Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  4. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  5. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  6. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  7. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  8. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  9. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  10. Es gibt keine zweite Chance mehr
  11. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  12. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  13. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  14. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  15. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen

Argentinien: Razzia in Ex-Büros des Nacktselfie-Bischofs Zanchetta

11. November 2019 in Weltkirche, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Staatliche Ermittlungen wegen Verdacht auf Veruntreuung von Staatsgeldern – Der umstrittene Bischof gilt als Freund und Beichtkind von Papst Franziskus und wohnt weiterhin mit ihm unter einem Dach


Orán (kath.net/pl) Argentinische Zivilbehörden durchsuchten vergangene Woche Büros des als „Nacktselfie-Bischofs“ bekannt gewordenen früheren Bischofs von Orán, Gustavo Oscar Zanchetta (Archivfoto). Zanchetta gilt als Freund und Beichtkind von Papst Franziskus. Der argentinische Bischof wird beschuldigt, Seminaristen missbraucht sowie kirchliche Gelder veruntreut zu haben. Ihm drohen nach argentinischem Recht zwischen drei und zehn Jahren Gefängnis. Regionale Spezialisten für Wirtschaftskriminalität führten die Durchsuchung durch, berichtete der „Catholic Herald“ anhand der argentinische Zeitung „El Oranense“, mit dem Ziel der Aufdeckung von Zanchettas mutmaßlichem Betrug gegen den Staat. Neben Anschuldigungen wegen Missmanagements von Kirchengeldern, die von Gläubigen der Diözese gespendet wurden, belegen staatliche Aufzeichnungen, dass Zanchetta mehr als 1 Million argentinische Pesos aus der Provinz Salta erhalten hatte, um ein Pfarrhaus wiederherzustellen, außerdem für Vorträge im Seminar, die nie stattfanden.


Der Fall gilt als besonders brisant für Papst Franziskus, denn es geht außerdem um gravierende sexuelle Vorwürfe gegen Zanchetta. Der Vatikan soll pikante Informationen über den damaligen Bischof von Orán laut Auskunft des damaligen Generalvikars von Orán bereits zwischen 2015 und 2017 erhalten haben. So sollen unter anderem Nackt-Selfies des Bischofs auf seinem eigenen Handy entdeckt worden sein, offenbar zeigen die Selfies den Bischof masturbierend. Außerdem habe Zanchetta Schwulenpornos auf seinem Smartphone gehabt, die „junge Leute“ beim Sex zeigten. Zanchetta sei weiterhin nachts mit einer Taschenlampe durch die Zimmer der Seminaristen spaziert und habe sie um „Massagen“ gebeten. Zwei frühere Generalvikare und der Rektor des Priesterseminars von Oran informierten darüber die Nuntiatur in Argentinien. Die Kopie dieses Beschwerdebriefes wurde inzwischen in argentinischen Medien veröffentlicht, kath.net hat berichtet.

Bischof Zanchetta seinerseits behauptete, sein Telefon und sein Computer seien gehackt worden, und die Anschuldigungen gegen ihn seien von Menschen motiviert worden, die Papst Franziskus nicht unterstützten. Papst Franziskus hatte Zanchetta im Oktober 2015 für fünf Tage nach Rom gerufen, danach schien er Zanchettas Entschuldigung angenommen zu haben, dass sein Handy gehackt worden war.

Als er 2017 wegen massiven Vorwürfen aus seinem Amt als Bischof von Orán zurücktreten musste, wurde für ihn im Vatikan eigens eine neue Stelle in der vatikanischen Güterverwaltung geschaffen. Dieses Amt muss Zanchetta derzeit ruhen lassen. Der umstrittene Bischof durfte allerdings noch 2019 an den Fastenexerzitien seines Landmannes Papst Franziskus teilnehmen, auch wohnt er weiterhin im Gästehaus Santa Marta, also unter einem Dach mit dem Papst. Zanchetta war im Laufe des ersten Weltjugendtags von Papst Franziskus (Rio de Janeiro 2013) zum Bischof von Orán ernannt worden, Franziskus war damals noch relativ neu im Amt gewesen.

Auch nach deutlich über einem halben Jahrzehnt im Amt hat Papst Franziskus sein Heimatland Argentinien noch nicht besucht. Beobachter rätseln, ob inzwischen auch der Fall Zanchetta zu den Bremsklötzen für einen solchen Besuch gezählt werden sollte. Möglicherweise befürchtet Franziskus, dass ihm die kirchliche Situation in Argentinien im Laufe eines Papstbesuches ähnlich heftig um die Ohren fliegen könnte wie nach seinem Besuch in Chile, wo er die Vorwürfe gegen den hochumstrittenen Bischof Juan Barros nicht ernst genug genommen hatte und die chilenische Hierarchie danach in eine beispiellose Krise gestürzt wurde, die weiterhin keineswegs als gelöst gilt.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Argentinien

  1. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  2. Vatikan stoppt Seligsprechungsverfahren für argentinischen Bischof Jorge Novak
  3. Argentiniens Regierung will Verbot von ‚Geschlechtsumwandlungen‘ für Minderjährige
  4. Argentiniens Präsident Milei schafft Genderministerium endgültig ab
  5. Argentiniens Präsident Milei lädt Papst Franziskus ein
  6. Designierte Vizepräsidentin Argentiniens will Babys vor Abtreibung schützen
  7. Franziskus kritisiert politisches Versagen in Argentinien
  8. Nach ‚Gebet an die Pachamama’ – argentinische Diözese bittet um Entschuldigung
  9. Argentinien: Gericht erlässt einstweilige Verfügung gegen Abtreibungsgesetz
  10. Papst empfing Argentiniens Präsident Fernandez im Vatikan






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  4. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  5. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  6. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  7. Östereichische Bischofskonferenz: Lackner bleibt Vorsitzender, Scheuer wieder Vize
  8. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  9. Polen: Fußballer Bartosz Sobczyk gab seine Karriere auf, um Priester zu werden
  10. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  11. Aus der Liebe geboren, zur Einheit berufen - Ein Leib, ein Geist, eine Sendung
  12. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  13. Das Maß vor dem Gesetz. Würde, Recht und die Grenzen der Macht
  14. Es gibt keine zweite Chance mehr
  15. Papst reagiert bestürzt auf Ermordung von Bischof Afonso/Mosambik

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz