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Marx GO – Woelki NO

4. November 2019 in Kommentar, 14 Lesermeinungen
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Kardinale Widersprüche sind in unseren Tagen wohl der Normalfall geworden. Selbst Deutschland mit nur zwei Kardinälen im Bischofsamt bleibt davon nicht verschont - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)
Kardinale Widersprüche sind in unseren Tagen wohl der Normalfall geworden. Selbst Deutschland mit nur zwei Kardinälen im Bischofsamt bleibt davon nicht verschont. Nun ist ein Meinungsstreit an sich keine Katastrophe, dient er doch im Gegenteil dazu, am Ende ein Klärung herbei zu führen. Doch wenn es diese Klärung schon gibt, dann wird es absurd. Es scheint nämlich in der Tat höhere klerikale Logik zu sein, wie es gehen soll, dass eine Frage endgültig entschieden ist und dennoch weiter darüber diskutiert werden soll. Dies ist die Linie, die Kardinal Marx vertritt und die er eigenen Aussagen zu Folge auch dem Papst so kommuniziert habe.
Die Sache sei endgültig entschieden und darum könne es darüber keine Diskussion mehr geben.

So erklärte es Kardinal Woelki in eine Interview in der aktuellen Ausgabe des Magazins Cicero. Jede weitere Diskussion darüber wecke nur sinnlose Hoffnungen, die am Ende zwingend enttäuscht werden müssten.

Der aufmerksame Leser von kath.net ahnt es längst. Es geht um die Frage der sakramentalen Weihe von Frauen. Im bevorstehenden „synodalen Weg“, den DBK und „ZdK“ in Deutschland gemeinsam als exklusiven Event veranstalten wollen, wird diese Frage eine der brisantesten werden. Die Funktionäre (m/w/d) der beiden großen einst katholischen (Dach-)Verbände kfd und bdkj gehören zu den prominentesten Vertretern, die eine sakramentale Weihe von Frauen fordern. Innerhalb des „ZdK“ gibt es kaum noch nennenswerte Kräfte, die die Unmöglichkeit der sakramentalen Weihe von Frauen vertreten.


Damit bildet das „ZdK“ in der Tat weder die Stimmung noch die Haltung der gläubigen Katholiken in Deutschland realistisch ab. Das „ZdK“ besteht aus Funktionären und bildet lediglich die Ansichten von Funktionären ab. Insofern ist die Nützlichkeit für gläubige Katholiken in dieser Sache nicht gegeben. Das „ZdK“ stellt sich nicht in den Dienst der Einheit in der Wahrheit.

Innerhalb des deutschen Episkopats gibt es in der Frage eine dramatische Zerrissenheit. Bischof Overbeck will die Weihe nicht mehr an einem Y-Chromosom festmachen und hat sich damit recht unverhohlen gegen Ordinatio sacerdotalis geäußert. Bischof Rudolf Vodeholzer hat in seiner Predigt zum Wolfgangsfest in Regensburg dieser doch arg vereinfachenden Sicht auf den Unterschied zwischen Mann und Frau entschieden widersprochen. Damit sind die beiden Pole wohl hinreichend erklärt.

Die Mehrheit der Bischöfe äußert sich mehr oder weniger indifferent. Die einen sind mehr oder weniger für die Frauenweihe. Andere plädieren für weibliche Diakone im sakramentalen Amt. Der gesamte deutsche Episkopat gibt im Grunde exakt das Bild der Zerrissenheit wider, welches die beiden einzigen Kardinäle, die in Deutschland einer Diözese vorstehen, in der Öffentlichkeit zeigen.

Die Einheit, so wird völlig zu Recht betont, sei ein hohes Gut in der Kirche. Der Episkopat als höchste Instanz der Kirche, da die Bischöfe in der apostolischen Tradition stehen und mit apostolischen Vollmachten ausgerüstet sind, gibt derzeit ein jämmerliches Bild ab. Auf Seiten der Einheit steht allerdings nur der, der auch auf Seiten der Wahrheit steht.

Darin unterscheidet sich die Kirche in der Tat von einer Demokratie, in der Entscheidungen der Führung unter Umständen dann (und nur dann) gut sind, wenn sie extreme Positionen ausgleichende Kompromisse darstellen, um am Ende die ganze Bevölkerung mit ihren Interessen abzubilden.

In der Kirche geht es um die Wahrheit, um die ewige Wahrheit, die als menschgewordenes Wort Gottes zu uns gekommen ist. Das heißt, dass Kompromisse hier unter Umständen der Wahrheit entgegen stehen können und damit sogar verderblich sind.

Der Streit um die Weihe von Frauen ist in Ordinatio sacerdotalis endgültig entschieden. Eine klare Stellungnahme der Glaubenskongregation, die auch die klare Willensbekundung des Heiligen Papstes Johannes Paul II. unfehlbar zu lehren bestätigt, lässt keinen redlichen Zweifel mehr offen.

Aufgabe des Episkopats, ganz gleich ob weltweit oder national, ist es hier, diese Wahrheit zu verkünden und immer tiefer zu ergründen. Ein Dienst an der Einheit ist es nicht, hier einen längst erledigten Meinungsstreit als ungeklärt vorzutäuschen. Nicht im Dienst an der Einheit in der Wahrheit zu stehen, ist ganz klar ein Defizit in der Leitung. Gehört es doch auch zur Aufgabe des Sprechers einer nationalen Bischofskonferenz, sich – notfalls gegen eigene ganz persönliche Zweifel, vor denen niemand gefeit ist – in den Dienst der Einheit in der Wahrheit zu stellen.

Für Laien bedeutet der Dienst an der Einheit in der Wahrheit vor allem das Gebet – auch die den Episkopat im Lande – und das persönliche Zeugnis. Werden wir also nicht müde für alle Bischöfe zu beten und gegenüber den Laienfunktionären Zeugnis für die Wahrheit abzulegen.



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