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Der Schrei der Armen – der Schrei des gemeinsamen Hauses

27. Oktober 2019 in Aktuelles, 29 Lesermeinungen
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Franziskus erklärt den Sinn der soeben vergangenen Amazonassynode. Wir haben oft den Satz ‚später ist es zu spät’ gehört: das darf kein Slogan bleiben. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Angelus am dreißigsten Sonntag im Jahreskreis, Abschlusstag der außerordentlichen Versammlung der Bischofssynode zur panamazonischen Region.

Die erste Lesung aus dem Buch Jesus Sirach erinnere uns an den Ausgangspunkt des Wegs der Synode: die Anrufung der Armen: „Das Gebet eines Demütigen durchdringt die Wolken - die Bitte eines ungerecht Behandelten wird er erhören“. Der Schrei der Armen sei zusammen mit dem der Erde vom Amazonas zu uns gekommen.

Nach diesen drei Wochen könnten wir nicht so tun, als hätten wir dies nicht gehört. Die Stimmen der Armen und vieler anderer innerhalb und außerhalb der Synodenversammlung – Hirten, Jugendliche, Wissenschaftler – drängten uns, nicht gleichgültig zu bleiben: „wir haben oft den Satz ‚später ist es zu spät’ gehört: das darf kein Slogan bleiben“.


„Was war die Synode?“, fragte sich der Papst. Sie „war, wie das Wort sagt, ein gemeinsamer Weg, getröstet von dem Mut und dem Trost, die vom Herrn kommen. Wir schauten uns gegenseitig in die Augen und hörten uns aufrichtig zu, ohne die Schwierigkeiten zu verbergen. Wir erlebten die Schönheit, vereint voranzukommen, um zu dienen“.

Der Apostel Paulus rege dazu in der heutigen zweiten Lesung an (2 Tim 4,6–8.16–18). In einem dramatischen Moment, während er wisse, dass die Zeit gekommen sei, dieses Leben zu verlassen“, schreibe er: „Aber der Herr stand mir zur Seite und gab mir Kraft, damit durch mich die Verkündigung vollendet wird und alle Völker sie hören“ (V. 17).

Hier sei der letzte Wunsch des Paulus: nicht etwas für sich selbst oder für einige seiner Leute, sondern für das Evangelium, damit es allen Völkern verkündet werde. Dies stehe an erster Stelle und zählt vor allem anderen. Jeder von uns werde sich oft gefragt haben, was er seinem Leben Gutes tun solle: „Fragen wir uns heute: ‚Was kann ich für das Evangelium tun?’“.

Wir „haben uns auf der Synode gefragt, ob wir der Verkündigung des Evangeliums neue Wege eröffnen wollen. Denn man verkündige nur, was man lebe.

Um von Jesus zu leben, um vom Evangelium zu leben, müssten wir uns selbst verlassen. So „fühlten wir uns dann ermutigt, hinauszugehen und die bequemen Ufer unserer sicheren Häfen zu verlassen, um in tiefe Wasser zu gehen: nicht in das sumpfige Wasser der Ideologien, sondern in das offene Meer, wo der Geist uns einlädt, unsere Netze auszuwerfen“.

Für den kommenden Weg „rufen wir die Jungfrau Maria an, die als Königin von Amazonien verehrt und geliebt wird. Sie wurde dies nicht durch Eroberung, sondern durch Inkulturation: mit dem bescheidenen Mut der Mutter wurde sie zur Beschützerin ihrer Kinder, zur Verteidigung der Unterdrückten. Es gibt keine reine Kultur die die anderen reinigt Es gibt das Evangelium, ,das sich inkulturiert. Ihr, die sich im armen Haus von Nazareth um Jesus gekümmert hat, vertrauen wir die ärmsten Kinder und unser gemeinsames Haus an".




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