10 Februar 2020, 23:00
Indien: Bischöfe kritisieren Vorstoß für neues Abtreibungsgesetz
 
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Derzeit werden in Indien 6,4 Millionen Abtreibungen pro Jahr durchgeführt - Regierung plant Legalisierung bis zur 24. Schwangerschaftswoche

Neu-Delhi (kath.net/KAP) Heftige Kritik der katholischen Kirche sowie von Lebensschutz-Bewegungen hat der Vorstoß der indischen Regierung für eine Ausweitung der Frist für legale Abtreibungen von der 20. auf die 24. Schwangerschaftswoche hervorgerufen. Eine entsprechende Gesetzesvorlage war am Mittwoch vorgelegt worden und soll nun im Parlament verhandelt werden, berichtete das römische Nachrichtenportal "Asianews" am Donnerstag.

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In Indien wurden medizinische Abtreibungen 1971 bis zur 12., später bis zur 20. Schwangerschaftswoche erlaubt. Der nunmehrige Regierungsvorstoß schaffe eine "Atmosphäre, derzufolge Abtreibungen keine Grenzen mehr haben soll", mahnte Bischof Paul Mulassery, der Vorsitzender der Familienkommission des Bischofsrates von Kerala. Seitens der Kirche sei klar, dass "kein Unterschied zwischen einem ungeborenen Kind und einem neugeborenen Baby" bestehe.

In Indien werden laut einer Studie der Ipas Development Foundation jährlich rund 6,4 Millionen Abtreibungen vorgenommen. Mindestens die Hälfte davon geschieht illegal ohne ärztliche Aufsicht oder unter auch das Leben der Mütter gefährdenden Umständen. Verboten, aber dennoch ungebrochen weit verbreitet ist auf dem Subkontinent die Praxis des Femiszids, wonach vor allem Mädchen abtrieben werden. Das Ergebnis ist mittlerweile ein bereits enormes Ungleichgewicht der Geschlechter in der Bevölkerung.

Während Gesundheitsminister Prakash Javadekar die geplante, bisher nur für Missbildungen des Fötus oder bei Todesrisiko der schwangeren Mutter vorbehaltene Fristverlängerung als "progressive Reform" und als Hilfe für Vergewaltigungsopfer, Mädchen mit Behinderungen und Minderjährigen, die ihre Schwangerschaft womöglich nicht bemerkt haben" bezeichnete, kündigten Lebensschutz-Gruppen Proteste an. "Femiszid und Totschlag" würden dadurch einzig noch mehr zunehmen, warnte das Pro-Life-Komitee von Kerala. Indien verletze damit das Recht auf Leben als sein oberstes Gebot.


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