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„Christen beten und große säkulare Medien unterstützen es aktiv“

16. April 2020 in Interview, 7 Lesermeinungen
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Johannes Hartl zu „Deutschland betet gemeinsam“: „Wir haben Nachrichten von Menschen bekommen, dass sie wieder zum Glauben gefunden haben. Oder Atheisten schrieben, dass sie das gut finden.“ kath.net-Interview von Petra Lorleberg


Augsburg (kath.net/pl) „Deutschland betet gemeinsam“, so lautete der Titel einer Gebetsaktion, die am 22. März live aus dem Gebetshaus Augsburg gestreamt wurde. Es ging um ein „Zeichen der Hoffnung“ angesichts der Krise, die die Corona-Pandemie und der damit verbundene Lockdown ausgelöst haben. Gebetshausleiter und Mitinitiator Johannes Hartl erläutert im kath.net-Interview Hintergründe zu der stark beachteten Gebetsinitiative.

kath.net: Herr Dr. Hartl, wenn Sie jetzt an „Deutschland betet gemeinsam“ zurückdenken, was war für Sie persönlich der atemberaubendste Moment?

Johannes Hartl:
Kurz vor und während der Aktion war ich so beschäftigt, dass ich kaum Zeit zum Innehalten hatte. Einige Stunden danach sah ich dann, dass unser YouTube-Video in den Trends war und der Begriff „Deutschland Betet Gemeinsam“ zu den am meisten gesuchten Begriffen auf Google gehörte. Da spürte ich, dass wir wirklich eine nationale Sichtbarkeit erreicht hatten und war extrem dankbar.

kath.net: Normalerweise bleiben solche christlichen Gebetsaktionen ja im überschaubareren Bereich, doch hier gingen die Teilnehmerzahlen durch die Decke. Zeichnete sich diese begeisternde Entwicklung schon bald nach dem Start ab?

Hartl:
Überhaupt nicht. Wir hätten es als großen Erfolg gewertet, wenn sich einige Tausend beteiligt hätten. Das, was dann passierte, hat uns komplett überwältigt.

kath.net: Die Bildzeitung titelte pointiert: „Corona: Dieser Mann will, dass Deutschland betet“.

Hartl:
Mich hat das total gefreut.

Bei der BILD und anderen säkularen Medien gab es viele positive Reaktionen. Am meisten gefreut hat mich, dass ein Redakteur von FOCUS online anrief und sagte, sie fänden die Aktion so gut, dass sie sie auf ihrer Startseite bewerben und den Livestream auch übernehmen wollen. Christen beten und große säkulare Medien unterstützen es aktiv, das ist schon bemerkenswert.

kath.net: Plötzlich wollten jede Menge Promis aus Politik, Gesellschaft und Kirche unterzeichnen.

Hartl:
„Wollen“ ist tatsächlich das richtige Wort. Die ersten Politiker haben wir noch aktiv angefragt, dann kamen immer mehr, die unbedingt dabei sein wollten. Am Schluss konnten wir all die Namen überhaupt nicht mehr richtig verarbeiten. Wir haben sogar eine zweite Seite auf der Homepage gemacht, damit die Liste der Unterstützer nicht komplett unübersichtlich wird.

Besonders gefreut hat uns die extrem große Unterstützung durch Bundestagsabgeordnete und natürlich die Schirmherrschaft durch Ministerpräsident Dr. Söder.

kath.net: Ein Öltanker ist schwerer zu steuern als ein Ruderboot. Brachte das enorme Wachstum der Gebetsaktion auch Probleme mit?

Hartl:
Auf jeden Fall. Zum einen gab es auch jede Menge Kritik. Von Seiten der Bischöfe gab es mitunter zögerliche Reaktionen, gerne hätten wir noch mehr Bischöfe dabei gehabt.

Absolut wunderbar war der Kontakt zu den hochrangigen jüdischen Vertretern, auch wenn es schlussendlich nicht möglich war, die Gebetsaktion zusammen mit ihnen durchzuführen. Das Miteinander des jüdisch-christlichen Dialogs ist einfach ein hoch komplexes und sensibles Terrain.

kath.net: Ich persönlich fand es sehr bewegend, dass sich sogar Atheisten angeschlossen hatten. Möchten Sie uns von positiven Stimmen aus unerwarteten Bereichen erzählen?

