Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischof von Hildesheim erwartet für 2021 noch mehr Kirchenaustritte
  2. Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung
  3. "Möchte ich mich formell für die Klimaangst entschuldigen!"
  4. Ich bin ein 'weißer Mann', aber deshalb knie ich mich nicht nieder
  5. Schwedischer Kardinal zieht gemischtes Fazit zu Corona-Sonderweg
  6. Lobpreis, die Beziehung zum Vater, Ruhe in Jesus
  7. Anglikanischer Erzbischof: ‚Statuen werden entfernt, Namen geändert’
  8. Dümmer geht nimmer!
  9. Neues Parteiprogramm der Grünen für Abtreibung und Gender-Ideologie
  10. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  11. Grüne wollen Ärzte zur Abtreibung zwingen!
  12. Lackner: Werte kommen ohne Tradition und Vorgegebenes nicht aus
  13. Kirchen verfehlen die Lebensrealität vieler Christen in Deutschland
  14. R.I.P. Ennio Morricone
  15. Fridays For Future Weimar: „Die Polizei diskriminiert, mordet, prügelt, hehlt“

Herr, lehre uns beten!

10. August 2019 in Spirituelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Durch Beten lernt man zu beten - Von P. Ernst Strachwitz / VISION 2000


Wien (kath.net/VISION2000)
Herr, lehre uns beten, so bittet der Jünger Jesu, nachdem Jesus das Gebet beendet hatte. Es ist interessant, dass der hl. Lukas das ausdrücklich erwähnt: „nachdem Jesus das Gebet beendet hatte“. Es scheint, dass der Jünger nicht gewagt hat, Jesus im Gebet zu unterbrechen.

Wenn also Jesus betet, leuchtet gewissermaßen seine göttliche Natur auf, und die Apostel verweilen dabei in tiefer Ehrfurcht und im Staunen über das, was sie da erfahren dürfen. Möglicherweise waren es wirklich die tiefsten Erfahrungen der Jünger mit Jesus, Ihn im Gebet zu erleben, sodass sie nicht gewagt haben, Ihn zu unterbrechen und in ihnen der Wunsch aufkam, so beten zu können wie Jesus.

Der Wunsch, zu beten, ist bereits eine Gnade. Und wer diesen Wunsch verspürt, der stellt sich auch die Frage, wie man beten soll. Es ist interessant, dass Maria in Medjugorje ihre Gebetsschule nicht damit beginnt, zu sagen, wie wir beten sollen. Sie sagt einfach: betet, betet, betet. Beten lernt man vor allem durch das Beten: Betet, betet, betet. Und Jesus antwortet dem Jünger: Wenn Ihr betet, so sprecht: „Vater, dein Name werde geheiligt . . .“ Es geht also zu allererst darum, dass wir beten.


Der heilige Paulus sagt uns, dass wir gar nicht wissen, worum wir in rechter Weise beten sollen, der Heilige Geist tritt für uns ein. Hier, denke ich, kommen wir zum Eigentlichen des Gebetes: Wenn der Heilige Geist für uns betet, dann geht es für uns darum zuzulassen, dass Er überhaupt für uns beten kann. Dann ist unser Gebet aber nicht in erster Linie ein Tun unsererseits, sondern das Bewusstsein, dass Gott selbst mit uns und für uns handelt. Dann bräuchten wir ja eigentlich gar nichts mehr tun, sondern nur mehr zulassen, dass Gott mit uns etwas tut, uns etwas sagt. Und im Grunde ist all unser Tun und Sagen im Gebet, was ja auch nötig ist, dazu da, uns zu diesem Bewusstsein der Gegenwart Gottes zu helfen.
Ich denke, genau das meint die Muttergottes in Medjugorje, wenn sie uns in ihrer Gebetsschule, die viele Etappen umfasst (Betet – Betet die 7 Vater, Ave, Ehre mit dem Glaubensbekenntnis zu Beginn – Betet den Rosenkranz – Betet jeden Tag den ganzen Psalter) am Ende sagt: „Betet mit dem Herzen“.

Mit dem Herzen beten bedeutet, nicht gefühlsmäßig beten, sondern dass wir das, was wir im Gebet sagen, auch meinen, dass wir das, was ein Gebet ausdrückt, uns bewusst schenken lassen, annehmen, empfangen, dem zustimmen. Dann wird unser Beten sehr konkret, ohne zu viele, überflüssige Worte. Einfach mit den Worten beten, mit denen die Kirche betet.

Im Matthäusevangelium sagt uns Jesus ja: „Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen“ (Mt 6,7). Auch hier heißt es „Wenn ihr betet“. Auch hier geht Jesus also davon aus, dass wir beten und unter dieser Voraussetzung sagt er uns, wie wir beten sollen. Durch eine solche regelmäßige, bewusste Gebetspraxis kann unser Gebet auf diese Weise immer persönlicher, immer konkreter, immer mehr „mit dem Herzen“ werden.

