11 September 2019, 16:00
Was verstehst du unter Gottesfurcht?
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"Doch die Huld des HERRN währt immer und ewig für alle, die ihn fürchten" - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Lucia Kirchgasser

Salzburg (kath.net)
„Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen; denn die ihn fürchten, leiden keinen Mangel.“ Psalm 34,10
„Wer ist der Mensch, der den HERRN fürchtet? Ihm weist er den Weg, den er wählen soll.“ Psalm 25,12
„Der Rat des HERRN steht denen offen, die ihn fürchten“ Psalm 25,14

„Wie groß ist deine Güte, die du bewahrt hast für alle, die dich fürchten“ Psalm 31,20
„Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über alle, die ihn fürchten.“ Psalm 103,13

„Speise gab er denen, die ihn fürchten, seines Bundes gedenkt er auf ewig. „Psalm 111,5

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„Selig jeder, der den HERRN fürchtet, der auf seinen Wegen geht!“ Psalm 128,1

Was verstehst du unter Gottesfurcht?

Seit einigen Wochen bete ich täglich, dass der Hl. Geist mich wahre Gottesfurcht lehrt, weil das für mich einer dieser Begriffe in der Bibel ist, den ich zwar ständig lese, aber unter dem ich mir einfach nichts Konkretes vorstellen kann. In diesem Wort steckt so viel drin, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Gleichzeitig ist es aber mein sehnlichster Wunsch, eine gottesfürchtige Frau nach SEINEM Herzen zu sein. So viele Verheißungen sind mit „Gottesfurcht“ verbunden. Sie ist für mich die Zusammenfassung einer tiefen Beziehung zu Gott, so wie er sie von Anfang an gedacht hat.
Mir kommen bei diesem Wort gleich Ehrfurcht, Respekt, Demut, Treue, Vertrauen, Hingabe, Anbetung, Dienen, Liebe, Lobpreis… Je länger ich über Gottesfurcht nachdenke, desto mehr tut sich für mich eine ganze Welt auf. Das ist alles so viel, dass ich schnell in ein Gefühl der Überforderung komme. Wer kann dem allem gerecht werden? Da mach ich lieber schnell wieder die Augen zu und tue so, als wäre mir der Begriff in der Bibel nie aufgefallen.

Wenn ich sie aber wieder aufmache, sehe ich, Gott geht kleine Schritte mit mir. Wahrscheinlich wird meine Lebenszeit in dieser Welt gar nicht ausreichen, um wahre Gottesfurcht zu „erlernen“, aber er fängt gerade mit einem wichtigen Kapitel an. Zurzeit lernt er mir, nicht zu vergessen, WER und WIE er ist.

Ich habe seit kurzem nämlich immer wieder sehr intensive Alpträume. Sehr reale, sehr unheimliche Alpträume. Diese Alpträume haben dazu geführt, dass ich mich mit meinen 25 Jahren eines abends dabei erwische, wie ich im Bett liege und Angst davor habe, das Licht auszumachen. Das klingt wirklich lächerlich und so kenne ich mich gar nicht, aber ich hatte tatsächlich richtig Angst. Angst vor dem, was kommen könnte. Angst vor dem Ungewissen. Und so geht es mir nicht nur mit Träumen. Diese Angst kenne ich. Sie ist da, wenn ich an meine Zukunft denke - meine Beziehung, mein Beruf, meine Gesundheit.. Sie ist da, wenn ich an diese riesigen finanziellen Brocken denke, die momentan unaufhaltsam auf mich zurollen. Sie ist da in den vielen kleinen Momenten des Alltags, wo ich mich überfordert fühle und merke, dass ich im Grunde keine Kontrolle habe.
Immer wenn in diesen Tagen dieses mulmige Gefühl in mir aufsteigt und ich innerlich panisch werde, kommt mir plötzlich aus dem Nichts der Gedanke „Gottesfurcht“. Nur dieses eine Wort.

Und immer denk ich dann: „Wow, Lucia, wenn du wirklich wüsstest, WER und WIE Gott ist, dann hättest du jetzt keine Angst.“ Und es ist wahr.

Zwei meiner größten Helden in der Bibel sind Jonatan und sein Waffenträger. (Vgl. 1 Sam 14)
Die beiden waren wirklich gottesfürchtig! Auch ein bisschen verrückt, aber auf jeden Fall gottesfürchtig.

Sie pfeifen auf Sicherheit und Komfortzone und gehen ihrem Feind geradewegs entgegen, voller Überzeugung, dass sie zu zweit diese Überzahl besiegen können, wenn Gott nur für sie ist.
„Vielleicht wird der HERR für uns handeln; für den HERRN ist es ja keine Schwierigkeit zu helfen, sei es durch viele oder durch wenige.“ 1 Sam 14,6

Man achte auf das Wort „vielleicht“! Jonatan ist losmarschiert BEVOR Gott ihm absolute Sicherheit gegeben hat. Er hat einfach beherzt auf Gott vertraut. Auf allen Vieren sind sie da hoch, ohne Schild, ohne Versicherung, nur im Vertrauen.
So mutig sein will ich auch. Nicht aus Naivität, sondern verwurzelt im Glauben an diesen lebendigen, allmächtigen, liebenden Gott, der für mich ist, der für mich sorgt. Ich muss nicht alles alleine schaffen. Ich brauche keine Angst zu haben, nicht zu genügen. ER ist genug.

Dort, wo meine Grenze ist, setzt seine Gnade an. Halleluja!

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