Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Afd-Sieg in Sachsen-Anhalt - Panik bei den Kirchen
  2. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  3. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  4. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  5. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  6. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  7. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  8. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  9. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor
  10. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  11. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  12. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  13. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  14. Leere der kirchlichen Lehre
  15. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf

Die schiefe Ebene des jetzigen Pontifikats

26. November 2019 in Kommentar, 16 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Warum man den Protestbrief an Papst Franziskus unterschreiben kann - Ein Gastkommentar von Hubert Windisch


Regensburg (kath.net)
* Eigentlich möchte man es nicht glauben, wenn es nicht belegt wäre: Es war ein Heidenspektakel, das vor und während der Amazonassynode in Rom mit den Pachamamafiguren veranstaltet wurde. Am 4. Oktober in den Vatikanischen Gärten und am 7. Oktober im Petersdom wurden diese Abbilder heidnischer Gottheiten im Beisein von Priestern, Bischöfen, Kardinälen und vom Papst selbst gezeigt und verehrt, bevor sie in der Kirche Santa Maria in Traspontina aufgestellt wurden und von dort durch das mutige Eingreifen eines jungen katholischen Laien den Weg in den Tiber fanden.

* Die Rechtfertigungsversuche für dieses Treiben können nicht überzeugen. Zu sehr sind die heidnischen Konnotationen dieser Figuren bekannt. Es handelt sich im Endeffekt um einen Greuel, der im Heiligtum der Kirche aufgestellt wurde (vgl. 1 Makk 1,54). Es wiegt schwer, daß im Beisein eines Papstes derartiges passieren konnte. Wie sollen die einfachen Gläubigen, zu denen ich mich zähle, sich dagegen wehren können? Wie sollen Gläubige ihren Schmerz über solche Vorgänge zum Ausdruck bringen können, hinter denen die schiefe Ebene des Dokuments von Abu Dhabi aufscheint, auf der letztlich über kurz oder lang die Abwicklung der Einzigkeit und Einzigartigkeit unseres göttlichen Erlösers Jesus Christus vollzogen wird? Man läßt Christus wieder hängen, und die ideologischen Balken dazu werden fleißig gezimmert. Wie können die Gläubigen, die Christus und die Kirche lieben, ihre Stimme erheben, wenn die Hirten bis auf wenige Ausnahmen schweigen?


* Gott sei Dank gibt es im Schifflein Petri, das in schwere Seenot geraten ist, Laien, wie z. B. Maike Hickson oder Alexander Tschugguel, die in Wort und Tat für die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche eintreten und damit für die Wahrheit und Schönheit des mystischen Leibes Christi kämpfen. Wir sind im Status confessionis, und deshalb haben viele den Protestbrief unterschrieben, unter ihnen z. B. Nuntius em. Viganò, Weihbischof Mutsaerts, de Mattei, Henry Sire und viele andere bekannte Katholiken.

* Aber ist ein solcher Brief, der vom Papst eine Korrektur und Umkehr in bezug auf diese Vorgänge fordert, nicht ein Affront gegenüber einem Papst? Dazu muß man sagen, dieser Brief ist nicht leichtfertig, sondern aus großer Sorge um die Einheit und Identität der Kirche heraus verfaßt. Die um sich greifende Beliebigkeit bezüglich katholischer Lehre und Moral erzeugen Orientierungslosigkeit und Hilflosigkeit unter den Gläubigen. Sie haben ein Recht, von Hirten geführt zu werden, die bei ihrer Weihe versprochen haben, „ das von den Aposteln überlieferte Glaubensgut, das immer und überall in der Kirche bewahrt wurde, rein und unverkürzt weiterzugeben“. Die Gläubigen haben ein Recht, in ihren Hirten Stellvertretern der Apostel zu begegnen, die „Lehrer des Glaubens, Priester des heiligen Gottesdienstes und Diener in der Leitung“ sein sollen (vgl. CIC c. 375 § 1).

* Vor diesem Hintergrund ist es bedeutsam, zwischen Amt und Person einerseits und zwischen einem formalen und einem materialen, d. h. inhaltlichen Gehorsam andererseits zu unterscheiden. Gerade aufgrund der Wertschätzung des kirchlichen Amtes eines Priesters, Bischofs oder Papstes darf und muß man bisweilen die Taten oder Äußerungen der jeweiligen Amtsperson kritisieren. Denn die zweite, mit der ersten zusammenhängende Unterscheidung gibt den Gläubigen die nötige Freiheit im Gehorsam gegenüber ihren Hirten. Formaler Gehorsam muß sich nämlich immer auch materialiter (d. h. bezüglich der Lehre der Kirche in fide et moribus) begründen lassen. Ansonsten entsteht blinder Gehorsam, der Ausdruck von Willkür und Knechtung ist. Verbinden sich hingegen formaler und inhalticher Gehorsam stimmig miteinander, entsteht Freiheit. Ignatius von Loyola sagt einmal sinngemäß: Gehorsam ist ein Kind der Freiheit. Und unsere Freiheit ist Christus (vgl. Gal 5,1), nicht Pachamama. Wenn der Glaube der Kirche – festgelegt u. a. im Großen Glaubensbekenntnis – durch Worte oder Taten der Hierarchie, und sei es auch eines Papstes, verdunkelt wird, müssen und dürfen daher nicht nur Hirten und Theologen, sondern auch die Laien der Kirche deutlich Widerstand leisten.

Hubert Windisch ist Theologe und emeretierter Professor für Pastoraltheologie der Uni Freiburg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Theologie

  1. Bischof Barron warnt vor postmoderner Umdeutung des Naturrechts in der katholischen Moraltheologie
  2. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  3. Papst Leo: Das Theologiestudium ist keine „akademische Verpflichtung, sondern eine mutige Reise“
  4. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  5. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  6. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  7. Zahl der Theologiestudenten in Passau in drei Jahren versiebenfacht - Von 21 auf 140 Studienanfänger
  8. US-Theologe: Es ist nicht katholisch, wenn man ständig das Lehramt kritisiere
  9. ‚Veritatis splendor – der 30. Jahrestag einer vergessenen Enzyklika’
  10. Knalleffekt am Aschermittwoch: Vier Synodale verlassen den "Deutsch-Synodalen Irrweg"






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Universität Texas A&M: 650 Personen bereiten sich auf Eintritt in die katholische Kirche vor
  4. Zwei muslimische Feiertage könnten bald in Kalifornien staatlich anerkannt werden
  5. Tausende beim „March for Life“ durch London – 15 katholische Bischöfe mit dabei
  6. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor
  7. Die Freiheit der Liebe und die Einheit im Gebet
  8. „Wenn mich jemand fragen würde, ob ich der Kirche vertraue…“
  9. Papst Leo XIV. spricht mit Erzbischof Gänswein
  10. Wie die Dominikaner auf den Hund kamen
  11. Lopatka: EU muss Religionsfreiheit weltweit stärker schützen
  12. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  13. ‚Man kann nicht ‚Black Lives Matter‘ sagen, wenn das Leben schwarzer Babys nicht zählt‘
  14. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  15. Ein Schlag ins Gesicht: Wenn der Schutzengel zur Rüge greift

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz