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Häuptling des Macuxí-Stammes kritisiert „heidnische“ Vatikanzeremonie

10. Oktober 2019 in Aktuelles, 22 Lesermeinungen
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Rechtsanwalt und Mathematiker Jonas Marcolino Macuxí: „Ich sehe die Befreiungstheologie als eine Lehre, die die Menschen nicht von Sünde, Diebstahl und Lüge befreit, sondern von Technologie und anderen Dingen, die ihr Leben fördern könnten.“


Vatikan (kath.net/pl) Eine Zeremonie in den Vatikanischen Gärten, bei der Papst Franziskus in indigene Traditionen involviert war, wurde vom Rechtsanwalt und Mathematiker Jonas Marcolino Macuxí als „heidnisch“ eingestuft. Marcolino ist der Häuptling des südamerikanischen indigenen Stammes der Macuxí. Er äußerte dies im Interview mit Diane Montagna für „LifeSiteNews“(siehe Video unten) am Rand einer Konferenz in Rom. Der Rechtsanwalt war gefragt worden, ob ihm irgendetwas in der Zeremonie als Teil der indigenen Kultur „vertraut“ vorgekommen sei oder ob er das eher als christlich oder eher als ursprünglicher [„primitiv“] einstufe, antwortete er, dass es entschieden „heidnisch“ („pagan“] ausgesehen habe, es sei „zu 100 Prozent eine heidnische Zeremonie“ gewesen. Marcelino äußerte seine Besorgnis, dass die umstrittene Zeremonie von Befreiungstheologen organisiert worden sei.

Häuptling Marcolino war – trotz seiner inzwischen hervorragenden Ausbildung - in den ersten 18 Jahren seines Lebens Analphabet gewesen. Er ist katholisch getauft, wurde aber inzwischen evangelikaler Christ, unter anderem auch wegen des Zustandes der katholischen Kirche in seiner Region.


Der gebildete Indio wies außerdem darauf hin, dass weiterhin noch immer einige Stämme Kinder töten, die mit Behinderungen geboren werden. Diese barbarische Praxis bestehe seiner Einschätzung nach deshalb weiter, weil „sogar die Bischöfe in der Gegend zu den Menschen sagen, dass sie zu ihren alten Wegen zurückkehren müssen, weil sie viel besser wären als die Sitten und Gebräuche der modernen weißen Gesellschaft.“ Wenigstens werde von seinem Stamm der Kannibalismus inzwischen nicht mehr praktiziert.

Seiner Ansicht nach seien die Indios, die an der umstrittenen Vatikanzeremonie mit der Statue einer nackten schwangeren Frau teilnahmen, „von Menschen der Befreiungstheologie völlig dominiert und ausgenutzt worden“. Er sorge sich darüber, dass viele derjenigen, die Papst Franziskus auf der Amazonas-Synode beraten, ähnliche Formen der Befreiungstheologie vertreten, sowie dass indigene Repräsentanten, die zur Synode eingeladen wurden, „indoktriniert wurden, um in ihrem ursprünglichen Zustand zu bleiben“. Die von der Befreiungstheologie beeinflussten Missionare würden versuchen, die Entwicklung in seiner Heimatregion zu verhindern, um so die indigenen Völker in Armut und Elend zu halten, mit Häusern voller Fledermäuse und mit Füßen, die von Insekten zerfressen seien. Marcelino wörtlich: „Ich sehe die Befreiungstheologie als eine Lehre, die die Menschen nicht von Sünde, Diebstahl und Lüge befreit, sondern von Technologie und anderen Dingen, die ihr Leben fördern und sie von der Barbarei abbringen könnten.“

Hintergrund: In der von Papst Franziskus besuchten Zeremonie waren eine Statue mit einer nackten schwangeren Frau in den Mittelpunkt gestellt worden (siehe Video unten). Der Zusammenhang der nackten Schwangeren zum eigentlichen Thema der Zeremonie – Gedenktag des hl. Franz von Assisi – erschloss sich dem Beobachter nicht unmittelbar, sie sollte möglicherweise die auch beim hl. Franz von Assisi stark betonte Schöpfung symbolisieren. Teilweise wurde die Statue nachträglich als Symbol für die „Mutter Erde“, genauer als die in südamerikanischen Naturreligionen verehrte Göttin Pachamama, interpretiert. Die gestaltete Mitte wurde von der deutschsprachigen Ausgabe von „Radio Vatikan“ als „Mandala“ bezeichnet, einem Begriff, der eigentlich zu den indischen Religionen gehört, wie die Sprecherin auch ausführlich erläutert. Auf die Erklärung, was die Statue der nackten Frau zu bedeuten hat, verzichtete die Sprecherin der deutschsprachigen „Vatican News“. Das Bildmaterial zeigt sowohl zwei Statuen wie auch eine Statue schwangerer Nackter in der Mitte.

LifeSiteNews - Interview mit Häuptling Jonas Marcolino Macuxí (englisch-spanisch)


Papst Franziskus – Das umstrittene Franziskusfest in den Vatikanischen Gärten - Mit Amazonasindianern - Mit der Statue der schwangeren nackten Frau


Foto (c) LifeSiteNews


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