15 September 2019, 08:00
Schewtschuk: Bedingungen für Papstbesuch in Ukraine schaffen
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Ukraine'
Kiewer griechisch-katholischer Großerzbischof traf in Rom auch mit Vatikan-Chefdiplomat Kardinal Parolin zusammen

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der ukrainische Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk hat Papst Franziskus erneut in die Ukraine eingeladen. Er habe auch mit dem vatikanischen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin über die nötigen Bedingungen einer Papstreise gesprochen, sagte das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine vor Journalisten in Rom. Dabei gelte es, "die Empfindlichkeiten der größten Kirche in der Ukraine zu berücksichtigen, die derzeit die ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats ist", so Schewtschuk am Mittwoch.

Werbung
kathtreff


Das Verhältnis zwischen der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine und der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats gilt als schwierig. Dies ist zum einen historisch begründet. So hatte die kommunistische sowjetische Führung die griechisch-katholische Kirche 1946 verboten und ihre Zwangsvereinigung mit der russisch-orthodoxen Kirche angeordnet. Erst 1989 kam die griechisch-katholische Kirche der Ukraine wieder aus dem Untergrund. In jüngerer Zeit sorgten die Verlegung des Hauptsitzes der Kirche von Lviv (Lemberg) nach Kiew 2005 und die Errichtung neuer Kirchenbezirke in der Ostukraine für Spannungen mit der orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats.

Mit Blick auf innerorthodoxe Spannungen sagte Schewtschuk: "Wenn die Einheit im Namen politischer oder geopolitischer Gründe gebrochen wird, fehlt etwas. Dann müssen wir alle eine Umkehr vollziehen, zur Einheit mit Gott und den Brüdern."

Die Bischöfe der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine hatten sich bis Dienstag in Rom zu einer Synode versammelt. Dabei berieten die insgesamt 47 Kirchenführer Fragen zum Thema "Einheit und Gemeinschaft im Leben und Zeugnis der ukrainischen Kirche heute". Zu Beginn ihrer zehntägigen Versammlung waren die Bischöfe mit Papst Franziskus zusammengetroffen.

Die griechisch-katholische Kirche der Ukraine ist die größte katholische Ostkirche. Ihre Liturgie feiert sie im byzantinischen Ritus. Sie hat ein eigenes Kirchenrecht und steht zugleich in Einheit mit dem Papst. Zu ihr bekennen sich nach Angaben des Vatikan weltweit rund 4,5 Millionen Christen. In der mehrheitlich orthodoxen Ukraine ist etwa jeder zehnte Einwohner griechisch-katholisch.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto Großerzbischof Schewtschuk (c) Ukrainische griechisch-katholische Kirche

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!













Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

'Epidemie ist göttliches Eingreifen, um Welt und Kirche zu reinigen' (133)

"Kirche, wo bist du?" (73)

Kardinal Pell freigesprochen! (72)

Für alle, die sich um den ‚Day After’ der Pandemie sorgen (67)

Corona-Irrsinn im deutschen Jesuitenorden (56)

Österreichs Bischöfe sperren während Osterliturgie die Kirchen zu! (43)

Ist während Corona-Pandemie freitags Fleischgenuss erlaubt? (32)

Tück kritisiert Theologenvorschlag "Gedächtnismahl ohne Geweihte" (27)

kath.net in Not! (18)

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein (18)

Schönborn: Corona keine "Strafe Gottes", aber Nachdenkimpuls (15)

Katholiken aus Berlin klagen gegen Gottesdienst-Verbot (15)

Neues Vatikanjahrbuch: Papst nicht mehr "Stellvertreter Christi"? (14)

Vatican News: Coronavirus ist ‚Verbündeter der Erde’ (14)

Lateinamerikas Bischöfe weihen Kontinent der Madonna von Guadalupe (14)