26 Juli 2019, 09:00
Hollywood stellt Abtreibungen verstärkt als selbstverständlich dar
 
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Frauenrechtlerinnen machen bei einer Konferenz von ausgewählten „Hollywood-Schwergewichten“ erheblichen Druck auf positive filmische Darstellungen von Abtreibung. Kommentar von Petra Lorleberg

LosAngeles (kath.net/pl) In den Filmen sehe man inzwischen in steigendem Maß das Thema „Ich bin schwanger, ich will das nicht, ich werde abtreiben“. Das sagte Gretchen Sisson, eine Soziologin der University of California, San Francisco. Diese Tendenz sei 2019 „schon weit fortgeschritten“. Darüber berichtet die „New York Times“ in einem durchaus zustimmenden Bericht. Die Soziologin und weitere „Frauenrechtlerinnen“ äußerten sich bei einer Konferenz von ausgewählten „Hollywood-Schwergewichten“, „Agenten, Prominente und Produzenten eines von der Talentagentur CAA organisierten Diversity-Gipfeltreffens“. Die Frauenrechtlerin Fatima Goss Graves monierte allerdings, dass „diese Geschichten noch immer nicht mit unserer Realität übereinstimmen“ udn wünscht sich, dass mehr Geschichten über Abtreibungen dargestellt werden.

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Soziologin Sisson ergänzte, dass „bis jetzt – Mitte des Jahres – fast zwei Dutzend Charaktere in Streaming-Shows, Filmen und Fernsehen über Abtreibungen gesprochen haben oder eine Abtreibung hatten, viele davon ohne Entschuldigung, eine Entwicklung, die vor einem Jahrzehnt noch undenkbar gewesen wäre – und eine, die einige Abtreibungsgegner verärgert hat“, so die Darstellung in der „New York Times“.

Erwähnt wird ein Film, in dem sich eine Frau nach einer Abtreibung als „mächtig“ erlebt . Eine andere Frau sagt angesichts von Lebensschützern, die vor einer Klinik demonstrieren: „Ich habe sogar ein wenig gebetet, und hier bin ich“, dann lässt sie abtreiben. Solche Darstellungen würden deutlich von den 80er-Jahre-Darstellungen abweichen. Sisson fand für 2018 18 Fälle solcher „positiver“ Darstellungen von Abtreibungen, für die ersten Jahreshälfte bereits 21, die Wissenschaftlerin hofft, dass sie Ende des Jahres einen Höchststand verzeichnen kann.

Wie bei solchen Artikeln weithin üblich, wird in der „New York Times“ einzig das „Recht“ der Frau über ihren Körper dargestellt. Von einem „Kind“ wird nicht gesprochen, die Abtreibungen scheinen sich in einem kinderleeren Vakuum zu vollziehen. Eine Überlegung, ob bei einer Abtreibung auch das sterbende Kind ein Recht auf Leben gehabt hätte, wird nicht erwähnt. Ebenfalls wird nicht erwähnt, dass solche „Rechte“ Frauen nur dann für sich in Anspruch nehmen können, wenn sie selbst geboren sind: Frauen, die als kleine Mädchen bei der Abtreibung sterben (vielleicht einzig deswegen, weil sie Mädchen sind), erleben keinerlei Solidarität ihrer Geschlechtsgenossinnen.

Dass die als „Abtreibungsgegner“ titulierten Lebensschützer angeblich „brüllen“, während die Abtreibungsbefürworter kluge Wissenschafterlinnen in angeblich differenzierten Überlegungen sind, überrascht nun wirklich niemanden mehr. Dies dürfte wohl nicht nur auf das Konto der „New York Times“ gehen, sondern auch auf das Konto einer Tagung, die unter dem Stichwort „Diversity“ [Vielfalt] wahrscheinlich vieles zugelassen hat außer dem einen: Echte „Vielfalt“ im Sinn von Pro- und Kontrapositionen auch bei der Frage von Abtreibung und Lebensrecht. Eine solche „Diskussionskultur“ ohne Gegenpositionen ist allerdings mehr als bedenklich. Nicht nur die Verantwortlichen der Konferenz, sondern auch die der „New York Times“ sollten sich dazu hinterfragen. Dieselben Personen würden in anderen Zusammenhängen vermutlich sogar selbst für faire Pro- und Kontra-Darstellungen eintreten, sind beim Thema Abtreibung allerdings auf beiden Augen völlig erblindet.

In diesem Zusammenhang darf man aber auch fragen, ob die kirchliche Förderung von Filmen und Büchern - z.B. durch Preisverleihungen - das Thema Lebensrecht ausreichend würdigt.

Domradio - Kölner Kardinal Rainer M. Woelki: Sternenkinder - ´Wir sollten Gott weder durch Abtreibung noch durch Sterbehilfe ins Handwerk pfuschen!´


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