20 November 2019, 09:30
Indische Christen protestieren öffentlich gegen Gewalt
 
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Die Gewalt habe "alarmierende" Ausmaße erreicht, so eine der Aussagen der Christen - Minister überraschte für Minderheiten mit der Behauptung, Indien sei "ein Himmel für religiöse Minderheiten"

Wien (kath.net/Open Doors) Einschränkung christlicher Aktivitäten versus hinduistische Bekehrungskampagne: Aus dem ganzen Land und allen Denominationen kamen Christen in der Hauptstadt Delhi zusammen, um am 30. Oktober gegen die wachsende Gewalt gegen Christen ihre Stimme zu erheben. In einer an den indischen Innenminister, Amit Shah, gerichteten Denkschrift forderten sie die Regierung dazu auf, von Plänen zur Einführung eines landesweiten Anti-Bekehrungs-Gesetzes abzulassen. Ein solches Gesetz wurde bisher in acht indischen Bundesstaaten verabschiedet und wird immer wieder - hauptsächlich von extremistischen Hindus - dazu missbraucht, Christen unter Druck zu setzen. Christen werden fälschlich beschuldigt, andere Menschen mit Lebensmitteln, Geld und Bildungsaussichten zu locken und so mit unlauteren Mitteln zum Glaubenswechsel zu bewegen.

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Hinduistische Bekehrungskampagne
Während Christen also weitere Einschränkungen drohen hinsichtlich der Möglichkeiten, anderen von ihrem Glauben zu erzählen, hielten hinduistische Gruppen zehn Tage vor der Demonstration eine großangelegte Bekehrungs-Veranstaltung im südöstlichen Bundesstaat Andhra Pradesh ab. Das Event, bei dem angeblich 500 Dalits und Angehörige von Stammesgruppen zum Hinduismus zurückkehrten, ist Teil der sogenannten "Ghar-Wapsi"-Kampagne, durch die ganz Indien zum Hinduismus "heimgebracht" werden soll.



Indien als "ein Vorbild von Einheit in Vielfalt"?
Am selben Tag, an dem die Demonstrationen stattfanden, berichtete die indische Tageszeitung "Deccan Herald" von einem Treffen zwischen dem indischen Minister für Minderheiten, Mukhtar Abbas Naqvi, und dem US-Botschafter für Religionsfreiheit, Samuel Brownback, der mit einer Delegation angereist war. Dabei äußerte Naqvi, gemeinschaftliche Harmonie und Toleranz gehörten zur DNA der Mehrheit der indischen Bevölkerung und die verfassungsgemäßen, sozialen und religiösen Grundrechte von Minderheiten seien vollkommen gesichert. Zudem stellte der Minister seinen Besuchern verschiedene Programme der indischen Regierung zur Unterstützung von Minderheiten vor und nannte sein Land "ein Vorbild von Einheit in Vielfalt für die ganze Welt".
Ein anderes Bild zeigt der Weltverfolgungsindex von Open Doors, auf dem Indien derzeit Platz 10 einnimmt - damit wird es unter die zehn Länder gezählt, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Immer aggressiver fordern Hindu-Nationalisten einen rein hinduistischen Staat, in dem religiöse Minderheiten keinen Platz haben. Hindu-Extremisten und aufgestachelte Mobs verüben gewalttätige Angriffe auf Christen, ohne dafür von den Behörden belangt zu werden.

Symbolbild: Archivfoto

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