Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Kirchen verfehlen die Lebensrealität vieler Christen in Deutschland
  2. Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung
  3. "Möchte ich mich formell für die Klimaangst entschuldigen!"
  4. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  5. Lobpreis, die Beziehung zum Vater, Ruhe in Jesus
  6. Kritik: „Gewissensfreiheit durch die Hintertür eines faktischen Teilberufsverbots aushebeln“
  7. Diözese Linz verlinkt umstrittenes Bekenntnis zur LGBT-Propaganda
  8. „Meine Zeit im Gefängnis“ – „Mein katholischer Glaube hat mich gestützt“
  9. Grüne wollen Ärzte zur Abtreibung zwingen!
  10. R.I.P. Ennio Morricone
  11. Der synodale Weg funktioniert nicht
  12. Türkisches Gericht annulliert Museumsstatus der Hagia Sophia
  13. Der Glaube ist „verdunstet, verdampft, verflüchtigt“, auch an den katholischen Schulen
  14. „Black Lives Matter“ fordert Auflösung der Kernfamilie
  15. Überraschende Wende: Macron will identischen Nachbau des Notre-Dame-Vierungsturms

Rom: Argentinische Missbrauchsopfer erheben schwere Vorwürfe

23. Februar 2020 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Anwalt wirft Vatikan vor in der Aufklärung von Missbrauchsfällen am kirchlichen Institut Provolo in Mendoza nicht ausreichend mit der Staatsanwaltschaft zu kooperieren.


Rom (kath.net/ KAP)
Eine Gruppe argentinischer Missbrauchsopfer erhebt schwere Vorwürfe gegen den Vatikan. "Es werden wichtige Informationen zurückgehalten, und auch Franziskus zieht nicht die nötigen Konsequenzen", sagte ihr Anwalt Sergio Salinas am Donnerstag vor Journalisten in Rom. Die Betroffenen selbst sind taubstumm und äußerten sich in Gebärdensprache zu den Hintergründen des Missbrauchsskandals an einer katholischen Sonderschule im argentinischen Mendoza.

Der Fall, in dem zwei Geistliche Ende 2019 zu jahrzehntelangen Haftstrafen verurteilt wurden, sorgt weiter für internationale Schlagzeilen. Mehrere Gerichtsverfahren sind noch anhängig, insgesamt sind mehr als ein Dutzend Mitglieder des Ordens "Societas Mariae", besser bekannt als Istituto Provolo, in die Vorwürfe verwickelt. In der mittlerweile geschlossenen Ordensschule sollen über Jahre hinweg zahlreiche Kinder geschlagen und missbraucht worden sein. "Wir haben so viel gelitten, das muss endlich aufhören", klagte der 19-jährige Ezequiel Villalonga. Das würde er dem Papst gerne persönlich sagen. Seine Bitte um Audienz sei bislang nicht erhört worden.


Der Anwalt Salinas wirft dem Vatikan konkret vor, nicht ausreichend mit der Staatsanwaltschaft in Argentinien zu kooperieren. So hätten vatikanische Ermittler wichtige Erkenntnisse zusammengetragen. Die Akten blieben aber unter Verschluss. "Es gibt laut den Aussagen, die uns vorliegen, mindestens noch einen Priester, der vergewaltigt hat. Aber wir kennen seinen Namen nicht. Er ist weiter auf freiem Fuß", so Salinas. Die Opfer könnten ihn anhand von Daten und Fotos identifizieren. Doch die bekämen sie nicht. Zudem gebe die Kirche die Kontaktadressen ehemaliger Provolo-Schüler nicht heraus, die zur Aufklärung beitragen könnten. All das erschwere die Ermittlungen. Darum habe man in dieser Woche die Vereinten Nationen in Genf um Hilfe gebeten.

Auch Peter Isely, Gründer des internationalen Verbands "Ending Clergy Abuse" (ECA), wirft dem Vatikan vor, nicht genug unternommen zu haben. "Der Fall steht beispielhaft für die Probleme der katholischen Kirche", sagte er. Einer der kürzlich verurteilten Priester sei bereits vor seiner Versetzung nach Argentinien wegen Missbrauchsvorwürfen an einer Provolo-Schule im italienischen Verona auffällig geworden. Die Betroffenen hätten dem Papst 2015 einen Brief mit entsprechenden Informationen überreicht. Dennoch sei es in Mendoza bis 2016 zu Übergriffen gegen Schulkinder gekommen. "So etwas darf einfach nicht geschehen", kritisierte Isely. "Franziskus hätte sofort eingreifen müssen."

Matthias Katsch, Sprecher der deutschen Opfer-Initiative "Eckiger Tisch", sieht das ähnlich. "Den Provolo-Schülern hätte viel Leid erspart werden können", sagte er am Rande der Pressekonferenz in Rom. Es gebe viele kleine Ordensgemeinschaften, die nicht ausreichend kontrolliert würden. Dies müsse sich dringend ändern. Er unterstütze das Anliegen der argentinischen Gruppe, sich an den Papst zu wenden: "Der Vatikan ist eine Monarchie, und wenn man etwas ändern will, muss man mit dem Monarchen sprechen."

Ob Franziskus die Argentinier empfängt, ist derweil unklar. ECA-Gründer Isely kündigte an, man werde sich an die vatikanische Glaubenskongregation wenden. "Wir klopfen dort einfach an die Türe, und dann sehen wir, was passiert."

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Missbrauch

  1. Verbot von Kinder-Sexpuppen!
  2. Bistum Limburg ließ Vertuschungsstrategien bei Missbrauch rekonstruieren
  3. Argentinischer Nacktselfie-Bischof arbeitet wieder im Vatikan
  4. Pentin: „Keine Vatikan-Antwort auf Nachfragen nach McCarrick-Report“
  5. Lyon: Fünf Jahre Haft für Ex-Priester wegen Missbrauchs
  6. Köln: Pressekonferenz zur „Unabhängigen Untersuchung“ wird verschoben
  7. Vatikanische Inspektion wegen Missbrauch in Mexiko verschoben
  8. Kirche in Mexiko und Vatikan untersuchen Vertuschungsvorwürfe
  9. Hoffnung auf saubere Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln
  10. Vatikan plant "Task Forces" gegen Missbrauch in der Kirche








Top-15

meist-gelesen

  1. Benedikt XVI.: „Vergelt’s Gott, lieber Georg, für alles“
  2. Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung
  3. "Möchte ich mich formell für die Klimaangst entschuldigen!"
  4. „Meine Zeit im Gefängnis“ – „Mein katholischer Glaube hat mich gestützt“
  5. Grüne wollen Ärzte zur Abtreibung zwingen!
  6. Der synodale Weg funktioniert nicht
  7. Kirchen verfehlen die Lebensrealität vieler Christen in Deutschland
  8. „Herr, ich bin da!“ – Georg Ratzinger über seine Primiz
  9. Wir knien nur vor dem allmächtigen Gott nieder!
  10. „Unser aller aufrichtige Anteilnahme gilt dem Papa emerito Benedikt XVI.“
  11. „Das Bekenntnis zur Wahrheit betrachtete Kardinal Meisner als heilige Pflicht“
  12. „Black Lives Matter“ fordert Auflösung der Kernfamilie
  13. „Der nächste Papst“: Welchen Herausforderungen muss er sich stellen?
  14. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  15. Trondheim bekommt nach elf Jahren wieder eigenen Bischof

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz