04 August 2019, 12:11
Das rechte Verhältnis zum Besitz
 
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Franziskus: es geht darum, ein Leben anzustreben, das nicht nach dem weltlichen Stil, sondern nach dem Stil des Evangeliums verwirklicht wird. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Die Vorläufigkeit des Besitzes: Angelus am achtzehnten Sonntag im Jahreskreis. In seiner Ansprache vor dem traditionellen Mittagsgebet kommentierte Papst Franziskus das Evangelium vom rechten Verhältnis zum Besitz (Lk 12, 13–21): „Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast? So geht es einem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber bei Gott nicht reich ist“.

Das Evangelium beginne mit der Szene eines Mannes, der in der Menge aufstehe und Jesus bitte, eine rechtliche Frage zum Familienerbe zu klären. Doch Jesus fordere uns auf, uns von der Gier, das heißt von der Gier des Besitzens fernzuhalten. Um seine Zuhörer von dieser verzweifelten Suche nach Wohlstand abzulenken, erzähle Jesus das Gleichnis vom törichten Reichen, der glaube, glücklich zu sein, weil er das Glück eines außergewöhnlichen Jahres gehabt habe und sich für das angesammelte Vermögen sicher fühle. Die Geschichte werde lebendig, wenn der Kontrast zwischen dem, was der Reiche für sich entwerfe, und dem, was Gott ihm zeige, deutlich werde.

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Der Reiche stelle vor seine Seele, das heißt vor sich selbst, drei Überlegungen an: die vielen angehäuften Güter, die vielen Jahre, die diese Güter ihm zu versichern scheinten, die ungezügelte Ruhe und das ungezügelte Wohlbefinden. Aber das Wort, das Gott an ihn gerichtet habe, mache seine Pläne zunichte. Anstelle der „vielen Jahre“ zeige Gott die Unmittelbarkeit von „dieser Nacht“ an.

Die Realität der vielen angesammelten Güter, auf denen der Reich alles gründen wolle, werde durch den Sarkasmus der Frage abgedeckt: „Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast?“ In dieser Gegenüberstellung ist die Bezeichnung „Narr“, mit der Gott diesen Menschen anspreche, gerechtfertigt. Er sei ein Dummkopf, weil er in der Praxis Gott leugne und nicht mit ihm rechne.

Das Gleichnis schließe: „So geht es einem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber bei Gott nicht reich ist“. Es sei dies eine Warnung, die den Horizont offenbare, zu dem wir alle schauen müssten. Materielle Güter seien für das Leben notwendig, aber sie dürften nicht das Ziel unserer Existenz sein, sondern ein Mittel, um ehrlich zu leben und mit den Bedürftigsten zu teilen.

Dies bedeute nicht, sich von der Realität zu entfernen, sondern nach Dingen zu suchen, die einen echten Wert hätten: „Gerechtigkeit, Solidarität, Aufnahme, Brüderlichkeit, Frieden, die alle die wahre Würde des Menschen ausmachen“. Es gehe darum, ein Leben anzustreben, das nicht nach dem weltlichen Stil, sondern nach dem Stil des Evangeliums verwirklicht werde: „Gott mit unserem ganzen Sein zu lieben und den Nächsten so zu lieben, wie Jesus ihn geliebt hat“. Viele Kriege dagegen begännen mit der Gier.

Liebe, die auf diese Weise verstanden und gelebt werde, sei die Quelle wahren Glücks, während die unverhältnismäßige Suche nach materiellen Gütern und Reichtümern oftmals eine Quelle von Angst, Widrigkeit, Missbrauch und Krieg sei.

Nach dem Angelus erinnerte der Papst an seinen Brief an die Priester der Welt, der am heutigen Sonntag veröffentlicht wurde:

„Heute vor 160 Jahren starb der heilige Pfarrer von Ars, ein Vorbild an Güte und Nächstenliebe für alle Priester. An diesem bedeutenden Jahrestag wollte ich einen Brief an die Priester der ganzen Welt senden, um sie in der Treue zur Sendung zu ermutigen, zu der der Herr sie berufen hat. Das Zeugnis dieses bescheidenen und absolut seinem Volk ergebenen Pfarrers helfe dabei, die Schönheit und Bedeutung des Weihepriestertums in der heutigen Gesellschaft wiederzuentdecken“.

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