Eine solche Gebetspraxis setzt aber voraus, dass ich bereit bin, einzutreten in dieses Hineinhorchen. Und damit das möglich wird, muss ich mich für die Stille entscheiden. Um Beten zu lernen, werde ich mich entscheiden, mir Zeit in der Stille zu nehmen, und einzutreten in diese Gegenwart.
Wenn Jesus betet, zieht Er sich in die Stille zurück. Damit unser ganzes Leben zum Gebet wird, ist es notwendig, dass auch wir immer wieder Zeiten des Gebetes, des Horchens auf Gott, in unseren Tagesablauf einbauen. Das heißt mit anderen Worten Zeiten der Stille. Der Gründer der Foyers de Charité, P. Georges Finet, hat in seinen Unterweisungen immer betont, dass um in den Zustand des Gebetes kommen zu können, es Akte des Gebetes braucht, also wieder: Betet, betet, betet !

Unsere Zeit ist geprägt von einem großen geradezu übermenschlichen Tempo, das uns ganz fertig machen kann. Deshalb haben so viele Menschen große Mühe mit der Stille und dem Schweigen. Ich glaube, dass viele nicht zu unseren Exerzitien im Foyer de Charité kommen, weil sie das Schweigen fürchten oder sich nicht zutrauen. Diejenigen aber, die kommen, sagen hinterher sehr oft, dass das Schweigen, die Stille, das Schönste war.

Wie gesagt, beten lernt man nicht durch Vorträge oder Artikel, sondern indem man anfängt zu beten:
Bete, bete, bete!

Der Autor ist Père im Foyer de Charité im Haus am Sonntagberg und leitet an diesem herrlichen Ort sehr fruchtbare und empfehlenswerte Schweige-Exerzitien


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Diadochus 12. August 2019 
 

"Betet mit dem Herzen"

Über das Herzensgebet habe ich schon oft nachgedacht. Wie muss ich beten, damit ich sagen kann, ich bete mit dem Herzen? Ich war lange unsicher und grübelte, wie die Muttergottes das wohl meinen könnte. Der Artikel ist zwar sehr bemüht, bleibt aber eine eindeutige Antwort schuldig. Es bleibt bei den Ansätzen. Zugegeben, das ist auch schwer zu erklären, die richtigen Worte dafür zu finden über das, was im Inneren vorgeht. Über einen Vortrag bei der Petrusbruderschaft lernte ich nun das Ruhegebet, bzw. das hesychastische Gebet von Peter Dyckhoff kennen. Das kann ich nur empfehlen. Es ist eine Anlehnung an das Gebet der Wüstenväter in der sketischen Wüste von Ägypten, allen voran der hl. Johannes Cassian, und das Gebet der Mönche auf dem Berg Athos. Mit dieser Gebetsweise kann ich mich jeden Tag in aller Ruhe in Gott versenken und hingeben. Jetzt kann ich den Wunsch der Muttergottes endlich erfüllen.


1

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gebet

  1. Beten im Dialekt?
  2. „Deutschland betet gemeinsam“ – kath.net ruft zum Mitbeten auf!
  3. Bete für Österreich!
  4. Spanische Bischofskonferenz warnt vor Zen-Meditation
  5. Geistliche Adoption ungeborener Kinder
  6. Gebetstipps aus den unterschiedlichen franziskanischen Orden
  7. Sich Zeit nehmen, um mit Jesus zu sein
  8. Das Gebet der Eltern ist mächtig
  9. Neue Online-Plattform lädt ein zum Gebet für Politiker
  10. Das Stundengebet – Ein Heilmittel für unsere Kirche?








Top-15

meist-gelesen

  1. Dümmer geht nimmer!
  2. Ich bin ein 'weißer Mann', aber deshalb knie ich mich nicht nieder
  3. Benedikt XVI.: „Vergelt’s Gott, lieber Georg, für alles“
  4. Neues Parteiprogramm der Grünen für Abtreibung und Gender-Ideologie
  5. Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung
  6. "Möchte ich mich formell für die Klimaangst entschuldigen!"
  7. Benedikt XVI. wird nicht am Begräbnis von Georg Ratzinger teilnehmen!
  8. Anglikanischer Erzbischof: ‚Statuen werden entfernt, Namen geändert’
  9. Der synodale Weg funktioniert nicht
  10. „In dieser Stunde der Trauer…“
  11. Grüne wollen Ärzte zur Abtreibung zwingen!
  12. Bischof von Hildesheim erwartet für 2021 noch mehr Kirchenaustritte
  13. Abschied von Prälat Georg Ratzinger
  14. „Herr, ich bin da!“ – Georg Ratzinger über seine Primiz
  15. Schwedischer Kardinal zieht gemischtes Fazit zu Corona-Sonderweg

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz