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Erzbistum Köln – Stadtdechant Hennes entpflichtet - Amtsenthebung

18. September 2019 in Deutschland, 14 Lesermeinungen
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Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat Monsignore Ulrich Hennes mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Stadtdechant in Düsseldorf entbunden. Zugleich wurde gegen Hennes ein Verfahren zur Amtsenthebung als Pfarrer eingeleitet.


Köln (kath.net/pek)
Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat Monsignore Ulrich Hennes mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Stadtdechant in Düsseldorf entbunden. Zugleich wurde gegen Hennes ein Verfahren zur Amtsenthebung als Pfarrer eingeleitet; bis zum Abschluss dieses Verfahrens bleibt Hennes beurlaubt.

Wie Generalvikar Markus Hofmann nach Abschluss der kirchenrechtlichen Vorprüfung am Donnerstag mitteilte, liegen gegen Hennes glaubwürdige Berichte vor, die das Vertrauen in den Priester nachhaltig erschüttern und eine Amtsenthebung durch den Erzbischof zwingend notwendig machen. Danach soll Hennes an einem damals 20 Jahre alten Mann, der sich in einem seelsorglichen Gespräch ratsuchend an ihn gewandt hatte, sexuelle Handlungen vorgenommen haben. Die Staatsanwaltschaft hat das Vorliegen einer Straftat ausgeschlossen, weil der Mann zum Zeitpunkt des angegebenen Vorfalls bereits volljährig war und verneint hatte, dass die sexuellen Handlungen gegen seinen ausdrücklichen Willen stattfanden. Dennoch, so Pfarrer Mike Kolb, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge-Personal , stelle das geschilderte Verhalten von Hennes ein schweres Vergehen dar, denn er habe das besondere Vertrauen, das ihm als Priester entgegengebracht wurde, für seine Interessen ausgenutzt. Im Vorfeld des ersten seelsorglichen Kontaktes habe Hennes von den homosexuellen Neigungen des jungen Mannes erfahren.

Hennes bestreitet, dass es zu sexuellen Handlungen gekommen ist. Die Verantwortlichen des Erzbistums und der Generalvikar halten die Aussage des Betroffenen gleichwohl für glaubwürdig, zumal er eine eidesstattliche Versicherung abgegeben hat und fünf Personen benennen konnte, denen er in zeitlicher Nähe zum damaligen Geschehen von der für ihn verstörenden Begegnung mit dem Priester berichtet hatte. Alle fünf genannten Personen haben die Aussagen des Betroffenen bestätigt und ihrerseits eidesstattliche Versicherungen unterschrieben.

Kardinal Woelki erklärte: „Es ist grundsätzlich wichtig, dass wir jeden Hinweis ernst nehmen und den Betroffenen Glauben schenken. Wir müssen uns, so gut es geht, in ihre Lage versetzen. Im vorliegenden Fall müssen wir davon ausgehen, dass ein Priester die seelsorgliche Notlage eines jungen Mannes sexuell ausgenutzt hat. Vor diesem Hintergrund ist das Vertrauen in Monsignore Hennes tief erschüttert.“

Zur Amtsenthebung als Pfarrer der Düsseldorfer Pfarrei St. Lambertus werden jetzt Pfarrkonsultoren zu Rate gezogen, die nach geltendem Kirchenrecht die Entscheidung des Erzbischofs bestätigen müssen. Es ist davon auszugehen, dass dieses Verfahren nur wenige Wochen in Anspruch nehmen wird. Gegen eine Entscheidung zur Amtsenthebung kann Monsignore Hennes sodann Berufung einlegen; damit würde der Fall an die zuständigen Stellen in Rom verwiesen. Für die Dauer des Berufungsverfahrens bliebe die Beurlaubung wirksam.

Der Erzbischof hatte Hennes am 19. März dieses Jahres zunächst beurlaubt und alle Hinweise an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergegeben. Erst nach Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen konnte im Juni die kirchen- und disziplinarrechtliche Vorprüfung des Falles beginnen.


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Lesermeinungen

 Lämmchen 19. September 2019 
 

@Tisserant

ein Beispiel aus meinem persönlichen Umfeld: ein Mann, mittlerweile Ende 30, wurde in seiner Jugendzeit von seinem Cousin wiederholt missbraucht. Er hat geschwiegen bis zu dem Zeitpunkt, als besagter Cousin Jugendtrainer wurde. Das war für ihn der Zeitpunkt für die Anzeige, so viele Jahre später. Ergebnis: seine Familie hat mit ihm gebrochen....


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 Sebi1983 19. September 2019 
 

Sehr mutig, Herr Kardinal!

Meinen Respekt für Ihre klare Haltung, Herr Kardinal.

Zu oft wurden Homo-Übergriffigkeiten von Priester auf Erwachsene viel zu lange unter den Teppich gekehrt (siehe das Drama um Ex-Kardinal McCarrick in den USA).


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 matthieu 19. September 2019 
 

schwierig

Ich weiß wohl, dass gerade die Heimlichkeit es für ein MIssbrauchsopfer so schwierig macht. Aber reicht die Aussage des Opfers tatsächlich aus? Ich hoffe, dass diejenigen, die es beurteilen gute Menschenkenntnis haben


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 doda 19. September 2019 

Missbrauch wird deutlich später gemeldet, da dieser oft zunächst verdrängt wird


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 Hadrianus Antonius 19. September 2019 
 

@Iesa

Antwort schon gegeben ;-)


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 Hadrianus Antonius 19. September 2019 
 

@Tisserant Eine interessante Frage

In dem Fall "Anneke" ("Broeder van Liefde" Emiel Ceustermans/alias "Broeder P****") (Belgien, Westflandern 1995) zeigte das Opfer sich sofort seelisch traumatisiert; die Mutter ermittelte sofort und erhob sofort Klage.
Angesprochen auf den vielen Mißbrauch in Priesterseminarien fiel einmal der knackoige Satz: "Es ist kein Kindesmißbrauch".
Stimmt, in Seminarien sitzen nur Mehrjährige.
De facto handelt es sich immer um Homophile, die Freundschaft suchen, links und rechts liebäugeln und von dem Kastegeist inklusiv angesehene Position, Selbstdarstellungsmöglichkeit und guten Verdienstmöglichkeiten betört sind.
Und natürlich sehr wenig Mut und sehr viel Angst- darum auch ein spätes Coming out.
Criminalistisch-technisch schwierig und ungeschickt, ja.
Sehr viel Frust, enttäuschte Liebe und Scheinheiligkeit.
Keuschheit: null.
Für ein öffentliches geistliches Amt: unmöglich.
Die Eremitenzellenklöstern geraten rasch überfüllt.


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 lesa 19. September 2019 

@Tisserant: Ihre Frage scheint berechtigt.


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 SpatzInDerHand 19. September 2019 

@Tisserant: Auch im weltlichen Bereich melden sich Opfer oft spät oder gar nicht.

Deshalb kann man dieses Kriterium nicht zur Wahrheitsfindung heranziehen. Und Sie wissen ja obendrein nicht, ob er es nicht doch gemeldet hatte, einem anderen Priester beispielsweise, einem Vertuscher, der ihm dann riet, das um der Kirche willen zu verschweigen.

Ich selbst habe übrigens mehrfach sexuelle Belästigung erlebt: zwei eindeutige Fälle des Begrapschens im Sportbereich, ein eindeutiger Fall beim Zugfahren - alles habe ich nicht der Polizei gemeldet. Obendrein noch einen grenzwertigen Fall direkt nach einer Beichte... oooookay, könnte sein, dass dieser Jesuit die viel zu herzliche Umarmung nicht so meinte, wie sie bei mir ankam... ich floh jedenfalls aus dieser Umarmung (offiziell eine Art Friedensgruß nach meiner Beichte) und RANNTE weg... Das alles ist geschehen, obwohl ich das nie gemeldet habe und vermutlich auch nie melden werde.


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 Hadrianus Antonius 19. September 2019 
 

Unverständliche Postings

Die Erfahrung diesbezüglich lernt, daß wenn substanziell untermauerte Vorwürfe auftreten, meistens noch mehr Substanzielles ans Licht kommt und -was bei der Veranlagung typisch ist- von anderen Personen/Opfern noch mehr Klagen und Vorwürfen kommen.
Was das mit "invidia clericalis" zu tun hat, weiß ich nicht: in den letzte 30 Jahren sind mir kaum Fälle von Mißbrauch in Soutane bekannt, und Beichtstühle wurden auch nicht zu Splitterholz geschlagen.
Und ein Befreundetsein mit Kard. Woelki spielt keine Rolle: VanGheluwe war sehr gut befreundet mit Kard. Danneel, und Danneels sehr gut befreundet mit PFranziskus.
Und René Stockman FC, Generaloberer der "Brüder von Liebe", höchster Belgier im Vatikan und eng mit PFranziskus verbunden, ist ein breit-öffentlich und gerichtspolizeilich dokumentierter Pädophilievertuscher und Pädobeschützer- "Misericordia für die Täter und nix für die Opfer".
Game over


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 Tisserant 19. September 2019 

Ich möchte den ehemaligen Dechanten Hennes nicht in Schutz nehmen, jedoch frage ich mich, weshalb der damals junge Mann, sich erst 2019 gemeldet hat!?
Der Vorfall ereignete sich 2001.
18 Jahre sind seitdem vergangen.
Im Grunde schon längst verjährt.
Bitte ich verweise noch einmal darauf, dass ich dies weder relativieren noch entschuldigen möchte, hinterfragen aber auch das Verhalten des heutigen 39 jährigen, nach so langer Zeit erst aktiv zu werden.


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 Rita1937 18. September 2019 
 

Ist nicht die "invidia clericalis" auch ein bisschen dahinter??? Wenn er mit K. Wölki gut befreundet war?


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 richrose 18. September 2019 
 

Da hat der hl. Lambertus, dessen Gedenktag wir heute feiern, ganze Arbeit geleistet

war er bereits zu Lebzeiten als Bischof schon sehr darauf bedacht, dass Sitte und Moral eingehalten werden, was ihm dann schliesslich - ähnlich einem Johannes dem Täufer - seinen Kopf gekostet hat.


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 Ehrmann 18. September 2019 

Und keine Reaktion auf die Bezeichnung von traditionellen Christen als Krebsgeschwüre in Köln?


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 winthir 18. September 2019 

danke, für die präzise Berichterstattung.

ansonsten fehlen mir erstmal die Worte.

winthir.


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