Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  5. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  6. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  7. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  8. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  9. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  12. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  13. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  14. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  15. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse

Angelus in der Zeit der Seuche

8. März 2020 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Papst Franziskus kommentiert das Evangelium von Tag und bringt seine Sorge um die sogenannten Flüchtlinge an der griechischen Grenze zum Ausdruck: die ‚Priorität’. Nähe zu den Menschen, die an der Seuche leiden. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Spettrale“ sagen die Italiener, gespenstisch die Deutschen. Angelus am zweiten Fastensonntag „Reminiscere“, dritter Sonntag der Coronavirus-Zeit. Gespenstisch: mit dem Papst und gleichzeitig ohne den Papst, seit vielen Jahren das erste Mal. Das Fenster der ehemaligen Papstwohnung blieb leer, das erste Mal seit den großen gesundheitlichen Problemen Johannes Pauls II. „Da und nicht da“: Franziskus trat nicht ans Fenster, sondern vor die Fernsehkamera in der Bibliothek der ehemaligen Papstwohnung im Apostolischen Palast, um sich nach einer Woche auffälliger Abwesenheit „Urbi et Orbi“ in einem Live-Stream zu melden. Er hätte dies allerdings von jedem beliebigen Ort aus tun können.

Er tat dies, nachdem die Abwesenheit des „Leibes des Papstes“ in dieser schwierigen Zeit nicht wenige verunsicherte, ja in ein noch größeres Loch der Verlassenheit stürzte. Der Papst „verschwindet“ wortlos, wenn es Rom, Italien und der Welt schlecht geht: das war und ist eine sehr einzigartige Situation der jüngsten Kirchengeschichte.

Es war Joaquin Navarro Vals, genialer Organisator und Medienmann Johannes Pauls II., der angesichts der Hinfälligkeit des Papstes, der sich nicht der Öffentlichkeit entzog, erklärt hatte: „Der Leib des Papstes gehört dem Volk, er gehört der Kirche“. Inmitten der größten Krise der letzten Jahrzehnte – es war gerade dieser „Leib“, der die letzten Tages „auf sich waren lieߓ, der es vorzog, sich wortlos einer Abgeschiedenheit hinzugeben.


Franziskus wurde auf den Großbildschirmen übertragen, die fest auf dem Petersplatz installiert sind, was als unbegreiflich gewertet werden kann, denn: es sollten ja in Zeiten der Seuche Ansammlungen von Menschen vermieden werden. Wie dem auch sei: Rom ist seit Tagen leer, woran auch diese virtuelle und zufällig wirkende Anwesenheit eines Papstes auf Bildschirmen nichts änderte.

Der Papst ging in seiner „Ansprache“ wie üblich auf das Evangelium vom Sonntag ein (Mt 17,1-9), das die Verklärung des Herrn auf dem Berg Tabor berichtet. Jesus nehme Petrus, Jakobus und Johannes mit und steige auf einen hohen Berg, ein Symbol der Nähe zu Gott, um sie für ein umfassenderes Verständnis des Geheimnisses seiner Person zu öffnen, die leiden, sterben und dann wieder auferstehen müsse.

Tatsächlich habe Jesus begonnen, zu ihnen über das Leiden, den Tod und die Auferstehung zu sprechen, die ihn erwarteten, „aber sie konnten diese Perspektive nicht akzeptieren“. Deshalb tauche Jesus, nachdem er den Gipfel des Berges erreicht habe, in das Gebet ein und werde vor den drei Jüngern verklärt.

Durch das wunderbare Ereignis der Verklärung seien die drei Jünger aufgerufen, in Jesus den Sohn Gottes zu erkennen, der vor Herrlichkeit strahlt. So schritten sie in der Erkenntnis ihres Meisters voran, indem sie erkennten, dass der menschliche Aspekt nicht seine ganze Realität ausdrücke. In ihren Augen offenbare sich die jenseitige und göttliche Dimension Jesu.

Es sei darauf hinzuweisen, dass Jesus sich inmitten der Gruppe der Zwölf dafür entscheide, Jakobus, Johannes und Petrus mit auf den Berg zu nehmen. Er behalte ihnen das Privileg vor, der Verklärung beizuwohnen. Doch Petrus werde ihn in der Stunde des Prozesses verleugnen. Die beiden Brüder Jakobus und Johannes „werden darum bitten, die ersten Plätze in seinem Reich zu haben“. Jesus wähle nicht nach unseren Kriterien, sondern nach seinem Plan der Liebe. Es sei eine freie, bedingungslose Wahl, eine freie Initiative, eine göttliche Freundschaft, die keine Gegenleistung verlange.

„Wir waren nicht auf dem Berg Tabor, wir haben nicht mit unseren eigenen Augen das Gesicht Jesu gesehen, das wie die Sonne strahlt“, so der Papst. Aber „auch uns wurde das Wort des Heils gegeben, der Glaube wurde uns geschenkt, und wir erlebten die Freude, Jesus auf unterschiedliche Weise zu begegnen“. Jesus sage auch zu uns: „Fürchtet euch nicht“. In dieser von Egoismus und Gier geprägten Welt werde das Licht Gottes durch die Sorgen des Alltags verdunkelt. Wir dürften nicht vergessen, dass wir durch die Taufe und die Firmung, die wir empfangen haben, zu Zeugen geworden seien, nicht wegen unserer Fähigkeit, sondern wegen der Gabe des Geistes.

Nach dem Angelus ging der Papst erneut auf die Lage der sogenannten Flüchtlinge an der griechischen Grenze ein, was für ihn die „Priorität“ darstellt.

„Ich bin mit dem Gebet den Menschen nahe“, so der Papst dann, „die unter der gegenwärtigen Coronavirus-Epidemie leiden, und all denen, die sich um sie kümmern. Ich habe in diesen Tagen des Rückzugs ihrer sehr gedacht. Ich schließe mich den Bischöfen an und ermutige die Gläubigen, diese schwierige Zeit mit der Kraft des Glaubens, der Gewissheit der Hoffnung und dem Eifer der Nächstenliebe zu leben. Möge uns die Fastenzeit helfen, auch diesem Moment der Prüfung einen Sinn für das Evangelium zu geben“.

„Schönen Sonntag und bitte vergesst nicht, für mich zu beten. Gesegnete Mahlzeit und auf Wiedersehen!“.




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Angelus

  1. Die Gnade der Eucharistie: essen und gesättigt werden
  2. Der Sinn von Christi Himmelfahrt. Zwei Handlungen: Ankündigung der Gabe des Geistes und Segen
  3. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch!
  4. Hören, kennen, folgen
  5. Die Zeit, mit Jesus neu anzufangen, mit ihm hinauszufahren
  6. Auch wir sind wie Thomas
  7. Die Wahrheit, die uns frei macht
  8. Bekehren wir uns vom Bösen, entsagen wir der Sünde!
  9. Die Verklärung und die Gnade der Wachsamkeit
  10. Die Versuchungen und der Kampf gegen das Böse







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  3. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  4. "Ministrant Putins": Tück übt scharfe Kritik an Moskauer Patriarch
  5. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“
  6. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  7. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  8. Genesungswünsche für Papst: "Lieber Papst Leo ..."
  9. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  10. Medjugorje-Seher: "Ich bin nur ein Werkzeug"
  11. Nach Sperre: Au-pair-Plattform stimmt Vergleich mit christlichem Vater zu
  12. Papst Leo XIV. verlässt heute das Gemelli-Krankenhaus
  13. Papst-Telefonat mit Putin: Leo XIV. tief besorgt über humanitäre Lage in der ukrainischen Stadt Oles
  14. Leo XIV. will Südamerikareise offenbar antreten
  15. Papst wusste offenbar seit einem Monat von Krebsverdacht

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz