Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  2. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  3. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  4. Der stumme Gott unserer Zeit
  5. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  6. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  7. Realitätsverlust im Bistum Chur
  8. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  9. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  10. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  11. Ramadan sorgte für Unfrieden an Wiener Schulen!
  12. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  13. Michelle Obama ermutigt Mütter arbeiten zu gehen
  14. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  15. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung

Theologe Tück: Kirche muss "Ressourcen des Heiligen freilegen"

8. Jänner 2020 in Aktuelles, 15 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wiener Dogmatiker in NZZ: Strukturreformen alleine reichen nicht, Kirche braucht Rückbesinnung auf das Heilige


Wien (kath.net/KAP) Strukturreformen alleine genügen nicht, um die Kirche aus der aktuellen Krise herauszuführen; vielmehr brauche es eine Rückbesinnung auf die "Ressourcen des Heiligen, aus denen Generationen vor uns gelebt haben". Das hat der Wiener Theologe Prof. Jan-Heiner Tück in einem Beitrag in der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ, 5.1.) betont. Die säkulare Gesellschaft könne solche Ressourcen selbst nicht generieren oder zur Verfügung stellen - dies sei eine Chance für die Kirchen. Schließlich sei der Mensch mehr als nur ein "animal rationale" und brauche Zeichen und Handlungen, um sich der Welt und seines Platzes darin zu versichern. Dazu brauche es "symbolischer Handlungen, die dem Bedürfniswesen Mensch, das Hunger hat und Durst verspürt, das lieben will und sterben muss, entgegenkommen", so Tück.
Sakramente als "Zeichen des Heils in Zeiten der Krise" könnten etwa solche symbolischen Handlungsformen darstellen, zeigte der Dogmatiker auf: "Sie führen den Menschen über sich selbst hinaus und verbinden ihn mit dem Heiligen. Sie sind Riten, die ihm in den Schwellensituationen seines Lebens Halt und Trost geben." Durch eine solche Rückbesinnung auf die Kraft symbolischer Handlungen könnten die Kirchen auch der Auszehrung entgegentreten, der sie sich - "alt, müde und zerstritten" - in Zentraleuropa gegenübersehen würden.
Als Gewährsmann und "unverdächtigen Zeugen" zitiert Tück den Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), der wie kaum ein anderer in seiner Zeit "gegen die Verkümmerung des symbolischen Sinns auf den Zirkel der heiligen Handlungen in der katholischen Kirche hingewiesen" habe. "Goethe hat den Kosmos der Sakramente in seiner anthropologischen Bedeutung in ruhiger Diktion erschlossen. Der Protestant und Dichter gibt der katholischen Theologie heute den heilsamen Anstoß, sich nicht nur auf Strukturfragen zu fokussieren, sondern auch die geistlichen Ressourcen neu in den Blick zu nehmen. Ohne Wiederentdeckung des Heiligen, das zur Umkehr und Erneuerung einlädt, kann die gewünschte Reform der katholischen Kirche kaum gelingen."
Skeptisch zeigt sich Tück in dem Zusammenhang im Blick auf Ansätze, die der aktuellen Krise, die auch stark mit dem Skandal des sexuellen Missbrauchs und dessen Vertuschung zusammenhängt, nur mit Schlagworten wie der Aufhebung des Pflichtzölibats, der Öffnung des Amtes für Frauen, der Gewaltenteilung und der Demokratisierung der Kirche entgegneten: "Ein Seitenblick auf die protestantischen Kirchen, in denen alle diese Reformwünsche erfüllt sind, zeigt allerdings, dass die Erneuerung der Kirche noch einmal anders ansetzen müsste."


Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto: Symbolbild


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  2. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche geführt werden, desto größer der Nutzen für die Kirche“
  3. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  4. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  5. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  6. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  7. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  8. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  9. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  10. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  4. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  5. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  6. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  7. Realitätsverlust im Bistum Chur
  8. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  9. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  10. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  11. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  12. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  13. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  14. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag
  15. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz