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Papst an Bartholomaios: Ökumene braucht "mutige Schritte"

14. September 2019 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Franziskus erläutert in Schreiben an das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie seine historische Geste von Ende Juni, als er dem Patriarchen von Konstantinopel einige Knochenfragmente aus dem Petrusgrab unter der vatikanischen Basilika schenkte


Vatikanstadt (kath.net/KAP/red) Der Weg der ökumenischen Annäherung zwischen Katholiken und Orthodoxen braucht nach Worten von Papst Franziskus "neue, mutige Schritte". Schwierigkeiten und Meinungsverschiedenheiten dürften nicht davon abhalten, schrieb er in einem am Freitag veröffentlichten Brief an Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie. Als Christen und besonders als Hirten der Kirche trügen sie eine Pflicht und Verantwortung für die Ökumene "gegenüber Gott und der Geschichte".

Der Brief des Papstes datiert auf den 30. August, wurde aber erst jetzt vom vatikanischen Presseamt verbreitet. Franziskus erläutert darin, warum er Bartholomaios I. Ende Juni einige Knochenfragmente aus dem Petrusgrab unter der vatikanischen Basilika schenkte. Mit der historischen Geste wurden erstmals Reliquien des ersten Bischofs von Rom an den Bischof der Schwesterstadt am Bosporus übergeben. Unter den Katholiken gab es damals zu diesem Schritt sowohl Zustimmung wie auch Kritik.


Franziskus schreibt, "in dem Frieden, der aus dem Gebet stammt", habe er "gespürt, dass es hochbedeutsam wäre, wenn einige Fragmente der Reliquien des Apostels Petrus neben die Reliquien des Apostels Andreas gestellt würden, der als himmlischer Patron der Kirche von Konstantinopel verehrt wird". Der Papst verwies auf eine Ikone, die der frühere Patriarch Athenagoras 1964 zum Beginn ökumenischer Beziehungen Papst Paul VI. (1963-78) schenkte und die Petrus und Andreas in Umarmung zeigt. Die beiden Apostel waren nach biblischer Überlieferung Brüder.

Nachdem bei archäologischen Untersuchungen 1939 unter dem Petersdom der mutmaßliche Begräbnisort des Apostels Petrus entdeckt worden war, kam bei weiteren Forschungen 1952 eine Grabnische mit Resten menschlicher Gebeine zutage. Von diesen ließ Paul VI. neun Fragmente für seine Privatkapelle im Apostolischen Palast entnehmen. Die Kapelle wird von Papst Franziskus seit seinem Umzug ins vatikanische Gästehaus Santa Marta nicht mehr benutzt.

Nach dem Gottesdienst zum römischen Patronatsfest Peter und Paul am vergangenen 29. Juni führte der Papst laut Medienberichten den Leiter der orthodoxen Delegation aus Istanbul, Erzbischof Job von Telmessos, überraschend in den Apostolischen Palast, um ihm die Bronzeschatulle mit den Knochensplittern als Geschenk für seinen "Bruder" Bartholomaios I. zu überreichen.

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