05 Dezember 2019, 10:00
Papst an Klimakonferenz: Welt zu weit von Klimazielen entfernt
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Klima'
Franziskus kritisiert in Schreiben an Delegierte der COP 25 fehlenden politischen Willen zu Klimaschutz und Entwicklungshilfe - Lob für junge Generation

Vatikanstadt (kath.net/KAP) In einem eindringlichen Appell hat Papst Franziskus zu entschiedenem Eintreten gegen den Klimawandel aufgerufen. Die gegenwärtigen Bemühungen seien "weit von dem entfernt, was nötig ist, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen", schreibt das Kirchenoberhaupt in einer Botschaft an die Teilnehmer der Klimakonferenz in Madrid. "Wie weit Worte und konkrete Taten auseinanderliegen", belegten die jüngsten Studien des Weltklimarates.

Werbung
Franken2


Weiter schreibt der Papst: "Wir müssen uns ernsthaft fragen, ob es den politischen Willen gibt, ehrlich, verantwortungsbewusst und mutig mehr menschliche, finanzielle und technologische Ressourcen einzusetzen, um die negativen Folgen des Klimawandels zu dämpfen und den Ärmsten zu helfen." Die Botschaft an die Konferenzvorsitzende, Chiles Umweltministerin Carolina Schmidt, wurde von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in Madrid verlesen.

Noch sei es möglich, die globale Erwärmung zu begrenzen, so Franziskus. Aber dafür brauche es "einen klaren, weitsichtigen und starken politischen Willen". Dieser müsse die derzeitigen Konsum- und Produktionsmodelle sowie die Prozesse von Bildung und sonstiger Bewusstseinsbildung kritisch überprüfen. "Noch gibt es ein Zeitfenster, die Gelegenheit zu nutzen, aber wir dürfen nicht zulassen, dass es sich schließt", so der Papst.

Jungen Menschen sei die Lage wesentlich bewusster. Ihnen dürfe die ältere Generation die von ihr produzierten Probleme nicht auflasten. "Geben wir der nächsten Generation konkrete Anlässe für Hoffnung und arbeiten wir für eine gute, würdige Zukunft!", schloss der Papst seine Botschaft.

Die UN-Klimakonferenz 2019, auch COP 25 genannt, findet von 2. bis 13. Dezember in Madrid statt. Ursprünglich sollte das Treffen erst in Brasilien, dann in Chile stattfinden. Brasiliens damals noch designierter Präsident Jair Bolsonaro zog im November 2018 seine Zusage für die Ausrichtung zurück. Chiles Regierung sagte kürzlich die angebotene ersatzweise Ausrichtung wegen der sozialen Unruhen im Land ab; Madrid sprang ein.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Warum klammert sich die Kirche so an ein NS-Gesetz? (39)

Der verwüstete Weinberg (37)

'Diese Todsünde ist die Nichtzahlung der Kirchensteuer' (37)

Erzbischof Carlo Maria Viganò bei Anti-Marx-Kundgebung in München! (32)

Kriminologe Pfeiffer: Kardinal Marx soll zurücktreten! (26)

US-Präsident Trump kündigt Teilnahme am March for Life an! (22)

Franziskus: Schutz Ungeborener von "überragender Priorität" (20)

‚Hoffen wir, dass Papst Franziskus das Abschlussdokument zerreißt’ (20)

Koch zu Ökumene: „Viele offene Fragen im Verständnis der Eucharistie“ (19)

„Ohne Menschenfurcht unseren katholischen Glauben öffentlich bekennen“ (19)

Liturgische Bücher von 1962 nun lateinisch-deutsch erhältlich (18)

Appell gegen die Kirchensteuer (17)

Evangelische Kirchengemeinde streicht klassischen Sonntagsgottesdienst (16)

Abtreibung – das globale Blutbad im Blutrausch der Welt (14)

Bischof Hanke: Papstbrief „weitgehend folgenlos geblieben“ (14)