Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  2. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  3. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  4. Der stumme Gott unserer Zeit
  5. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  6. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  7. Realitätsverlust im Bistum Chur
  8. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  9. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  10. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  11. Ramadan sorgte für Unfrieden an Wiener Schulen!
  12. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  13. Michelle Obama ermutigt Mütter arbeiten zu gehen
  14. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  15. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen

Was Benedikt XVI. über Priestertum und Zölibat schrieb

16. Jänner 2020 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Beitrag des ehemaligen Papstes in vieldiskutiertem, von Kurienkardinal Sarah herausgegebenen Buch enthält Grundsatz-Überlegungen ohne Bezugnahme auf aktuelle Debatte - Von Kathpress-Korrespondent Burkhard Jürgens


Rom-Würzburg (kath.net/KAP) Der vieldiskutierte Text von Benedikt XVI. zu Priestertum und Zölibat ist auf Deutsch in der "Tagespost" publiziert worden. Er soll als ein Beitrag demnächst in mehreren Sprachen in dem Buch "Aus der Tiefe des Herzens. Priestertum, Zölibat und die Krise der katholischen Kirche" erscheinen.

Das Buch wird von Kurienkardinal Robert Sarah herausgegeben, der zunächst Benedikt XVI. als Mitautor genannt und damit Verwirrung ausgelöst hatte. Auf Deutsch soll das Buch am 21. Februar im "fe-Medienverlag" veröffentlicht werden. Als Autor ist hier einzig der auch auf dem Titelbild zu sehende Kardinal Sarah angegeben. Neben dessen Foto findet sich der Zusatz "Mit einem Beitrag von Benedikt XVI."

In seinem Aufsatz mit dem Titel "Das katholische Priestertum" entwickelt der ehemalige Papst die priesterliche Ehelosigkeit aus dem alttestamentlichen Priestertum heraus, räumt aber auch Begründungsprobleme in der Gegenwart ein. Auf eine mögliche Weihezulassung für verheiratete Männer, wie sie im Oktober auf der Amazonien-Synode im Vatikan diskutiert wurde, geht der Text nicht ein. Er trägt das Datum vom 17. September 2019.


Da die Aussagen Benedikts XVI. zum Zölibat vielfach als Affront gegen Papst Franziskus gedeutet wurden, hatten sie eine Debatte um das Verhältnis Benedikts XVI. zu seinem Nachfolger ausgelöst. Dieser erwägt, eine Priesterweihe verheirateter Diakone in seelsorglichen Notlagen zuzulassen.

Benedikt XVI. beschreibt in dem Aufsatz das christliche Priesteramt als Neudeutung, bei der in der Figur Jesu als Hohepriester "die prophetische Kultkritik und die von Mose ausgehende kultische Tradition sich verschmelzen". Die Verhältnisbestimmung zum alttestamentlichen Priesteramt sei allerdings nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) "auch für die katholische Kirche unausweichlich geworden". Das Ämterverständnis sei "mit einer ungeheuren Dringlichkeit auf uns hereingestürzt" und "bis heute zur anhaltenden Krise des Priestertums in der Kirche geworden".

Zur Begründung des Zölibats verweist Benedikt XVI. unter anderem auf den "Zusammenhang von sexueller Enthaltung und Gottesdienst"; dieser sei "im allgemeinen Bewusstsein Israels durchaus klar" gewesen. Auch bei heutigen katholischen Priestern stehe das ganze Leben "in der Berührung mit dem göttlichen Geheimnis" und verlange so "eine Ausschließlichkeit für Gott, die eine andere, das ganze Leben umgreifende Bindung wie die Ehe neben sich ausschließt". Dabei wendet sich Benedikt XVI. ausdrücklich gegen eine "negative Einschätzung des Leibes und der Sexualität"; allerdings beanspruchten der Priesterdienst und die Ehe den Menschen jeweils so, dass "beide Berufungen zugleich nicht realisierbar erschienen".

Weiter deutet er den Verzicht auf Ehe und Familie analog zum Verzicht des israelitischen Priesterstammes Levi auf Landbesitz: "In diesem Sinn hat die Kirche das Wort Klerus (Erbengemeinschaft) gedeutet. In den Klerus eintreten heißt: Auf ein eigenes Lebenszentrum zu verzichten und Gott allein als Träger und Garant seines Lebens anzunehmen." Der Zölibat ist aus Sicht Benedikts XVI. ferner Ausdruck eines vorbehaltlosen Dienstes und "wahrer Freiheit".

Bei seinen Ausführungen bezieht sich Benedikt XVI. unter anderem auf seine Bücher "Der Geist der Liturgie" und "Jesus von Nazareth". Auch reflektiert er Erfahrungen seiner eigenen Priesterweihe im Jahr 1951.

Ausnahmeregelungen für verheiratete Priester, wie sie Benedikt XVI. selbst während seiner Amtszeit als Papst für katholisch gewordene, ehemals anglikanische Geistliche verfügte, sind nicht Gegenstand des Beitrags. Auch auf den Umstand, dass in den katholischen Ostkirchen der verheiratete Priester den Normalfall bildet, geht Benedikt XVI. nicht ein.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 




Mehr zu

Benedikt XVI.

  1. Namhafter anglikanischer Kanoniker wird katholisch, beeinflusst durch Kard. Newman und Benedikt XVI.
  2. Il Giornale: Benedikt XVI. hatte ‚große Besorgnis‘ wegen des Synodalen Wegs
  3. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  4. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  5. Kardinal Kasper erinnert sich wertschätzend an Benedikt XVI./Ratzinger - „Kennen uns seit 1963“
  6. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  7. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  8. Papst Leo verlieh Ratzingerpreis an den Stardirigenten Riccardo Muti
  9. "Unsere Liebe Frau von Guadalupe" ist "Mutter und Stern der Evangelisierung in Amerika"
  10. „Was Benedikt XVI. uns über Israel lehrte – und warum es heute von Bedeutung ist“






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  4. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  5. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  6. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  7. Realitätsverlust im Bistum Chur
  8. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  9. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  10. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  11. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  12. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  13. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  14. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag
  15. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz