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Türkei: Entführte Mutter eines Priesters tot aufgefunden

27. März 2020 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Simoni Diril war vor 70 Tagen gemeinsam mit ihrem Ehemann verschleppt worden - Von ihm fehlt weiter jede Spur


Rom/Ankara (kath.net/KAP) Trauer und Furcht herrscht unter der christlichen Minderheit in der Südosttürkei. Am 11. Jänner wurde das alte christliche Ehepaar Simoni und Houmouz Diril im südostanatolischen Dorf Meer (türkisch: Kovankaya) von Unbekannten entführt. Nun wurde die Leiche der Frau in einem Bach nahe des Dorfes gefunden, wie der vatikanische Missionspressedienst "Fides" meldete. Von ihrem Ehemann fehlt weiter jede Spur. Die Christen in der Region befürchten freilich, dass dem Ehemann dasselbe Schicksal widerfahren sein könnte. Die beiden sind die Eltern des chaldäischen Priesters Remzi Diril, der in Istanbul wirkt.

Houmouz Diril und seine Frau Simoni waren vor einigen Jahren in ihren Geburtsort Meer zurückgekehrt und hatten seither dort gelebt - als einzige christliche Familie in dem früher ganz christlichen Ort. "Einladungen" und "Drohungen" zum Verkauf ihres Hauses hatten die Eheleute immer abgelehnt. Das Verschwinden des chaldäischen Ehepaares hatte in den örtlichen christlichen Gemeinden, die derzeit hauptsächlich aus Geflüchteten aus dem Irak und Syrien bestehen, große Besorgnis ausgelöst.
In den Tagen nach der Entführung hatten türkische Spezialeinheiten, unterstützt von Hundeeinheiten und auch mithilfe von Drohnen, intensiv aber vergeblich nach dem vermissten Ehepaar gesucht. Gerüchten zufolge sollen sie von Milizionären der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) entführt worden sein. Bestätigungen dafür gibt es bis dato nicht.

Das historisch von assyrischen und chaldäischen Christen bewohnte Dorf Meer liegt in der Provinz Sirnak und war 1994 während des Konflikts zwischen der türkischen Armee und den PKK-Milizionären in Brand gesteckt und gewaltsam evakuiert worden. Die Familie von Houmouz und Simoni war infolge der Gewalt aus Südostanatolien geflohen und nach Istanbul gezogen. Die Bestimmungen zum Verbot des Aufenthalts im Dorf waren 2010 aufgehoben worden. 2015 wollte das ältere Ehepaar dauerhaft in sein Heimatdorf zurückkehren, obwohl viele andere christliche Familien, die aus Kovankaya evakuiert worden waren, nicht mehr in die Heimat zurückkehren wollten.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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