20 Februar 2020, 09:59
Mosambik: Es droht eine Hungersnot
 
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Die Gewaltwelle im Norden Mosambiks schwillt immer weiter an. Allein am 29. und 30. Januar 2020 habe es in der Provinz Cabo Delgado sechs Angriffe gegeben, die eine allgemeine Flucht zur Folge hatten.

Wien-München (KIN)
Die Gewaltwelle im Norden Mosambiks schwillt immer weiter an. Allein am 29. und 30. Januar 2020 habe es in der Provinz Cabo Delgado sechs Angriffe gegeben, die „eine allgemeine Flucht zur Folge hatten und eine große Spur der Zerstörung hinterließ“, erklärte Bischof Luiz Fernando Lisboa im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Lisboa leitet das Bistum Pemba, das sich im Nordosten Mosambiks befindet. Die Region wird seit Oktober 2017 von terroristischen Anschlägen heimgesucht.

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Einer der neuerlichen Attacken habe eine Landwirtschaftsschule in dem Ort Bilibiza gegolten, rund zweihundert Kilometer von Pemba entfernt. „Das ist eine Hochschule mit 500 Studenten“, erklärte Lisboa. „Die Schule wurde niedergebrannt. Unsere Sicherheitskräfte können die Angriffe ohne internationale Hilfe nicht eindämmen.“

Terrornetzwerke ins Ausland?

Der Bischof geht davon aus, dass bereits mindestens 500 Menschen seit Ausbruch des Terrors ihr Leben verloren haben. Viele Opfer seien enthauptet worden. Die Ursachen und Hintermänner des mutmaßlichen islamistischen Terrors liegen immer noch im Unklaren. Es gibt auch keine verlässlichen Zahlen darüber, wie groß die Terroreinheiten sind.

Es verdichten sich die Anzeichen, dass das Nachbarland Tansania Rekrutierungs- und Zufluchtsort für extremistische Kämpfer sein könnte und diese sich unbemerkt zwischen den beiden Ländern bewegen. Sollten diese Vermutungen zutreffen, „wäre das besorgniserregend“, sagte Lisboa. „Denn wenn es ein internationales Netzwerk gibt, sind die Terroreinheiten stärker und schwieriger aufzuhalten.“

Die Auswirkungen auf die Bevölkerung seien verheerend, erklärte der Bischof: „Die Dörfer leeren sich, die verbliebenen Einwohner bestellen die Felder nicht mehr.“ Eine Hungersnot stehe bevor. Dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen zufolge sind über 100 000 Menschen im Norden Mosambiks auf der Flucht. Nicht nur der Terror, auch die Verwüstungen durch Wirbelsturm „Kenneth“ Ende April 2019 habe viele Menschen obdachlos gemacht, sagte Lisboa.

Kirchliche Mitarbeiter bleiben, wenn alle gehen

Der Bischof ist sich im Klaren, dass er selbst Ziel eines Terroranschlags werden könnte. „Aber ich habe keine Angst. Ich versuche meine Aufgabe zu erfüllen.“ Diese bestehe vor allem darin, die Missionare zu unterstützen, „die vor Ort in der Schusslinie stehen. Sie sind sehr mutig.“ Während andere Organisationen gefährliche Orte längt verlassen hätten, sei die Kirche noch präsent und „wie eine Oase, zu der die Menschen gehen können, um zu weinen oder Hilfe zu suchen“, so der Bischof.

Unterstützung dafür komme auch von „Kirche in Not“, betonte Lisboa: „beispielsweise durch Fahrzeuge für Priester, damit sie ihre Gemeinden erreichen können, oder durch Hilfen für die Aus- und Weiterbildung von Seminaristen. ,Kirche in Not‛ hat viel geholfen. Ohne diese Hilfe wäre es sehr schwierig, unsere Arbeit zu machen.“

Um den Einsatz der Kirchen für notleidende Menschen in Mosambik weiterhin unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05
Verwendungszweck: Mosambik


Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten:

Kirche in Not Österreich
Kirche in Not Deutschland
Kirche in Not Schweiz

Foto: Heilige Messe unter freiem Himmel mit Bischof Luiz Fernando Lisboa in Mosambik. © Kirche in Not

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