Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Hamburger Erzbischof Heße meint: 'Christus ist nicht Mann geworden'
  2. "Haltet immer zum Papst, und ihr werdet Christus nie verlieren!"
  3. Bätzing: „Es gibt keine Tendenzen in irgendeiner Weise, uns als Nationalkirche abzuspalten“
  4. Ein unheiliger Zorn von Bischof Bätzing
  5. „Aus den Kirchen und ihren Amtsträgern waren bisher keine kritischen Stimmen zu hören“
  6. "Religion nicht instrumentalisieren"
  7. Diese Ablehnung aus Rom war deutlich genug
  8. "Aus dem Star, der Himmel und Erde gemacht hat, wird also ein Sternchen. Kyrie eleison!"
  9. Kardinal Koch: Papst hat seine Sorge über Deutschland geäußert
  10. Vatikanischer Kurienpräfekt Becciu verliert Kardinalsrechte
  11. Woelki: „Ich bin gerne bereit mich auf einen Dialog über Lebenswirklichkeiten einzulassen“, aber…
  12. DBK: Flachsbarths „She decides“-Engagement geht auf ihre Verantwortung als Staatssekretärin zurück
  13. Oster: „Irritierend, dass Sie nicht auf Problematik des ungeschützten jungen Lebens eingehen“!
  14. USA gegen ‚sexuelle und reproduktive Rechte’ in UNO-Resolution zu Covid-19
  15. Corona: Schönborn nimmt Politiker in Schutz gegen Vorwürfe

Vor 25 Jahren erschien das erste private Buch eines Papstes

18. Oktober 2019 in Buchtipp, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Die Schwelle der Hoffnung überschreiten" von Johannes Paul II. wurde in 50 Sprachen übersetzt und mehr als 20 Millionen Mal verkauft - Der Bestseller hatte eine ungewöhnliche Vorgeschichte - Von Johannes Schidelko


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Päpste erlassen Enzykliken, verfassen Dekrete und apostolische Schreiben, Predigten und Lehrschreiben. Dass sie darüber hinaus auch private Bücher schreiben und sogar Interviews gewähren, ist noch relativ neu. Franziskus hat inzwischen mehr als ein Dutzend großer Presseinterviews gegeben, Benedikt XVI. verfasste ein dreiteiliges Werk über Jesus von Nazareth und veröffentlichte mehrere Interview-Bücher. Den Anfang machte aber schon Johannes Paul II.: Vor 25 Jahren, am 20. Oktober 1994, erschien sein Buch "Die Schwelle der Hoffnung überschreiten". Das Werk wurde ein Bestseller, in über 50 Sprachen übersetzt und mit mehr als 20 Millionen Exemplaren verkauft.

Das 250-seitige Buch war eine Premiere - mit einer ungewöhnlichen Vorgeschichte. Geplant war es als Fernseh-Interview, das aber nie zustande kam. Johannes Paul II. hatte der italienischen RAI zum 15. Pontifikatsjubiläum 1993 ein Gespräch zugesagt. Als Interviewer stand der katholische Publizist Vittorio Messori bereit, der schon neun Jahre zuvor ein vielbeachtetes Interviewbuch mit Joseph Ratzinger "Zur Lage des Glaubens" publiziert hatte.


Die TV-Premiere scheiterte am dichten Programm des Papstes. Jedoch fand Johannes Paul II. offensichtlich Interesse an den 20 schriftlich vorgelegten Fragen - und beantwortete sie, schriftlich. Ein halbes Jahr später übergab der damalige Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls dem überraschten Messori einen dicken Briefumschlag mit dem Manuskript des Papstes - zur freien Verfügung.

Werk mit autobiografischen Zügen

So ungewöhnlich wie die Vorgeschichte waren auch Zuschnitt und Inhalt des Interview-Buches, das weniger einem Gespräch glich als einer Serie von Reflexionen und Abhandlungen zu gegebenen Stichworten. Es ist ein theologisches, ein philosophisches Werk, mit vielen autobiografischen Zügen. Messori verzichtete auf klassische Journalistenfragen, auf kirchliche oder politische Tagesaktualität, auf heiße Eisen von Zölibat bis Sexualmoral.

Vielmehr stellte er dem Papst Grundfragen des christlichen Glaubens. Johannes Paul II. sprach über Gebet und Gottesbeweise, über christliche Hoffnung, menschliche Würde und ewiges Leben. Er hob die Vernünftigkeit des Glaubens und seine erlösende Perspektive hervor, verband eigene Erfahrungen mit Ermahnungen und theologischen Spekulationen. Das Buch zeigte einen Papst, der die Sorge um den Menschen im Mittelpunkt seines Lehramtes stellt. Der auf die tiefsten Ängste der Menschen in der heutigen Zeit eingeht, auf die er mit seinem am Wahltag formulierten Motto antwortet: "Fürchtet euch nicht".

Da es kein lehramtliches Schreiben war, sollte das Buch nicht im Vatikan erscheinen. Der Mailänder Mondadori-Verlag erhielt den Zuschlag, nahm die Veröffentlichungen in die Hand, die deutsche Ausgabe erschien bei Hoffmann und Campe. Präsentiert wurde das Buch in einem Mailänder Krankenhaus, exakt ein Jahr nach dem geplanten TV-Termin - vom damaligen Kardinalpräfekten Joseph Ratzinger. Da im Vatikan gerade eine Weltbischofssynode (über das Ordensleben) das mediale Interesse anzog, hielt sich die Aufmerksamkeit in Grenzen.

Fehler in deutscher Übersetzung

Für einige Verwirrung und Verstimmung sorgte unterdessen die deutsche Fassung des Papst-Buches, die der Verlag einer per Zeitungs-Annonce gefundenen Übersetzerin übergeben hatte. Das Staatssekretariat konnte nach eigenen Angaben den Text nicht mehr, wie geplant, abschließend überprüfen. Er enthielt etliche Fehler und Ungenauigkeiten. So wurde der feststehende Begriff "Leib Christi" durchgehend mit "Körper Christi" wiedergegeben.

Es blieb freilich nicht das einzige private Buch des polnischen Papstes. In zwei Veröffentlichungen ("Geschenk und Mysterium", und "Auf, lasst uns gehen!") legte er Erinnerungen aus seiner Zeit als junger Priester sowie als junger Bischof vor. Im Jahr 2003 erschien eine Gedichtsammlung "Römisches Tryptichon". Und zu Jahresbeginn 2005, kurz vor seinem Tod, kamen unter dem Titel "Erinnerung und Identität. Gespräche an der Schwelle zwischen den Jahrtausenden" heraus. Grundlage waren Unterredungen mit zwei polnischen Philosophen im Jahr 1993, in denen es um "die Koexistenz von Gut und Böse", um "Freiheit und Verantwortung", um den Begriff "Vaterland" aber auch um "Europa", um Staat-Kirche-Beziehungen sowie und Chancen und Risiken der Demokratie ging.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Johannes Paul II.

  1. Lech Walesa: Papst hatte 'riesige Rolle' bei Wende in Polen
  2. Nach Papst Johannes Paul II. benannte Rose vor dem Weißen Haus
  3. Israelischer Botschafter in Polen äußert sich sehr wertschätzend über Papst Johannes Paul II.
  4. Polens Bischöfe feiern Messe im Geburtsort von Johannes Paul II.
  5. Ein Heiliger für unsere Zeiten
  6. Papst Franziskus: Johannes Paul II. war 'Geschenk Gottes'
  7. Oberrabbiner von Polen: Niemand hat mehr gegen Antisemitismus getan
  8. Begegnung mit einem Heiligen
  9. Grazie, Santo!
  10. Kuba: Ricardos Traum. In Havanna entsteht eine dem hl. Johannes Paul II. geweihte Kirche








Top-15

meist-gelesen

  1. Hamburger Erzbischof Heße meint: 'Christus ist nicht Mann geworden'
  2. Ein unheiliger Zorn von Bischof Bätzing
  3. Kardinal Koch: Papst hat seine Sorge über Deutschland geäußert
  4. Vatikanischer Kurienpräfekt Becciu verliert Kardinalsrechte
  5. Sizilien: Kirche der Heiligen Agatha verwüstet
  6. "Aus dem Star, der Himmel und Erde gemacht hat, wird also ein Sternchen. Kyrie eleison!"
  7. Bätzing: „Es gibt keine Tendenzen in irgendeiner Weise, uns als Nationalkirche abzuspalten“
  8. Weinendes Marienbildnis sorgt in Griechenland für Aufsehen
  9. „Aus den Kirchen und ihren Amtsträgern waren bisher keine kritischen Stimmen zu hören“
  10. Diese Ablehnung aus Rom war deutlich genug
  11. Klare Antwort von Bischof Overbeck: „Nein, für die Wandlungsworte ist das nicht denkbar“
  12. Eine nie dagewesene Glaubenskrise – hin zu einem Schisma?
  13. Kardinal Becciu verteidigt sich: Habe kein Geld unterschlagen
  14. "Haltet immer zum Papst, und ihr werdet Christus nie verlieren!"
  15. Woelki: „Ich bin gerne bereit mich auf einen Dialog über Lebenswirklichkeiten einzulassen“, aber…

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz