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Katholische Marienverehrung und lauteres Christentum

15. September 2019 in Buchtipp, 1 Lesermeinung
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Jesuitengeneral hl. Petrus Canisius schrieb vor über 400 Jahren: „In Deutschland gibt es unendlich viele, welche im Glauben irren“ – Rezension zu seinem neuaufgelegten Buch „Katholische Marienverehrung und lauteres Christentum“. Von Hans Jakob Bürger


Linz (kath.net) „In Deutschland gibt es unendlich viele, welche im Glauben irren, aber sie irren ohne Eigensinn, ohne Verbissenheit und Verstocktheit; sie irren nach Art der Deutschen, die von Naturanlage meist ehrlichen Gemütes sind und sehr empfänglich für alles, was sie teils in den Schulen, teils in den Kirchen, teils in den Schriften der Irrlehrer gelernt haben.“

Dieser Satz des heiligen Petrus Canisius an den Jesuiten-General Aquaviva ist über 400 Jahre alt; könnte er denn den Zustand der Katholiken in diesem Land heute aktueller beschreiben? Immerhin wird der am 8. Mai 1521 im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, nämlich im gelderländischen Nijmegen, das heute zu den Niederlanden gehört, geborene Pieter Kanijs einmal als der „zweiter Apostel Deutschlands“ bezeichnet werden.

Der Jesuit Petrus Canisius ist ein wirklicher Kenner der Deutschen. Er war nicht nur der erste deutsche Jesuit, er kannte sich aus in dem damals riesigen Reich und er kannte die Menschen, die darin wohnten. Für diese Menschen zu wirken sah er als seine große Bestimmung an. In seinem Tagebuch notierte er:

„[Die Heiligen] unterstützen mich in meiner Mission in Deutschland und schienen mich durch den Erhalt ihrer Gunst als Apostel nach Deutschland zu entsenden. Du, Herr, weißt, wie oft und auf wie viele Arten ich mich […] Deutschland verschrieben habe, um das ich mich auch später immer mühte und wegen dessen ich wünschte, zu leben und zu sterben.“

Der heilige Ignatius von Loyola höchstselbst, der Gründer der Jesuiten, war es, der Petrus Canisius 1549 zum Apostolat nach Deutschland schickte. Für dreißig Jahre wirkte er in allen Gegenden der deutschsprachigen Länder und verkündete in Wahrheit das Evangelium und die katholische Lehre. Aufgerieben von seinen Reisen und vielfältigen Tätigkeiten zog er sich ab 1580 in die Schweiz zurück. In Freiburg widmete er sich dem Predigen und der Abfassung seiner Bücher.


Petrus Canisius starb am 21. Dezember 1597. Seliggesprochen wurde er von Papst Pius IX. 1864 und 1897 von Papst Leo XIII. zum Apostel Deutschlands erklärt. 1925 sprach ihn Papst Pius XI. heilig und ernannte ihn zum Kirchenlehrer. Seine Gebeine ruhen seit 1625 in der Kirche des Michaelskollegs in Fribourg/Schweiz.

In dem in einer sehr schönen Ausgabe des Sabat-Verlag herausgegebenen Buch „Katholische Marienverehrung und lauteres Christentum“ des heiligen Kirchenlehrers Petrus Canisius, ist das Vorwort seines Ordensbruders Josef Jordans SJ vorangestellt, der auch die Übersetzung aus dem Lateinischen besorgt hat. Er weist darauf hin, dass es sich bei der über 800 Seiten fassenden Originalschrift „De Maria Virgine incomparabili et Dei Genitrice Sacrosancta“ um „eines der besten Marienwerke aller Zeiten“ handele, die „die katholische Marienverehrung gegen die zahlreichen und heftigen Angriffe der Glaubenserneuerer“ verteidige.

Die Muttergottes zu verteidigen tut auch heute not. Zahlreiche Angriffe gegen sie, entwürdigende Darstellungen und kirchenpolitischer Missbrauch mit ihrem Namen lassen Petrus Canisius Arbeit einer „klassische Verteidigung der ganzen katholischen Lehre über Maria“ nur geboten erscheinen.

Der hier angebotene Schatz der katholischen Lehre über Maria umfasst nicht 800, sondern ca. 250 Seiten. Er umfasst Kapitel zur wahren Gottesmutterschaft sowie zur immerwährenden Jungfräulichkeit Marias. Die Verkündigung an Maria wird noch ausführlich behandelt, ehe auf die katholische Lehre „über die Tugenden der Gottesmutter“ eingegangen wird. Zuletzt werden Marias Verherrlichung, also ihr Heimgang und ihre Aufnahme in den Himmel erörtert. Besonders in diesem Zusammenhang geht Petrus Canisius auf die Anfeindungen ein, die die himmlische Mutter durch jene erfährt, die vom Glauben abfallen. Er wendet sich energisch dagegen, dass man die Marienverehrung als Abgötterei bezeichnet. Vielmehr könne man einen „Gott wohlgefälligen Wandel führen“ wenn man Maria als „Spiegel und Vorbild“ ansehe. Die Gläubigen seien berechtigt, auf Maria ihre Zuversicht zu setzen, weil sie „Gott und Christus am nächsten“ stehe. Unerschütterlich blieb Maria, die Mutter Christi, in deren Herzen das Feuer der Liebe brannte, unter dem Kreuz stehen, an dem ihr Sohn hing. Hier empfing sie auch Jesu Wort, dass sie von nun an die Mutter all jener sein werde, die ihm nachfolgen wollten.

Petrus Canisius schreibt: Die Größe und Hoheit Marias besteht nicht so sehr darin, „daß sie die Mutter Christi und deshalb durch die innigste Bande des Blutes mit ihm verbunden ist. Vielmehr ist sie deswegen so groß und erhaben, weil sie dem Geiste nach auf das vollkommenste mit Christus vereinigt ist. Die Mutter des Herrn steht ihm unter allen Geschöpfen am nächsten, weil sie die gehorsamste und treueste Magd des Herrn war.“

Auch heute noch kann man die Abhandlung des heiligen Kirchenlehrers Petrus Canisius über die Mutter Gottes als ein wahres Kleinod bezeichnen, das in seiner Komplexität und Tiefe unvergleichlich ist.

kath.net-Buchtipp
Katholische Marienverehrung und lauteres Christentum
Von Petrus Canisius
Übersetzt von: Josef Jordans
Hardcover, 288 Seiten
2019 Verlagsbuchhandlung Sabat
ISBN 978-3-943506-59-4
Preis Österreich: 25.70 EUR

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Lesermeinungen

 Adamo 15. September 2019 
 

Dieses Schreiben vor 400 Jahren von Petrus Canisius

ist so aktuell, als wäre er erst gestern geschrieben worden.

Sein wunderbarer letzter Absatz über die Gottesmutter Maria sollte Maria 2.0 als Leitlinie dienen, wenn sie glaubwürdig sein wollen.


3
 

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