06 November 2019, 12:15
‚Viri probati‘ ODER die Suche nach einer billigen Lösung
 
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Der Linzer Bischof Manfred Scheuer möchte "Viri probati", auch um vom eigenen, leeren Priesterseminar abzulenken. Gleichzeitig möchte er mit einer "Reform" Pfarrer fast völlig entmachten - Alle Macht den Laien? - Ein Kommentar von Roland Noé

Linz (kath.net/rn)
Hört nicht auf ihre Worte, sondern auf Ihre Taten! Mehrfach hat der Wiener Kardinal Christof Schönborn in den letzten Tagen den Vorrang des Weges der ehelosen Nachfolge Jesu betont, gleichzeitig aber immer wieder erklärt, dass es auch verheiratete Priester geben soll. Diese Worte des Kardinals mögen ehrlich gemeint sein, doch gleichzeitig zeigen die Taten seiner Bischöfe, wo es lang geht: dem Zölibat soll der Garaus gemacht werden. Man braucht ihn tatsächlich bald wohl gar nicht mehr dezidiert abschaffen, weil sich dieser Stachel im Fleisch durch falsche Bischofspolitik ohnedies bald erledigt haben könnte.

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So hat diese Woche der Linzer Bischof Manfred Scheuer erneut den Wunsch nach "viri probati"-Priestern geäußert, eventuell um vom eigenen leeren Priesterseminar abzulenken, für das er Verantwortung trägt, und um etwas Beifall bei den Funktionären und in den Medien zu bekommen? Bischof Scheuer meinte in einem Interview ernsthaft, dass es zum Schaden der katholischen Kirche sei, wenn dieser Schritt nicht gemacht würde.

Auch das Frauendiakonat findet Scheuer erstrebenswert und fügt auf rätselhafte Art und Weise in einem aktuellen Interview hinzu, dass er sich für die zölibatäre Lebensform eine "stärkere Wertschätzung" wünsche. Wie bizarr! Wie sollen Jugendliche sich mit dem Thema Berufung und der Ganzhingabe ihres Lebens froh und unbelastet beschäftigen, wenn die eigenen Bischöfe in den Medien eine ewig schwelende und zermürbend- hoffnungslose „Zölibats-Debatte“ führen?

Wie wenig Unterstützung die Priester und Pfarrer in der Diözese Linz haben, zeigt die jüngste Diözeseanreform, die Bischof Scheuer wünscht. Obwohl 100 Priester nachweislich dagegen sind,
möchte der Bischof eine „Reform“ durchführen, durch die die Pfarrer de facto abgeschafft werden und stattdessen Laien die Leiterschaft übernehmen sollen.

Dabei: Eine Priestermangel gibt es im deutschsprachigen Raum fast nirgendwo, eher eine Mangel an Gläubigen, das zeigen jedes Jahr erneut deutlich die Kirchenstatistiken. In vielen Großstädten gibt an den Sonntagen sogar einen Priesterüberschuss. Hier könnte man wohl weiser verteilen und ländliche Regionen, in denen sonntags kein Priester für die Messfeier zu finden ist, versorgen. Möglich müsste es sein- ob der Wille dafür da ist, ist fraglich.

Es gibt durchaus auch nach wie vor Priesterberufungen- nur eben kaum mehr in Diözesen wie Linz, in denen das Priesteramt demontiert werden soll. Man betrachte die Zahlen: Im Studienjahr 2019/20 leben 9 Seminaristen und 2 Gäste im Priesterseminar Innsbruck (2 Seminaristen für die Diözese Innsbruck, 4 Seminaristen für die Diözese Feldkirch, 2 Seminaristen für die Diözese Linz, 1 Mönch aus dem Stift Schlierbach, 1 Gastpriester). Ein Blick ins überfüllte Priesterseminar Heiligenkreuz hingegen zeigt, dass junge Männer dorthin gehen, wo Gebet und gute Theologie gelehrt werden, dort, wo die Kirchenführung hinter ihren Priestern steht. Auch Priester aus dem Ausland, ganz konkret aus Afrika wären, wie man erfahren kann, bereit nach Linz zu kommen, doch die Diözese möchte das nicht. Warum?

Die Gretchenfrage ist und bleibt: Wie entstehen Priesterberufungen? Hier würde ein Blick in kleines französisches Dorf namens ARS genügen. Sich an den Mann zu wenden, der Patron für die Pfarrer und Priester der ganzen Welt ist: Johannes-Maria Vianney. Er hat klar gezeigt, was für Berufungen gemacht werden müsste: Gebet, Opfer, eine betende Theologie, die sich auf Gott ausrichtet- und Vorbilder im Priestertum. Das würde genügen, um Priesterseminare in Linz, Innsbruck oder anderswo in einigen Jahren wieder zu füllen. Wollen Bischof Scheuer oder andere Bischöfe das überhaupt?


Kontakt Bischof Scheuer


Archivfoto




Foto: (c) Diözese Linz

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