Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  2. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  3. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  4. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  5. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  6. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  7. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  8. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  9. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  10. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  11. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  12. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  13. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  14. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  15. „Auf dass doch alle eins seien“ (Joh 17,21)

Die Kirchensteuer muss weg!

12. August 2019 in Kommentar, 112 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Menschen gehen, Kohle bleibt. Alles wird gut. So denken Mietlinge - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Bonn (kath.net)
Zweihundertundsechzehnmillionen - diese Zahl muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Das ist der Mehrertrag an Kirchensteuer im Jahr 2018 im Vergleich zum Jahr 2017. Das Jahr 2018 sah einen Rekord an Kirchenaustritten. Der Hauptgrund für den Kirchenaustritt sei - neben dem Missbrauchsskandal - die Kirchensteuer, wird man nicht müde, dies zu betonen. Das ist natürlich Blödsinn!

Wenn es eines Beweises bedürfte, wäre er hiermit erbracht. Es treten diejenigen aus der Kirche aus, die keine Kirchensteuer zahlen. Nur bei einer Gruppe hat die Kirchensteuer tatsächlich Bedeutung: Berufseinsteiger, die um die Jahrtausendwende geboren sind. Die jungen Menschen haben in dritter Generation keinerlei kirchliche Sozialisation erfahren. Somit haben sie nicht einmal eine emotionale Bindung an die Kirche. Sobald sie zahlen sollen, gehen sie.

Der Ertragsrekord der Kirchensteuer wurde in diesem Jahr nicht wie in den Vorjahren gleichzeitig mit dem sonstigen Zahlenwerk der Kirche kommuniziert. Es blieb dem Sekretär der DBK in diesem Jahr erspart, die beiden widersprüchlichen Rekorde (Kirchenaustritt und Kirchensteuer) zu kommentieren. Ein Schelm wer arges dabei denkt. Manch ein Bischof lehnt sich zurück. Menschen gehen, Kohle bleibt. Alles wird gut. So denken Mietlinge.


Die absolute Sinnlosigkeit der Kirchensteuer wird nur bei denen nicht gesehen, die von dem Geldsegen profitieren. In den Gemeinden, wo die Steuer erbracht wird, kommt davon nichts an. Hier wird den Menschen eine Sparrunde nach der nächsten verordnet. Lohn- und Stellenkürzungen für Küster, Hausmeister u.a. sind an der Tagesordnung. Auch die Priester, die zu Recht unter immer größerer Arbeitsbelastung klagen, bekommen nicht mehr Geld. Sie bekommen weniger, denn die pastoralen Reformen sorgen dafür, dass nur wenige Priester auf die gut besoldeten Pfarrerstellen kommen. Zwar müssen auch die anderen nicht darben, doch sie werden in immer größerer Zahl als Hilfspriester mit deutlich schlechteren Gehältern abgespeist.

Statt in Mission zu investieren, schafft man Stellen in den Ordinariaten. Die Verwaltungen wachsen nach wie vor. Ein synodaler Prozess ist auch nicht umsonst zu bekommen. Ist die Aufwendung der Steuer für die Gläubigen schon ein Ärgernis, so ist es die Verwendung umso mehr. Er wird geradezu unerträglich, wenn man sich vor Augen führt, was man mit der Kirchensteuer in Verbänden und Funktionärskreisen unterstützt. Hier sei beispielhaft an die blasphemische Aktion „Maria2.0“ erinnert. Die berechtigte Forderung nach Abschaffung dieser unsinnigen Weise der Kirchenfinanzierung wird immer virulenter.

Welchen Sinn haben diese Milliardensummen, wenn der Glaube weiter schwindet, wenn Katechese nur noch eine Lachnummer ist, wenn der sonntägliche Messbesuch ins Bodenlose stürzt? Die Verhältnisse stimmen nicht. Die finanziellen Verhältnisse passen nicht zur Wirklichkeit der Kirche in Deutschland. Strukturen mit Geld am Leben zu erhalten, die nicht mehr mit Leben gefüllt sind, ergibt keinen Sinn.

Ein letzter und durchaus sehr wichtiger Grund, diese Steuer endlich abzuschaffen, ist die faktische Exkommunikation für Zahlungsverweigerer. In deutschen Diözesen bleiben moralische Verfehlungen ebenso wie Häresie und Apostasie folgenlos. Ehebrecher dürfen die Sakramente empfangen, mit Kirchensteuerzahlern verheiratete Protestanten ebenfalls. Wer als gläubiger Katholik nicht zahlt, wird ohne die geringste Aussicht auf Barmherzigkeit oder eine Einzelfalllösung vom bischöflichen Hammer der faktischen Exkommunikation getroffen. Das ist ein Unding, ein unhaltbarer Zustand und angesichts der an Veruntreuung grenzenden Mittelverwendung zudem ein himmelschreiendes Unrecht. Die Kirchensteuer muss weg!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  2. Der Tod der Theologie in Deutschland
  3. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  4. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  5. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  6. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  7. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  8. Hippe Missionare sind brandgefährlich
  9. Bischof sein in Opferperspektive
  10. Ein entscheidungsrelevantes „We shall see“ zur Synodalkonferenz







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  5. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  6. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  7. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  8. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  9. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  10. „Es ist verlockend aber zweifelhaft zu glauben, wir müssten mit den Moden der Welt Schritt halten“
  11. Mexiko in Angst: Priester spenden auf einem Dach eucharistischen Segen
  12. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  13. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  14. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  15. Varden: „Als Jesus erklärte, was es bedeutet, bei ihm zu bleiben und in das Reich Gottes einzugehen…

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz