Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  4. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  5. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  10. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  13. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  14. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  15. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter

Zur Freiheit erkoren

25. September 2019 in Jugend, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Liebe Gottes scheint wie die Kuppel des Petersdoms, mächtig und gewaltig, überall am Horizont zu erblicken - Die Jugendkolumne von kath.net - Diese Woche ein Beitrag von Dubravka Križić


Rom (kath.net)
In Rom gibt es eine Straße (Via Niccolo Piccolomini) mit einem wunderschönen und doch irrealen Blick auf die Kuppel des Petersdoms: wenn man sich der Kuppel nähert wird sie kleiner, wenn man sich von ihr entfernt wird sie größer. Es handelt sich um eine optische Täuschung, die dadurch entsteht, dass die Straße in Richtung Kuppel immer weiter wird, was die Kuppel kleiner erscheinen lässt. In die entgegengesetzte Richtung wird die Straße immer enger und kleiner und so wirkt die Kuppel umso größer, wenn man sich von ihr entfernt.

So sieht es wohl auch oft im Leben aus. Wenn man schon in die richtige Richtung läuft, warum wird das Ziel dann immer kleiner? Und läuft man dann doch in die andere Richtung wirkt das Ziel zwar greifbarer aber erreichen kann man es trotzdem nicht. Das Leben wirkt selbst wie eine optische Täuschung, ohne dass wir es merken. Wenn wir uns nur erheben würden und vom Himmel aus die Wege betrachten könnten; alles würde ganz klar und einfach werden, keine falschen Wirklichkeiten würden uns mehr von unserem Wege abbringen können, denn der Weg und das Ziel ist nur Einer.


Doch inmitten dieser Straße sieht man oft den Himmel nicht und die ganze Qual des irdischen Lebens verdeckt eine klare und freie Sicht auf die Dinge. Warum sollte der Mensch in dem ganzen Leid auch auf Gott vertrauen? Wenn Gott aber gut ist, ist dann nicht auch Sein Tun uns gegenüber gut?

In einem ihrer Briefe schreibt Flannery O´Connor: „Die ganze menschliche Natur sträubt sich hartnäckig gegen Gnade, denn Gnade verwandelt uns von Grund auf und es ist dieser Wandel, der schmerzhaft ist.“ (The Habit of Being: Letters of Flannery O´Connor)

Der Mensch gewöhnt sich an seinen Schmerz, seine Wunden, seine Schwächen und sein scheinbares Wohl. Er versteckt sich hinter jenen Dingen, denn er weiß nicht wer er ohne sie ist. Wenn man sein ganzes Leben lang Wunden in sich trägt, erkennt man sich selbst nicht mehr ohne sie. Wandel wirkt dann als würde unser ganzes Sein – wer und was wir sind – zunichte gehen, als würde uns unser Selbst genommen werden, als würden wir durch Gottes Gnade unseren freien Willen verlieren. Und doch, der Mensch allein weiß nicht frei zu sein. Wir lassen uns täuschen und werden blind für das was eigentlich wirklich ist. Gottes Gnade steht mitten vor unserer Tür und wir wollen das Klopfen nicht hören.
In einer von O´Connors Geschichten (The Violent Bear It Away) hört der junge Protagonist Tarwater eine Stimme, den Fremden, der später zu seinem Freund wird. Die Stimme sagt zu ihm, er müsse endlich eine Entscheidung treffen, woraufhin Tarwater antwortet: „Ja, entscheiden...zwischen Christus und dem Teufel.“ Die Stimme erwidert darauf: „Nein! Die Entscheidung liegt nie zwischen Christus und dem Teufel, sondern zwischen Christus und dir selbst.“

Es ist die Stimme des Bösen, die uns einflößen möchte, dass der Weg mit Christus eine Entscheidung gegen uns selbst ist. Gott aber hat uns nicht erschaffen um nicht zu sein. Er hat uns nicht geformt um formlos zu sein. In ihren Geschichten beschreibt O´Connor den Menschen in seiner äußersten und abscheulichsten Empörung Gott gegenüber. Es sind düstere und unheimliche Erzählungen, denn der Mensch, der Gott nicht will und Ihn auslässt, verfällt in die Hände des Bösen. Durch diese schaurige Darstellung des Falls des Menschen zeigt O´Connor, dass wir ohne Gott nicht frei sein können und dass wir, gerade um Mensch zu sein, Gott brauchen.

Die Liebe Gottes scheint wie die Kuppel des Petersdoms, mächtig und gewaltig, überall am Horizont zu erblicken. Wir jedoch laufen auf der Straße und meinen sie nie erreichen zu können. Hierin sind wir nicht frei. Alleine schaffen wir es nicht, uns zu erheben. Jesus sagt: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaft meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien.“ (Joh 8,32)
Christus ist Weisheit, Er selbst ist die Wahrheit, die uns aus diesen Fesseln befreit und uns erhebt damit wir sehen wer wir wirklich sind, ohne all den Schmerz und die Bürden.

Er lässt uns in dem unendlichen Ozean Seiner Liebe versinken und hier sind wir wirklich frei, denn indem wir uns in Ihm verlieren, finden wir uns selbst.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Jugendkolumne

  1. Wovor beugst du das Knie?
  2. Dein Glaube und die Herrlichkeit Gottes
  3. Wenn Gott dich ruft: Bist du da?
  4. Brennt dein Herz noch für Gott?
  5. Der Friede, den Gott dir nachwirft
  6. Ruhelos in der Welt, doch ruhig in Christus
  7. Jesu Kreuzesopfer und dein Bekenntnis
  8. Gnade in jedem Augenblick
  9. Die Sehnsucht Christi nach dir
  10. Gerufen, das Blut Christi zu lieben







Top-15

meist-gelesen

  1. Die Würde des Menschen kennt keine Grenze: In den Augen Gottes ist niemand unsichtbar
  2. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  3. „Die hl. Märtyrer von Międzyrzecz waren Menschen aus Fleisch und Blut, die bereit waren…“
  4. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  5. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  6. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  7. Wer ist der Mann auf dem Tuch?
  8. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  9. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  10. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  11. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  12. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  13. Fast der gleiche Glaube?
  14. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  15. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz