Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  2. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  3. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  4. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  5. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  6. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  7. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  8. Die Stunde der Heuchler
  9. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  10. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  11. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  12. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  13. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  14. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition
  15. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich

Zur Freiheit erkoren

25. September 2019 in Jugend, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Liebe Gottes scheint wie die Kuppel des Petersdoms, mächtig und gewaltig, überall am Horizont zu erblicken - Die Jugendkolumne von kath.net - Diese Woche ein Beitrag von Dubravka Križić


Rom (kath.net)
In Rom gibt es eine Straße (Via Niccolo Piccolomini) mit einem wunderschönen und doch irrealen Blick auf die Kuppel des Petersdoms: wenn man sich der Kuppel nähert wird sie kleiner, wenn man sich von ihr entfernt wird sie größer. Es handelt sich um eine optische Täuschung, die dadurch entsteht, dass die Straße in Richtung Kuppel immer weiter wird, was die Kuppel kleiner erscheinen lässt. In die entgegengesetzte Richtung wird die Straße immer enger und kleiner und so wirkt die Kuppel umso größer, wenn man sich von ihr entfernt.

So sieht es wohl auch oft im Leben aus. Wenn man schon in die richtige Richtung läuft, warum wird das Ziel dann immer kleiner? Und läuft man dann doch in die andere Richtung wirkt das Ziel zwar greifbarer aber erreichen kann man es trotzdem nicht. Das Leben wirkt selbst wie eine optische Täuschung, ohne dass wir es merken. Wenn wir uns nur erheben würden und vom Himmel aus die Wege betrachten könnten; alles würde ganz klar und einfach werden, keine falschen Wirklichkeiten würden uns mehr von unserem Wege abbringen können, denn der Weg und das Ziel ist nur Einer.


Doch inmitten dieser Straße sieht man oft den Himmel nicht und die ganze Qual des irdischen Lebens verdeckt eine klare und freie Sicht auf die Dinge. Warum sollte der Mensch in dem ganzen Leid auch auf Gott vertrauen? Wenn Gott aber gut ist, ist dann nicht auch Sein Tun uns gegenüber gut?

In einem ihrer Briefe schreibt Flannery O´Connor: „Die ganze menschliche Natur sträubt sich hartnäckig gegen Gnade, denn Gnade verwandelt uns von Grund auf und es ist dieser Wandel, der schmerzhaft ist.“ (The Habit of Being: Letters of Flannery O´Connor)

Der Mensch gewöhnt sich an seinen Schmerz, seine Wunden, seine Schwächen und sein scheinbares Wohl. Er versteckt sich hinter jenen Dingen, denn er weiß nicht wer er ohne sie ist. Wenn man sein ganzes Leben lang Wunden in sich trägt, erkennt man sich selbst nicht mehr ohne sie. Wandel wirkt dann als würde unser ganzes Sein – wer und was wir sind – zunichte gehen, als würde uns unser Selbst genommen werden, als würden wir durch Gottes Gnade unseren freien Willen verlieren. Und doch, der Mensch allein weiß nicht frei zu sein. Wir lassen uns täuschen und werden blind für das was eigentlich wirklich ist. Gottes Gnade steht mitten vor unserer Tür und wir wollen das Klopfen nicht hören.
In einer von O´Connors Geschichten (The Violent Bear It Away) hört der junge Protagonist Tarwater eine Stimme, den Fremden, der später zu seinem Freund wird. Die Stimme sagt zu ihm, er müsse endlich eine Entscheidung treffen, woraufhin Tarwater antwortet: „Ja, entscheiden...zwischen Christus und dem Teufel.“ Die Stimme erwidert darauf: „Nein! Die Entscheidung liegt nie zwischen Christus und dem Teufel, sondern zwischen Christus und dir selbst.“

Es ist die Stimme des Bösen, die uns einflößen möchte, dass der Weg mit Christus eine Entscheidung gegen uns selbst ist. Gott aber hat uns nicht erschaffen um nicht zu sein. Er hat uns nicht geformt um formlos zu sein. In ihren Geschichten beschreibt O´Connor den Menschen in seiner äußersten und abscheulichsten Empörung Gott gegenüber. Es sind düstere und unheimliche Erzählungen, denn der Mensch, der Gott nicht will und Ihn auslässt, verfällt in die Hände des Bösen. Durch diese schaurige Darstellung des Falls des Menschen zeigt O´Connor, dass wir ohne Gott nicht frei sein können und dass wir, gerade um Mensch zu sein, Gott brauchen.

Die Liebe Gottes scheint wie die Kuppel des Petersdoms, mächtig und gewaltig, überall am Horizont zu erblicken. Wir jedoch laufen auf der Straße und meinen sie nie erreichen zu können. Hierin sind wir nicht frei. Alleine schaffen wir es nicht, uns zu erheben. Jesus sagt: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaft meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien.“ (Joh 8,32)
Christus ist Weisheit, Er selbst ist die Wahrheit, die uns aus diesen Fesseln befreit und uns erhebt damit wir sehen wer wir wirklich sind, ohne all den Schmerz und die Bürden.

Er lässt uns in dem unendlichen Ozean Seiner Liebe versinken und hier sind wir wirklich frei, denn indem wir uns in Ihm verlieren, finden wir uns selbst.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Jugendkolumne

  1. Der Friede, den Gott dir nachwirft
  2. Ruhelos in der Welt, doch ruhig in Christus
  3. Jesu Kreuzesopfer und dein Bekenntnis
  4. Gnade in jedem Augenblick
  5. Die Sehnsucht Christi nach dir
  6. Gerufen, das Blut Christi zu lieben
  7. Große Veränderung beginnt von kleinen Fortschritten
  8. Berufen zur Blume im Garten Gottes
  9. Er macht seine Pläne mit deiner Verwundbarkeit
  10. Wenn du heute vor Jesus stehen würdest ...






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  6. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  7. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  8. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  9. Die Stunde der Heuchler
  10. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  11. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder
  12. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  13. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  14. Berichte über neue Wunder des Hl. Charbel in den USA und im Libanon
  15. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz