verzichte bewusst auf einen Nebenjob um mir trotz zeitintensiven Studiums diese Zeit nehmen zu können. Ich finde es schrecklich, dass jeden Tag allein in Deutschland hunderte ungeborene Babys ermordet werden, ohne dass es einen Aufschrei in der Gesellschaft gibt. Da kann man doch nicht einfach stillschweigend zusehen.

Bist Du auf Kritik/Hindernisse gestoßen? Wenn ja – welche und wie bist Du damit umgegangen?

Mein größtes Hindernis ist die Kreativität. Anfangs sind mir die Ideen geradezu zugeflogen aber mit der Zeit wurde es immer schwieriger. Seit einigen Tagen helfen mir zwei netten Mädels bei der Ideenfindung und der Gestaltung von Grafiken. Vielen Dank dafür!

Gerne möchte ich das Projekt auch für weitere kreative Menschen öffnen, damit es weiterwachsen kann. Also falls du das ließt und gerne zeichnest, Grafiken bastelst oder gute Ideen hast – melde dich doch einfach mal!

Noch eine unangenehme Frage: Der Lebensschutz ist ein wichtiges und sensibles Thema. Man kann es auch als unangemessen ansehen, dass in dieser tragischen Situation von so vielen Abtreibungen weltweit auf tlw. „humorvolle“ Weise Kritik betrieben wird. Wie rechtfertigst Du Deine Methodenwahl?

Ich mache mich ja nicht über das Thema Abtreibung lustig, sondern versuche Abtreibungsbefürworter und deren Argumente lächerlich zu machen, indem ich zum Beispiel Widersprüche in deren Argumentation aufzeige. Memes sind insbesondere unter jungen Menschen sehr verbreitet und für diese deutlich attraktiver als ein trockener Sachtext. Der Köder muss nicht dem Angler schmecken, sondern dem Fisch.

Und jetzt mal die optimistische Perspektive: Erfährst Du manchmal Lob/Unterstützung?

Oh ja, sehr oft sogar. Selbst ein Bundestagsabgeordneter hat schon im persönlichen Gespräch die Seite gelobt.

Wie reagiert Dein engster Familien- und Freundeskreis, wenn er erfährt, womit Du Dich beschäftigst?

Mein Umfeld steht voll hinter mir und unterstützt mich. Ich muss allerdings zugeben, dass mein Freundeskreis mittlerweile fast nur noch aus Personen besteht, die eine ähnliche Haltung haben wie ich. Eigentlich schade, da ich ein großer Freund des offenen Diskurses bin. Aber wenn man so viel Zeit in den Aktivismus steckt, überschneidet sich das oft mit dem Privaten und ist letztendlich die logische Konsequenz.

Welcher war Dein erfolgreichster Meme?





Mit einer fünfstelligen Anzahl an erreichten Facebook-Nutzern. Hierbei verbinde ich neben dem Lebensschutz ein weiteres Thema, das mir sehr wichtig ist – die Kritik am sogenannten „Gender-Mainstreaming“, welches ich für eine der größten Gefahren für unsere Gesellschaft halte.

Ich bin sehr stolz darauf, dass „Gender-mich-nicht“ https://www.facebook.com/NullGender/, welche schon seit Jahren wichtige Aufklärungsarbeit leisten, dieses Meme sogar auf ihrer Seite geteilt haben.

Was kannst Du anderen jungen Menschen empfehlen, die sich auch für dieses wichtige Thema engagieren möchten?

Veränderung beginnt im Kleinen. Redet mit euren Freunden oder den Abgeordneten in eurem Wahlkreis. Vernetzt euch mit anderen, fahrt zum „Marsch für das Leben“ oder bringt eure kreativen Talente ein. Je auffallender eine Aktion, desto mehr Menschen erreicht man.

Was möchtest Du den Lesern sonst noch sagen?

Auch wenn ihr vielleicht mal auf Widerstand stoßt, lasst euch nicht von dem abbringen, woran ihr glaubt.

Steckbrief

Alter: Ich bin jetzt 1178 Wochen alt.

Studium und Traumberuf: Ich studiere Immobilienmanagement und hoffe irgendwann bezahlbaren Wohnraum für Familien schaffen zu können.

Das wichtigste im Leben ist: Ein Ziel zu haben und dieses am Ende seiner Zeit auf Erden möglichst erreicht zu haben.

Das schönste am Leben ist: Jemanden an seiner Seite zu haben mit dem man glücklich ist und sich eine gemeinsame Zukunft aufbauen kann.

Mein größtes Vorbild: Gute Frage. Ich bewundere Menschen, die nicht einfach nur jammern wie schlecht alles doch ist, sondern die Ärmel hochkrempeln und daran arbeiten, damit sich etwas ändert.

Vielen Dank für das Interview!

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Einen andern Grund kann niemand legen, als den, der gelegt ist: Jesus (74)

Deutschland: Zahl der Kirchenaustritte steigt um 29 Prozent (48)

Möchte Bischof Kräutler eine "amazonisch-katholische" Sekte? (44)

„Seenotrettung im Mittelmeer: nicht Seenotrettung, sondern Migration“ (44)

Ex-Chefredakteur des ‚Catholic Herald’: Amazonien-Synode absagen (38)

Rackete: "Asyl kennt keine Grenze!" (35)

P. Martin SJ: Papst hat viele ‚pro-LGBT’ Kardinäle, Bischöfe ernannt (34)

„Wer meint, dass die DBK einen Sonderweg gehen müsse, der irrt“ (33)

Wahrheitssuche in der Kirchenkrise (32)

Thema "Messstipendien" im Pfarrblatt (27)

Klimahysterie pur - Keine Kinder mehr! (24)

„Wie sagt man nochmal ‚römische Zentralisierung‘ auf theologisch?“ (19)

„Warum man den Islam nicht kritisieren darf, es aber durchaus sollte…“ (18)

Ökumenische Eucharistiefeier – ein Gedanke von epochaler Dummheit (17)

"Wir wollen unschuldig sein" (17)