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Vorerst noch keine Entscheidung im Fall von Kardinal Pell

12. März 2020 in Weltkirche, 17 Lesermeinungen
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Australiens Oberstes Gericht vertagt Entscheidung auf späteren Zeitpunkt und fordert Verteidigung und Staatsanwaltschaft zu weiteren Stellungnahmen auf


Canberra (kath.net/KAP) Nach dem zweiten Tag der Berufungsanhörung im Fall des wegen sexuellen Missbrauchs verurteilten Kardinals George Pell ist noch keine Entscheidung gefallen. Australiens Oberstes Gericht vertagte seine Entscheidung am Donnerstag auf einen späteren Zeitpunkt. Die sieben Richter baten die beiden Parteien um weitere schriftliche Stellungnahmen und gaben ihnen zwei Werktage Zeit, um diese zu liefern, wie australischen Medien berichteten. Das Verfahren vor dem High Court ist die letzte Chance des Kardinals auf einen Freispruch.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft am zweiten Anhörungstag den Schuldspruch des 78-Jährigen verteidigt. Pells Anwälte hätten ein "unvollständiges Bild der Faktenlage" gezeichnet und "Schönfärberei" betrieben, sagte Staatsanwältin Kerri Judd.
Pell war vor einem Jahr wegen sexuellen Missbrauchs zweier Chorknaben zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch durch eine Jury und das anschließende Strafmaß stützte sich allein auf die unter Ausschluss der Öffentlichkeit gemachte Aussage eines der Opfer. Der zweite Mann war kurz vor Prozessbeginn an einer Drogenüberdosis gestorben.


Ein Berufungsgericht in Melbourne hatte im August 2019 mit der Mehrheit von zwei der drei Richter den Schuldspruch und das Strafmaß bestätigt. Gegen diese Entscheidung legten Pells Anwälte Berufung vor dem High Court ein. Die Richter des Berufungsgerichts hätten von Pell verlangt, seine Unschuld zu beweisen und damit den "juristischen Fehler" der Beweislastumkehr begangen, argumentierten die Anwälte am Mittwoch vor dem High Court.

Pell wird vorgeworfen, als Erzbischof von Melbourne Ende 1996 zwei Chorknaben in der Sakristei der Kathedrale sexuell missbraucht zu haben. Viele Zeugen sagten jedoch aus, es sei gängige Praxis Pells gewesen, nach Gottesdiensten auf den Stufen der Kathedrale Teilnehmer zu begrüßen. Zudem hätten sich in der Sakristei nach Gottesdiensten zahlreiche Priester und Messdiener aufgehalten. Der vorgeworfene Missbrauch habe also gar nicht stattfinden können, so die Anwälte unter Berufung auf die Zeugenaussage von Pells damaligem Zeremonienmeister Charles Portelli im Strafverfahren. Dieser war seinerzeit gewöhnlich ständig an der Seite des Erzbischofs.

Die Frage, ob es Pell zeitlich überhaupt möglich war, die beiden Chorknaben zu Sex zu zwingen, war auch ein zentraler Punkt bei den Ausführungen der Staatsanwaltschaft vor dem High Court. Staatsanwältin Judd räumte vor dem High Court ein, die Zeugenaussage von Portelli sei "isoliert betrachtet" geeignet, Zweifel an den Vorwürfen aufkommen zu lassen. Im "Kontext der Gesamtbeweislage" seien Zweifel aber nicht angebracht.

In den Berufungsverfahren in der Causa geht es insbesondere genau um diesen Punkt. Für eine Verurteilung muss die Schuld des Angeklagten aus Sicht der Geschworenen über jeden Zweifel ("beyond reasonable doubt") erhaben sein. Pells Verteidigung argumentieren, dass die Beweislast für eine solche zweifelsfreie Verurteilung nicht ausgereicht habe. Demgegenüber argumentiert die Staatsanwaltschaft, die Beweise seien so weitgehend, dass die Jury zweifelsfrei von Pells Schuld überzeugt gewesen sei.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Zeitzeuge 14. März 2020 
 

Im Link ein Bericht von E. Pentin zum Thema!

