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Erbil: Christlicher Minister schwor auf halbverbrannte Bibel

20. Juli 2019 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Neuer Verkehrsminister der kurdischen Regionalregierung wollte mit symbolischer Geste an das von den IS-Terroristen verursachte Leid erinnern


Bagdad (kath.net/KAP) Der neue Verkehrs- und Kommunikationsminister in der soeben bestellten kurdischen Regionalregierung, der Christ Ano Jawhar Abdulmasih Abdoka, hat in Erbil seinen Amtseid auf eine von den IS-Terroristen angezündete halbverbrannte syrische Bibel geleistet. Mit seiner Geste, in deren Mittelpunkt die 400 Jahre alte Bibelhandschrift stand, wollte der Minister auch an das von den IS-Terroristen verursachte Leid erinnern und zugleich augenfällig machen, dass die Christen in der kurdischen autonomen Provinz und der ganzen Region der beiden Ströme Euphrat und Tigris das Heimatrecht haben, hieß es in einer Aussendung von "Pro Oriente" vom Donnerstag.

Die Christen - Angehörige der chaldäisch-katholischen, der syrisch-orthodoxen und der assyrischen Kirche - seien fest entschlossen, "im Land der Vorväter zu verbleiben", sagte der Minister am Mittwoch der Vorwoche im Gespräch mit Journalisten. "Die Ninive-Ebene, das Zweistromland, Kurdistan, das ist unsere Heimat", betonte er.


Ano Jawhar Abdulmasih Abdoka ist der einzige Christ im 21-köpfigen Kabinett des neuen Ministerpräsidenten der kurdischen autonomen Region des Irak, Masrour Barzani (er ist der Sohn des historischen kurdischen Führers Masoud Barzani). Im Gespräch mit den Journalisten erinnerte Abdoka an die "schrecklichen Grausamkeiten" der IS-Terroristen, die sich vor allem gegen die Christen und Angehörige anderer religiöser Minderheiten gerichtet hätten. Auch mit seiner politischen Tätigkeit wolle er unter Beweis stellen, dass die Christen ein "essenzieller Bestandteil der Region" sind.

Der neue Minister will in seinem Fachbereich "moderne Methoden" anwenden und erklärte, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Regierungschef Barzani und den Repräsentanten der irakischen Zentralregierung. Im Verkehrs- und Kommunikationsbereich gehe es darum, gut organisierte Dienste anzubieten, vor allem auch für die Jugend. Damit ging Abdoka auf die Beschwerden vor allem christlicher Repräsentanten ein, die immer wieder darauf verwiesen hatten, dass die schwache Struktur im Verkehrsbereich der kurdischen Region die Bildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche aus der Ninive-Ebene einenge.

Das kurdische Regionalparlament hat 111 Mitglieder, elf Sitze sind für politische Repräsentanten der Minderheiten reserviert. Der neue Ministerpräsident Masrour Barzani hat angekündigt, dass er "starke und konstruktive Beziehungen" mit der irakischen Zentralregierung aufbauen wolle, um die seit 2003 bestehenden Probleme zwischen Bagdad und Erbil - Gestaltung des Erdölbereichs, Verteilung des Steueraufkommens, Kontrolle des Territoriums - einer Lösung zuzuführen.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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