31 Juli 2019, 06:00
Heimischer Tennisprofi als Franziskaner-Missionar in Myanmar
 
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Der ehemalige Tennis-Staatsmeister und Franziskanerbruder Johannes Nepomuk Unterberger kümmert sich seit 2016 um Waisenkinder in Myanmar.

Wien (kath.net/KAP) Eigentlich wollte der gebürtige Bad Ischler P. Johannes Nepomuk Unterberger (Foto) Tennisprofi werden. Obwohl er großen Erfolg hatte und 1996 unter anderem österreichischer Herrenstaatsmeister wurde, beschloss er Priester, Franziskanermönch und schließlich Missionar in Myanmar zu werden.

Im Dezember 2016 verließ der ehemalige Tennisprofi seine Heimat Österreich, um als einer von 15 Franziskanermönchen in Myanmar (ehemals Burma) zu wirken. In der Großstadt Yangon ist Unterberger als "Father Joe" bekannt und kümmert sich um Waisen- und Armenhäuser, die den Franziskanern anvertraut wurden. Zum Tennis spielen komme Unterberger nicht mehr, wie er auf Anfrage von "Kathpress" mitteilte: "Aber manchmal spiele ich mit den Kindern Badminton."

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Myanmar zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und besonders Kinder sind von Armut betroffen. Father Joe ist mit den Sorgen der Waisenhäuser in Myanmar bestens vertraut. Bedenklich findet er, dass die Kinder nur sehr einfache Nahrung bekommen und kaum Früchte und Fleisch essen. Für ein Kind stehen derzeit pro Tag nur etwa 35 Cent für Nahrungsmittel zur Verfügung, so der Mönch. Das wiederum mache anfälliger für Krankheiten und ende in einem fatalen Kreislauf. Immer wieder mangle es den Kindern, die von den Franziskanern betreut werden, an Medikamente, Lebensmittel und Kleidung. Punktuelle Hilfe zu organisieren zählt daher zu den Hauptaufgaben von Father Joe.

Neben dem Haus in Yangon, wo Father Joe tätig ist, betreuen die Franziskaner auch Häuser in Myaungtaga, Tonzan und Kyaiklat. Zur Zeit ist der ehemalige Tennisstar damit beschäftigt, Burmesisch zu lernen. "Die einfache Silbe LA hat drei verschiedene Bedeutungen, die nur verstanden werden durch die richtige Betonung", erklärte er gegenüber "Kathpress". Das hat zur Folge, dass die Menschen bei Unterbergers Betonung ganz andere Sinninhalte hören. Das hindert Unterberger aber nicht daran, ein Rosenkranzhilfsprojekt zu leiten um den Leuten bessere Lebensumstände zu ermöglichen.
Mönch wollte eigentlich Tennisprofi werden

Der 1974 in Bad Ischl geborene Unterberger übersiedelte schon während der Schulzeit nach Linz und später nach Wien um seine Tennis-Karriere voranzutreiben. Schon als 16-jähriger feierte er große Erfolge und wurde österreichischer Jugendmeister. Nach der Teilnahme an vielen internationalen Bewerben holte er 1996 den österreichischen Herrenstaatsmeistertitel und ein Jahr später wurde wurde er Herrenstaatsmeister im Doppel. Am Höhepunkt seiner Karriere konnte er in der Weltrangliste Platz 580 belegen; im Doppel landete er sogar auf Platz 300.

Nach Angaben des Nachrichtenportals meinbezirk.at wurde sein religiöses Interesse durch eine Wallfahrt nach Medjugorje im Jahr 1999 geweckt. Er beendete seine Tenniskarriere und begann den Ausbildungslehrgang für Spätberufene in Horn und im Anschluss das Theologiestudium. 2001 startete er seine Kandidatur bei den Franziskanern und 2003 wurde Unterberger ins Noviziat aufgenommen. Während er in Salzburg Theologie studierte legte er 2009 in Graz die Ewigen Gelübde ab. Nach abgeschlossenen Studium wurde er im Oktober 2011 zum Diakon geweiht und 2013 fand die Priesterweihe statt.

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