Laudetur Jesus Christus!

beiboot-petri.blogspot.com/2020/03/e-pentin-uber-kardinal-pells.html


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 lesa 14. März 2020 

Röm 8, 31-39

@petrafel: Der zweite Ministrant, der stets die Vorwürfe als unwahr bezeichnete, ist gestorben.

Im übrigen dürfen wir im Vertrauen weiterbeten, dass dem Kardinal zur rechten Zeit Recht verschafft wird. Das kennen wir aus der Susanna-Geschichte im Buch Daniel - und aus dem Buch der Weisheit.


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 Reichert 13. März 2020 
 

gloria-olivae, jetzt weiß ich, wes Geistes Kind sie sind. Wer politische Vorgänge nicht so einordnet wie Sie, der ist AfD-
affin. ich jedenfalls werde auch weiterhin für den Sieg der Gerechtigkeit im Verfahren gegen Kardinal Pell beten, auch wenn ich davon ausgehe, daß er der dortigen Politik und auch seinen Mitbrüdern vor Ort ein Dorn im Auge ist.Der Mensch denkt, aber GOTT LENKT!!!


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 Alpenglühen 13. März 2020 

@petrafel

Es gab u. gibt genug Zeugen, die bestätigen, daß Kard. Pell im maßgeblichen Zeitrahmen nicht am Ort des vermeintlichen Mißbrauchs war. S. u. a. Art. 67385 u. 69375! Der Haß auf Katholiken wurde im Bundesstaat Victoria durch die Medien in den letzten 20 Jahren dermaßen geschürt, daß die austral. Justiz unbedingt einen „Vorzeige-Täter“ wollte u. brauchte. U. da paßte Kard. Pell als höchster „konservativer“ Vertreter der Kath. Kirche in Australien genau ins Konzept. Suchen Sie im Archiv v. kath.net, u. Sie werden feststellen, daß es keine Beweise für eine Schuld von Kard. Pell gibt. Des weiteren wurde jetzt bekannt, daß Kard. Pell dafür herhalten mußte, einen massiven Polizei-Skandal zu vertuschen.
Beten wir zu Gott u. bitten zusätzlich den Hl. Nikolaus, Schutzpatron der unschuldig Verurteilten, um Mithilfe, daß Kard. Pell Gerechtigkeit erfährt.

www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/aktuell/Fall-Pell-Wirbel-um-Lawyer-X;art4874,204323


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 Konrad Georg 13. März 2020 
 

Die Verteidigung sollte

einen Film drehen, wie ein Bischof liturgisch angekleidet wird. Außerdem gibt es ungehörte Zeuginnen.


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 Salvian 13. März 2020 

Letzte Chance

Das Verfahren vor dem höchsten australischen Gerichtshof sei die letzte Chance für Kardinal Pell, heißt es in diesem Artikel. Weltlich gesprochen, ist das so. Dahingegen sagt der amerikanische Publizist George Weigel zwar auch, das Verfahren sei die letzte Chance — aber nicht für Pell, sondern für die australische Justiz. Es gehört nämlich zu den fundamentalen Grundsätzen des neuzeitlichen Rechtsdenkens, dass erstens nicht der Anklagte seine Unschuld, sondern der Kläger dessen Schuld beweisen muss, und dass zweitens in Zweifelsfällen zugunsten des Angeklagten zu entscheiden ist. Gelten diese Grundsätze in Australien nicht mehr, wenn der Angeklagte ein konservativer Kirchenmann ist?

Zum Nachlesen:

kath.net/news/67258

kath.net/news/68887


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 petrafel 13. März 2020 
 

Weder eindeutige Beweise dafür noch dagegen

Was ist nicht verstehe, ist die insgesammt so dürftige Beweislage - auf beiden Seiten.
Wenn Kardinal Pell nach "gängiger Praxis" vor der Kirche Gläubige begrüßt hat, ist das tatsächlich zu dürftig. Aber es sollten sich doch wohl problemlos mehrere Menschen finden lassen, die damals dort waren und sagen können, ober er dort stand oder nicht. Und es müssten sich doch auch Konzelebranten und Ministranten finden lassen, die nach der Messe in der Sakristei waren. Warum werden die nicht als Zeugen ins Feld geführt? Und war der Zeremonienmeister ständig an Kardinal Pells Seite oder nicht ("gewöhnlich" ist kein Beweis!)? Oder warum bringt die Anklägerseite keine Beweise für die Abwesenheit des Kardinals vor der Kirche?
Es müsste doch für den betreffenden Tag und die Messe dutzende Zeugen geben! Ewige Ermittlungen und fast keine brauchbaren Beweise - da ist doch was faul!


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 gloria.olivae 13. März 2020 

@Reichert

Es geht hier um einen gerichtlichen Prozess um Kardinal Pell und nicht um dumpf-dreiste AFD-Propaganda zur Flüchtlingskrise 2015. Beim Thema bleiben!


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 Fischlein 12. März 2020 
 

Will das Gericht jetzt

nicht zugeben, dass die früheren Urteile nicht begründet waren?


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 Ehrmann 12. März 2020 

Ich denke, wir brauchen das Opfer und das Gebet von Kardinal Pell mehr als umgekehrt

und unsere Mutter Kirche braucht Opfer und Gebet von uns allen - besonders aber von Kardinal Pell. Er leidet für uns wie der ägyptische Josef - von den eigenen Brüdern verkauft, ungerecht verurteilt viele Jahre im Gefängnis - dann aber an einem einzigen Tag zu den höchsten Ehren erhoben und Retter vor der Hungersnot Ägyptens und seines eigenen Volkes. Soviel Unrecht und Leid - aber als Gottes Wille zugleich Ursache der Rettung Vieler - eines der vielen Vorbilder der Leiden unseres Herrn im AT.


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 lesa 12. März 2020 

@[email protected]: Weiterbeten. Wir kommen nicht aus der Übung...


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 Adamo 12. März 2020 
 

Wir hoffen sehr, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

Dafür beten wir, meine Frau und ich, im gemeinsamen Morgengebet jeden Tag.


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 TomTom 12. März 2020 
 

by the way: was ist inzwischen mit Vigano ??


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 lakota 12. März 2020 
 

Das kann doch nicht sein:

"argumentiert die Staatsanwaltschaft, die Beweise seien so weitgehend, dass die Jury zweifelsfrei von Pells Schuld überzeugt gewesen sei."
Wie kann das sein, wenn andrerseits:
" Der Schuldspruch durch eine Jury und das anschließende Strafmaß stützte sich allein auf die unter Ausschluss der Öffentlichkeit gemachte Aussage eines der Opfer."
Wie kann die Staatsanwaltschaft von Beweisen sprechen, wenn sie nichts hat, als die Aussage eines "angeblichen" Opfers. Ehe sich jemand aufregt, ich schreibe bewußt "angebliches" Opfer, denn von echten Beweisen habe ich nirgends etwas gehört. - Dafür aber von vielen Beweisen und Zeugenaussagen für die Unschuld von Kardinal Pell.

Ich bete seit der ersten Anklage für Kardinal Pell und werde es natürlich jetzt wieder besonders intensiv tun.


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 Nazarene 12. März 2020 
 

Noch keine Entscheidung

Beten wir weiter für Kardinal Pell!


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 Diasporakatholik 12. März 2020 
 

Ist doch klar: Jeder will hier sein Gesicht wahren!


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 gloria.olivae 12. März 2020 

Ich hoffe, dass die Wahrheit ans Licht kommt.


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