13 Dezember 2019, 10:15
Was ist normal?
 
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Familien-Kommission der Bischofskonferenz berät für Synodalen Weg: „Homosexualität ist normal, sagen Bischöfe und Wissenschaftler in Berlin.“ Das erscheint mir fragwürdig. Gastkommentar von Helmut Müller

Berlin (kath.net) Am 5. 12. meldet „Kirche und Leben“ (die Wochenzeitung des Bistums Münster): „Familien-Kommission der Bischofskonferenz berät für Synodalen Weg: Homosexualität ist normal, sagen Bischöfe und Wissenschaftler in Berlin.“ Das erscheint mir fragwürdig.

• Ist es normal, dass die homosexuelle Form des Liebens wesentlich unfruchtbar ist und nicht nur von Fall zu Fall, wie das bei heterosexuellen Paaren sein kann?

• Ist es normal, wenn man diesen Paaren trotzdem den menschlich verständlichen Kinderwunsch erfüllt, das Kind aber in der Petrischale gemacht und nicht gezeugt, sogar gegebenenfalls von einer Leihmutter ausgetragen wird?

• Ist es normal, wenn in solchen Fällen das Naturrecht des Kindes auf einen Vater und eine Mutter willkürlich missachtet wird?

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• Ist es normal, wenn die Organe sexuellen Liebens gar nicht aufeinander passen, nicht Auf-einander-zu ausgerichtet sind, die Funktionsabläufe ebenfalls nicht und die gereizten Schleimhäute hochverletzlich sind? Ich will nicht zu sehr ins Détail gehen und zeigen wie wenig da zusammen passt und mit was alles nachgeholfen werden muss, dass man sich nicht gegenseitig infiziert, zumal noch behauptet wird zur homosexuellen Kultur zähle nur soziale, nicht sexuelle Treue (Volker Beck) ?

• Ist es normal, dass gleichgeschlechtlich Liebende als Risikopersonen bis 2017 nicht Blut spenden durften und danach nur unter besonderen Bedingungen?

• Ist es normal, dass offenbar kein bei der Kommission anwesender Humanmediziner mehr weiß, was der Bonner Direktor des medizinischen Instituts August Wilhelm von Eiff noch wusste, immerhin der medizinische Sachverständige von Franz Böckle, nämlich dass Sperma beim Analverkehr vom körpereigenen Immunsystem angegriffen, aber beim Vaginalverkehr nicht?

• Ist es normal, wenn von Eiffs qualitatives Urteil von damals, Homosexualität sei aus oben genannten Gründen contra naturam, mit einem Denkverbot belegt wird? Eine qualitative Unterscheidung von Spaemann zwischen natürlich und naturwüchsig kann hilfreich sein, den quantitativ forschenden Bonner Mediziner zu verstehen, auch wenn von Eiff und Spaemann keine Freunde waren. Auf Farbenblindheit wie auch gleichgeschlechtliches Lieben trifft offensichtlich Naturwüchsigkeit zu.

• Ist es normal, wenn Menschen meinen, im falschen Geschlechtskörper zu stecken und dann alles versucht wird, sogar operativ, den gewünschten Geschlechtskörper herzustellen, demgegenüber aber verboten werden soll, bloß die Orientierung gleichgeschlechtlichen Fühlens zu ändern, auch wenn dies ein gleichgeschlechtlich Fühlender aus freien Stücken ändern möchte und schon der Wunsch danach in jedem Fall als manipuliert abgetan wird?

• Ist es normal von Naturwissenschaftlern und Humanmedizinern, die empirisch und quantitativ forschen, zu erwarten, dass sie philosophisch kompetent sind einen qualitativen Begriff des Normalen definieren können? Ist etwa Fallhäufigkeit und Signifikanz (wie hoch?) das Kriterium oder einfach das pure Faktum oder ist alles was es gibt einfach normal? Ist das Wort normal dann nicht überflüssig?

• Ist es normal, dass man einen Begriff, den man eigentlich aufgegeben bzw. in Vielfalt aufgelöst hat und das geradezu feiert, aber ihn dann wieder verwendet, wenn es gerade passt?

• Ist es normal, dass man sich von Demoskopen und Statistikern sagen lässt, was normal ist und sich von ihnen die roten Linien ziehen lässt und den Begriff erst nach dem Messen „entwickelt“, ohne vorher zu wissen was „normal“ bedeutet?

• Ist es normal, dass (alle oder wieviele?) beteiligte Theologen, Philosophen und leider auch Bischöfe sich möglicherweise vom Zeitgeist beeinflussen ließen, anstatt Kriterien zu entwickeln was eigentlich Normalität ist?

Ich wage nicht, Antworten zu geben, da ich nicht in Berlin dabei war. Aber Fragen sollte man stellen dürfen. Denn die behauptete Normalität ist offensichtlich fragwürdig. Nur soviel: Das Gegenteil von normal ist in diesen Fällen nicht krank, auch nicht einfach gestört, sondern noch in zu definierender Weise anders. Begriffe wie heiraten und geschlechtsdifferente Elternschaft (letzteres betrifft sogar das Tierreich), was in allen Kulturen bisher mit Heterosexualität verbunden ist, können nicht gleichsinnig auf gleichgeschlechtlich Liebende angewendet werden.
• Wäre das wirklich normal?

kath.net-Buchtipp:
Zeitgerecht statt zeitgemäß
Spurensuche nach dem Geist der Zeit im Zeitgeist
Von Helmut Müller
Hardcover, 244 Seiten
2018 Bonifatius-Verlag
ISBN 978-3-89710-790-8
Preis Österreich: 15.40 EUR

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