Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  2. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  3. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  4. Der stumme Gott unserer Zeit
  5. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  6. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  7. Realitätsverlust im Bistum Chur
  8. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  9. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  10. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  11. Ramadan sorgte für Unfrieden an Wiener Schulen!
  12. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  13. Michelle Obama ermutigt Mütter arbeiten zu gehen
  14. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  15. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen

Barbarin sieht für sich keine Zukunft als Erzbischof von Lyon

12. Februar 2020 in Weltkirche, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vom Vorwurf der Missbrauchsvertuschung freigesprochener Kardinal denkt an Tätigkeit als Wallfahrtsseelsorger oder als Priester in Madagaskar - Es gab Fehler und "Medien-Tsunami"


Paris (kath.net/KAP) Der jüngst vom Vorwurf der Missbrauchsvertuschung freigesprochene französische Kardinal Philippe Barbarin kann sich keine weitere Zukunft an der Spitze der Erzdiözese Lyon vorstellen. Das geht aus einem Interview des seit 2002 als Erzbischof von Lyon amtierenden 69-jährigen Kardinals im aktuellen Wochenmagazin "Le Point" hervor. Die Entscheidung liege beim Papst, betonte Barbarin. Er sehe sich als Wallfahrtspriester, als Prediger bei geistlichen Exerzitien oder als Seelsorger in Madagaskar, wo er schon in den 1990er Jahren als Priester arbeitete. Schon unmittelbar nach dem Freispruch durch ein Berufungsgericht am 30. Jänner hatte Barbarin erklärt, er wolle sein Amt als Erzbischof erneut in die Hände des Papstes legen, um ein neues Kapitel für die Kirche von Lyon aufzuschlagen.


Der Kardinal war zunächst im März 2019 wegen Nichtanzeige von sexuellem Missbrauch in erster Instanz schuldig gesprochen und zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Vorwurf lautete, er habe Fälle sexuellen Missbrauchs durch den Ex-Priester Bernard Preynat nicht bei den staatlichen Behörden angezeigt. Barbarin nahm sich in der Folge eine Auszeit; die Leitung der Erzdiözese Lyon übertrug der Papst mit Blick auf das laufenden Berufungsverfahren im Juni übergangsweise dem früheren Bischof von Evry-Corbeille-Essonnes, Michel Dubost.

Im "Le Point"-Interview bekräftigte Barbarin nun, er habe "niemals gewollt oder daran gedacht irgendetwas zu vertuschen". Das habe ihm jetzt auch das Berufungsgericht bestätigt. "Diese Angelegenheit wird mir jetzt trotzdem immer anhängen", hielt er gleichzeitig fest. "Ich werde immer derjenige sein, der schreckliche Taten nicht angezeigt hat", sagte Barbarin. "Aber die Justiz hat bestätigt, dass ich in dieser Hinsicht nicht schuldig bin."

Dem Missbrauchstäter Preynat gegenüber habe er es "an Mut und Entschlossenheit fehlen lassen", so der Kardinal. "Ich habe immer - fälschlich - gedacht, dass hätten meine Vorgänger alles schon gelöst." Barbarin klagt sich im Nachhinein aber auch an, dass ihm das Ausmaß der Missbrauchsfälle in der Erzdiözese zu spät klar geworden sei. "Es ist mir erst gegen Ende 2014 brutal bewusst geworden, was diese Taten konkret bedeuteten - das Leiden der Opfer."
Freimütig räumte der Kardinal im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Fehler bei der Amtsausübung" ein, spricht aber auch von einem "Medien-Tsunami", den er in den vergangenen vier Jahren erlebt habe. Immerhin hätten die "Angriffe" auf ihn aber "auch zu etwas Positivem geführt", nämlich zu einem "allgemeinen Aufwachen" in Sachen Missbrauch.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kardinäle

  1. Irakischer Patriarch Sako tritt zurück
  2. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  3. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  4. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  5. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  6. Papst Leo eröffnet das Konsistorium: „Einheit zieht an, Spaltung zerstreut“
  7. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  8. Papst Leo empfängt chinakritischen Kardinal Zen aus Hongkong
  9. „Synoden sind gute, nützliche Instrumente zur Entwicklung praktischer pastoraler Strategien, aber…“
  10. Wenn der Papst die Kardinäle ruft






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  4. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  5. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  6. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  7. Realitätsverlust im Bistum Chur
  8. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  9. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  10. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  11. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  12. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  13. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  14. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag
  15. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz