24 März 2020, 11:16
Medjugorje: Ende der Monatserscheinungen für eine "Seherin"
 
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Jungfrau Maria soll der 55-jährigen Mirjana Dragicevic-Soldo nur noch jährlich an ihrem Geburtstag erscheinen - Einbruch der Pilgerzahlen in Medjugorje durch Coronavirus, Pfarre überträgt Liturgien via Livestream

Sarajevo (kath.net/KAP) Im Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina erhält eine jener Personen, die den Angaben zufolge regelmäßige Erscheinungen der Jungfrau Maria erhalten sollen, diese nur noch jährlich statt monatlich. Mirjana Dragicevic-Soldo (55) erklärte laut dem Informationszentrum "Mir" Medjugorje, die Gottesmutter habe ihr am 18. März mitgeteilt, sie werde ihr fortan nicht mehr monatlich erscheinen und ihr keine Botschaft mehr geben. Drei andere Personen aus Medjugorje sehen ihren Aussagen zufolge die Mutter Jesu weiterhin täglich, zwei weitere wie Dragicevic-Soldo einmal pro Jahr.

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Dragicevic-Soldo stammt aus Sarajevo, ist verheiratet und Mutter zweier Töchter. Sie war 16 Jahre alt, als 1981 von ihr und fünf anderen damaligen Jugendlichen erstmals Marienerscheinungen in Medjugorje berichtet wurden. Ihren Angaben zufolge hatte sie ab Weihnachten 1982 keine Erscheinungen mehr, sondern nur noch jeweils an ihrem Geburtstag am 18. März. Seit 1987 gab sie an, zusätzlich am 2. Tag jedes Monats die Stimme der Jungfrau Maria zu hören, sie dabei immer wieder auch zu sehen und gemeinsam mit ihr "für die Personen, die die Liebe Gottes noch nicht erfahren haben" zu beten. Letzteres geschieht nun offenbar nicht mehr.

Die in der Nähe von Mostar gelegene Kleinstadt Medjugorje zählt zu den wichtigsten katholischen Pilgerorten mit zuletzt bis zu zwei Millionen Pilgern jährlich, darunter viele Österreicher. Aus dem Vatikan gibt es zur Frage der Echtheit der Marienerscheinungen, bei denen die Visionäre auch Botschaften über Frieden, Bekehrung, Gebet und Fasten erhalten, noch keine offizielle Position; Ergebnisse der von 2010 bis 2015 hier tätigen vatikanischen Untersuchungskommission wurden bisher nicht publik. Papst Franziskus hat 2018 mit der Ernennung eines Apostolischen Visitators für die Pfarre Medjugorje auf unbegrenzte Zeit sowie mit der Erlaubnis offizieller Pilgerfahrten im Mai 2019 Schritte einer Öffnung gesetzt.

Die aktuelle Corona-Situation macht vor Medjugorje nicht Halt und hat zu einem Totaleinbruch der Pilgerströme geführt. Laut Angaben der Seite medjugorje.hr wurden gemäß den Vorgaben der Bischofskonferenz von Bosnien und Herzegowina die Eucharistiefeiern und Abendgebete von der Kirche ins Freie auf den dahinter liegenden Außenaltar verlegt. Ähnlich wie in Assisi, Lourdes und Fatima überträgt die Pfarre ihre Liturgien via Live-Streaming (www.medjugorje.hr/live-streaming). Die Lage sei für alle Gläubigen eine "Gelegenheit, den Wert der Eucharistie, an die wir uns gewöhnt haben, und des Beichtsakraments, das wir vergessen haben, sowie auch der Anbetung wiederzuentdecken, indem wir sie nicht haben", erklärte Ortspfarrer Marinko Sakota beim in der Vorwoche gefeierten Josefsfest.

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