05 Dezember 2019, 09:00
„Darum geht zu allen Völkern“
 
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„Jesus hat den Menschen nicht nach dem Munde geredet. Er war oft radikal, so dass sie schockiert waren. Das Evangelium ist kein Schlafmittel, sondern Sprengstoff. Erinnern wir uns noch an die Weltgerichtsrede?“ Gastbeitrag von Georg Martin Lange

Wiesbaden (kath.net) Im Oktober hatte ich Gelegenheit eine Reise „Auf den Spuren von Jesus“, nach Israel zu machen. Viele, nachhaltige Eindrücke habe ich von dort mitgenommen und sie zu Hause reflektiert. Besonders beeindruckt hat mich der Ort, über dem die Engel den Hirten die Geburt Jesus verkündeten und der Berg, an dem Jesus seine Rede über die Seligpreisungen gehalten hat. Diese Worte könnten doch unsere Hirten „eins zu eins“ heute übernehmen. Lassen Sie mich dazu kurz meine Überlegungen vorbringen.

Was sangen die Engel bei der Geburt Jesus über den Hirtenfeldern: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden!“ Wo ist der Friede? Ja, so vermute ich, es wird erst Friede in der Welt sein, wenn alle Menschen Gott „die Ehre geben!“

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Nach seiner Auferstehung trat Jesus zu den Jüngern und sprach: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss, ich bin bei Euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und ihr werdet meine Zeugen sein bis an die Grenzen der Erde!“

Ja, dann sind die Apostel losgezogen, allen voran Paulus, Jahre später dann auch die aus den angelsächsischen Ländern nach Deutschland kommenden Missionare KILIAN, WILLIBRORD, BONIFATIUS u.a., die uns den Glauben näherbrachten.

Die Bischöfe sind die Nachfolger der Apostel, geht hinaus in die Welt und verkündet das Evangelium. Wo sind die Bischöfe, die hinausgehen auf die Straßen und Plätze und den Glauben verkünden, nicht mit schöngeistigen Reden, wie sie es oft in den Kirchen tun, sondern mit der Sprache des Volkes! Da kann man auch Wahrheiten sagen, die die Menschen in den Kirchen nicht hören.

Jesus hat ja den Menschen auch nicht nach dem Munde geredet. Er war oft radikal, so dass sie schockiert waren. Das Evangelium ist nun mal kein Schlafmittel, sondern Sprengstoff. Erinnern wir uns noch an die Rede vom Weltgericht?

Was tun die Nachfolger der Apostel heute? Sie wollen die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes in Wort und Tat verkünden. Welche Voraussetzungen sollen denn dafür geschaffen werden?

Wäre es nicht gerade in der jetzigen Zeit notwendig, dass die Bischöfe auf Straßen und Plätze gehen und DIE BERGPREDIGT „wieder unter die Menschen bringen“.

Und auch die 10 Gebote. Wer kennt sie überhaupt noch? Es würde uns allen besser gehen, wenn wir nach ihnen leben würden.

Warum kümmert man sich nicht um die Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind oder ihr fern stehen. Warum sind sie ausgetreten, warum bleiben sie der Kirche fern? Es ist erschreckend, wenn die Kirche bekannt macht, dass das Kirchensteueraufkommen gewachsen ist, aber die Kirchenaustritte gewaltig zugenommen haben. Siehe die Reihenfolge der Meldung! Ist der Glaube nur zweitranging?

Sind wir heute vom Wohlstand und der damit verbundenen Bequemlichkeit so satt, dass wir keinen seelischen Hunger mehr verspüren? War es leichter oder mutiger in der Nachkriegszeit den Glauben zu verbreiten? Finden die Menschen in der Not den Zugang zu Gott leichter?

Liebe Bischöfe, holt die Menschen zum Glauben zurück, nehmt sie ernst und begeistert sie. Nicht mit abgehobenen Worten, sprecht die Sprache des Volkes, denn die versteht man überall. Nur wer seinen Glauben öffentlich macht und ihn gegen alle Angriffe verteidigt, ist ein Apostel, wie ihn sich Jesus Christus erwählte.

Beginnt eine Revolution der Nächstenliebe, eine Neu-Evangelisierung und haltet euch nicht mit Fragen eines „synodalen Weges“ auf. Nehmt euch ein Beispiel an euren Vorgängern, an den Heiligen Kilian, an den Heiligen Bonifatius und an die vielen, vielen Glaubensverkünder in aller Welt. Oder fehlt Euch der Mut?

Georg Martin Lange genießt nach fast 40 Jahren als Fernseh-Regisseur bei ARD und ZDF nun seinen „Unruhe“-Stand, in dem er noch kleine Filme für K-TV dreht. Er gehört der Kirchengemeinde St. Peter und Paul (St. Kilian) in Wiesbaden an.

♫ Georg Martin Lange und Konrad Plaickner haben eine neue Volksmesse geschrieben und komponiert: ´Lob, Dank, Ehre´ - Uraufführung im Petersdom 2011


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