Hartl:
Wir haben tatsächlich Nachrichten von Menschen bekommen, die gesagt haben, dass sie wieder zum Glauben gefunden haben. Oder Atheisten, die schrieben, dass sie die Aktion gut finden.

Von Muslimen kamen viele respektvolle Reaktionen in der Richtung: „endlich machen die Christen einmal ihren Glauben sichtbar, sonst hat man immer das Gefühl, sie schämten sich dafür“.

Das geschah, nachdem unser Video in die YouTube-Trends kam und deshalb von vielen Leuten gesehen wurde, die vielleicht noch nie eine Kirche von innen gesehen haben.

kath.net: Wie hoch schätzen Sie die Zahl der faktischen Mitbeter?

Hartl:
Bis zu einer Million Menschen haben das Gebetstreffen per YouTube, Fernsehen oder Radio verfolgt. Ob die alle aktiv mitgebetet haben weiß ich nicht. Aber auch so dürfte es sich um eines der größten Gebetstreffen handeln, das Deutschland seit längerem gesehen hat.

kath.net: Weiterhin sind wir mit Zahlen von Corona-Neuerkrankungen und mit Schutzmaßnahmen konfrontiert. Wenn jemand fragen würde: ‚Und, hat sich denn durch euer Gebet wirklich etwas verändert? Hat Gott euer Gebet gehört?‘, was würden Sie ihm antworten? Denn wie ist das eigentlich mit dem Bittgebet zu Gott: MUSS Gott unsere Gebetswünsche erfüllen?

Hartl:
Zunächst ist es tatsächlich amüsant, dass einige Statistiken und Zeitungen um die Mitte der letzten Woche herum von einer Trendwende in den Coronazahlen sprachen. Am Tag der Gebetsaktion überstieg die Zahl der Genesenen erstmals die Zahl der Neuinfizierten und auch manche Statistiken zeigten eine erstmals sinkende Kurve um den 8.4. herum.

Natürlich ist es naiv, diese Phänomene 1:1 dem Gebet zuzurechnen. Und wer sich mit Statistiken etwas auskennt weiß, von wie vielen Faktoren solche Darstellungen und Schlagzeilen abhängen.

Für uns war es trotzdem eine Ermutigung und wie ein Augenzwinkern vom Himmel. Selbstverständlich erhört Gott Gebete.

Aber messen lässt sich Gebet genauso wenig wie die Liebe, es geht dabei um Beziehung, nicht um plumpe Ursachen und Wirkung.

kath.net: Der Themensong des Deutschland-Gebets war „Markus Fackler und Veronika Lohmer: Der Herr segne dich (Cover ´The Blessing´)“. Was ist die Geschichte hinter diesem Song?

Hartl:
Dieser Song erreichte innerhalb weniger Stunden die YouTube Trends, also die Charts unter den Videos. Sieht man sich einmal an, welche Videos da sonst so sind, ist es tatsächlich erstaunlich, dass ein Lobpreislied solche Prominenz erreichte. Mittlerweile wurde es 300.000 mal geklickt und hat viele Menschen berührt.

Ich hörte es wenige Tage, nachdem es in Amerika geschrieben worden war. Das war wenige Tage vor dem Lockdown. Mich ergriff dieser Song total und ich spürte: das ist der Song für diese Zeit. In einer Hauruckaktion haben wir das Lied übersetzt und produziert.

Der Videodreh fand buchstäblich am Tag des Lockdowns noch statt. Bei der schönen Szene auf dem Dach des Gebetshauses stand unten schon die Polizei. Zum Glück ließen sie uns noch fertig drehen.

Als einige Tage später die Idee für „Deutschland betet gemeinsam“ kam, war mir klar: für diese Aktion war der Song gedacht.

Mich berührt das Video noch immer sosehr, dass mir die Tränen kommen. Dass wir buchstäblich vom Dach des Gebäudes, in dem wir seit Jahren bei Tag und Nacht beten, Segen über das Land singen dürfen und das hunderttausendfach gehört wird, das bewegt mich zutiefst.

kath.net: Doch nun der Blick nach vorn - wie geht es weiter? Beten wir weiterhin gemeinsam?

