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Marias Mut

4. April 2020 in Jugend, 1 Lesermeinung
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Mit dem heutigen Eintreten in den Monat April nähern wir uns immer mehr der Heiligen Woche - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Magdalena Preineder


Wien (kath.net)
Mit dem heutigen Eintreten in den Monat April nähern wir uns immer mehr der Heiligen Woche. Meine Aufforderung an Sie alle ist: Gehen wir mit Maria zum Kreuz!
Wenn man an Maria als die Mutter Jesu denkt, wird man meines Erachtens sehr leicht zu der Annahme verleitet, dass Maria genau wusste, worauf sie sich einlässt, dass sie wusste, welcher Schmerz ihren Sohn und sie selbst im Gang der Zeit treffen sollte.

Maria wurde verkündet, wer ihr Sohn war: Der Sohn des Höchsten. Doch aus dem Wissen um die Messianität ihres Sohnes, folgt nicht automatisch die vollkommene Einsicht in das Geheimnis und die Person des Messias. Das wird beispielsweise dann deutlich, wenn wir auf Lk 2,49f blicken: „Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen gesagt hatte.“

Dieser Aspekt ist es, der meiner
Ansicht nach die Person Marias noch beeindruckender macht, denn trotz ihrer Begnadigung, trotz dessen, dass sie die Mutter Gottes war, blieb sie in all dem mit dem Hell-Dunkel, der Oszillation zwischen Wissen und Nicht-Wissen, des Glaubens konfrontiert.

An dieser Stelle möchte ich ein Zitat Josef Ratzingers anführen: „Auch für den glaubenden, ganz auf Gott hin geöffneten Menschen sind Gottes Worte nicht vom ersten Augenblick an verständlich und einsichtig. Wer von der christlichen Botschaft die Sofort-Verständlichkeit des Banalen verlangt, versperrt Gott den Weg.

Wo es nicht die Demut des angenommenen Geheimnisses gibt, die Geduld, die das Unverstandene in sich hineinnimmt, es trägt und sich langsam öffnen läßt, da ist der Same des Wortes auf Stein gefallen; er hat kein Erdreich gefunden.“
Maria wusste, dass der Vater für Jesus etwas Großes bereithielt, spätestens seit Simeons Prophezeiung wusste sie zudem, dass auch ihr großer Schmerz widerfahren würde. Nichtsdestotrotz kannte sie vermutlich nicht jede Einzelheit ihres kommenden Lebensweges als Mutter des Höchsten. Doch sie nahm dieses Geheimnis mit seiner Unverständlichkeit an. Marias Worte „Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1,38) waren eine Übereignung an den Vater - inmitten des Wissens und Nicht-Wissens hinsichtlich des Kommenden – in vollkommener Gottestreue.

Auf die an sie und Josef gerichtete Frage „Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“ reagierte Maria sodann mit dem Bewahren dieser Worte. Nach Ratzinger weist das Bewahren an dieser Stelle „das Moment des Durchtragens und des Festhaltens“ auf. Dieses Moment ist es wohl, das exemplarisch für die Gottesbeziehung Marias ist.

Unter dem Kreuz wird es sein, wo ihr Glaube hinsichtlich des Messiasgeheimnisses und ihre Gottestreue seine größte Bewährungsprobe erfährt, denn sie muss miterleben wie der Sohn, dessen Herrschaft ihr verheißen wurde, den sie genährt und erzogen hat, gekreuzigt wird. Doch genau dieser Moment ist es auch, in dem ihre Bereitschaft zur Willensgemeinschaft mit Gott ihren vollständigen Vollzug findet. Sie hält ihr Ja, ihre Treue, ihren Glauben: Was des Vaters Willen ist, ist ihr auch ihr eigener Wille – ungeachtet dessen, wie herausfordernd oder schmerzvoll dies für sie sein würde.

Wenn ich auf Maria blicke, dann sehe ich eine Frau voll Mut. Durch ihre Gottesnähe und ihr Leben in seinem Wort wusste sie vermutlich – oder ahnte sie zumindest – vieles über ihren Sohn, dessen Lebensweg und Tod, doch wir können annehmen, dass auch sie keinen allumfassenden, detailgenauen Einblick in das Kommende hatte und so nicht alles von Anfang an verstehen konnte. Inmitten der Messiasmutterschaft und ihrer Begnadigung blieb sie schließlich immer Mensch, Geschöpf. Doch sie war eine Frau, die am Wort ihres Gottes festhielt und deswegen Ja sagen konnte zu allem, was sie erwarten würde.

Der bereits verstorbene Kardinal Leo Scheffczyk veröffentlichte ein Buch unter dem Titel „Maria, Mutter und Gefährtin Christi.“ – meines Erachtens einer ihrer schönsten Titel, denn ihr Ja zu Gott ließ sie nicht nur zur Mutter ihres Sohnes werden, sondern auch zu einer treuen Gefährtin, die den Weg von Anfang bis zum Ende mit ihm ging.

Diese mütterliche Gefährtenschaft gilt auch uns, deswegen noch einmal: Gehen wir mit Maria zum Kreuz, denn sie ist die Frau des Mutes. Und wenn ich vom Kreuz spreche, dann spreche ich nicht nur vom Kreuz Jesu, das wir bald schon besonders verehren werden, sondern ich spreche ich auch von unseren persönlichen Kreuzen oder dem Kreuz, das momentan besonders auf der Gesellschaft lastet: Gehen wir mit Maria durch diese herausfordernde Zeit, denn mit ihr lernen wir in Demut und Glauben anzunehmen, was kommt. Mit Maria lernen wir, mutig zu sein.

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Lesermeinungen

 Diadochus 5. April 2020 
 

Kreuzesliebe

Danke für den Bericht. Konnte Maria das Leiden und das Kreuz ihres Sohnes vorausschauen? Das ist ein sehr interessanter Punkt, der bisher zu wenig beleuchtet wurde. Wir können annehmen, dass sie wegen der Weissagung Simeons wohl etwas ahnte, die genauen Umstände aber verborgen blieben. Umso mehr können wir Marias Mut bewundern und von ihr lernen. Schauen wir auf Maria, wie sie diese Glaubensprüfung angenommen und bewältigt hat. Sie hat den Schmerz durchgetragen und den Schmerz ihres Sohnes mitgelitten. Aus Liebe zu ihrem Sohn war sie über jeden Zweifel erhaben. So stark war ihre Liebe zu ihrem Sohn. Andererseits wusste sie sich von der Liebe ihres Sohnes getragen. Wie steht es mit unserer Liebe? Können wir den Kreuzweg bis zum Ende mitgehen? Ertragen wir diese Liebe? Maria konnte diese Liebe als Immaculata ertragen.


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