Hartl:
JA! Und zwar täglich um 19:00 Uhr! Mitbeten dürfen übrigens nicht nur Deutsche! Aus dem Gebetshaus streamen wir ohnehin Tag und Nacht unseren Lobpreis. Jeden Tag gibt es jetzt 19-20:00 Uhr eine Stunde gemeinsamen Gebets. Den Stream findet man auf YouTube, wenn man „Gebetshaus“ oder „Deutschland Betet Gemeinsam“ sucht. Und wahrscheinlich wird es auch noch Teil 2 der ganz großen Aktion geben, doch dazu in ein paar Wochen mehr.

Gebetshaus Augsburg - Deutschland betet gemeinsam - Der Lifestream in voller Länge!




♫ Markus Fackler und Veronika Lohmer: Der Herr segne dich (Cover ´The Blessing´)





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Lesermeinungen

 lesa 18. April 2020 

Der Hl. Geist wirkt kräftig!

@priska: Aus Ihrer Reaktion spricht eine ganz ursprüngliche Emotion gegen dieses doch - bei allem Versuch, die Verantwortlichen zu verstehen - als unangemessen zu bezeichnende Gottesdienstverbot, das etwas Gewalttätiges an sich hat und den Gläubigen die Substanz wegnimmt, von der sie leben. Und dann ist der Schmerz in Bitterkeit umgeschlagen. Volles Verständnis! Schön auch, dass se sich zu differenzierterer Wahrnehmung besonnen haben! Von dieser Gebetsaktion hat man ja wirklich der Eindruck, dass der Hl. Geist weht und dass es keineswegs um Show und Medienpräsenz geht. Gott sei Lob und Dank! Danke auch für den Rieseneinsatz!


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 priska 18. April 2020 
 

Bücherwurm

Na gut beten ist immer gut,und es ist auch gut das junge Menschen zum Glauben finden ,ich selbst bin auch diesen Weg gegangen habe mich auch zu den Freikirchlichen hingezogen gefühlt,Gott sei dank habe ich wieder zur Katholischen Kirche zurück gefunden wo ich die ganze Fülle des Glaubens erlebe. Entschuldige das ich über reagiert habe ,wünsche Ihnen Gottes reichen Segen, und alles gute. L.G


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 Diadochus 16. April 2020 
 

Gebetssturm

Deutschland muss wieder zum Gebet zurückfinden. Was ich im Interview gelesen habe, überrascht mich sehr. Das war ein voller Erfolg. Sogar die BILD und der Focus haben die Initiative aufgegriffen. Sogar die Muslime haben die katholische Kirche bemerkt. Aus einem Wind wird ein Gebetssturm.


3

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 Jose Sanchez del Rio 16. April 2020 

Danke allen

die diese Gebetsaktion gemacht haben bzw. weiterhin machen. Steter Tropfen höhlt den Stein...so ist es auch mit dem Gebet. Wir müssen den Himmel bestürmen. Mich freut, dass auch Leute, die nicht im Glauben stehen sich durch die Aktion angesprochen fühlen.


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 bücherwurm 16. April 2020 

@Priska: ja, in einer Zeit, in der gläubige Christen jeder Konfession

in den öffentlichen Medien meist nur negative Schlagzeilen bekommen, habe ich das als absolut wichtig gefunden, dass die Medien hier so derart positiv reagiert haben. Deshalb habe ich daraus sogar die Titelzeile gemacht. Falls Sie an meiner unmaßgeblichen Meinung interessiert sind ;)


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 priska 16. April 2020 
 

Hauptsache in den Medien.


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 Kleine Maus 16. April 2020 
 

Freut mich alles sehr,

besonders dass Menschen, die sonst eher distanziert zur Kirche stehen, offensichtlich etwas damit anfangen konnten. Spitze! Dass ich mich selber mit der Form, besonders mit der Musik schwer getan habe, tut nichts zur Sache. Habe halt dann den Ton runter gedreht und nur die Texte gelesen. Die waren gut. Nochmals: wenn ein alter Mensch wie ich sich damit schwer tut, ändert das an der Sache gar nichts! Wichtig ist, dass Herr Hartl die Jugend damit erreicht hat!


4

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