Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  2. Das Gratis-Christentum des Hendrik Wüst
  3. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  4. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  5. Ablehnung ökumenischer Konzile ist modernistisch
  6. Der Bischof und der Denunziant
  7. Tragisches Ende einer Medjugorje-Wallfahrt: Zwölf polnische Pilger sterben bei Busunglück in Ungarn
  8. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  9. Der Glaube, der Gott nicht loslässt
  10. Warum der Teufel das Braune Skapulier so sehr hasst!
  11. Der integre Leib der Gottesmutter und ihr unbeflecktes Herz
  12. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“
  13. Töten bis zur Geburt - Aber US-Gouverneurin bleibt 'stolze Katholikin'
  14. Nach Lebensschutzdemonstration: Zwölf Polizisten von Linksradikalen verletzt
  15. Neues Eigentümer-Ehepaar lässt Ex-Epstein-Ranch drei Tage lang exorzieren

Ägypten: Wegen Pandemie keine öffentlichen Ostergottesdienste

20. April 2020 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kopten-Papst Tawadros II. feierte TV-Osterliturgie in Wüstenkloster Anba Bischoi - Vorsitzender des Medienkomitees des ägyptischen Kirchenrates P. Rafic Greiche: Coronakrise hat Christen und Muslime in Ägypten einander nähergebracht


Kairo (kath.net/KAP) Auch in Ägypten hat es in der Osternacht und am Sonntag wegen der Corona-Pandemie keine öffentlichen Ostergottesdienste gegeben. Die koptischen Osterfeiern wurden aber in Fernsehen und Radio sowie über Livestreaming-Dienste im Internet übertragen. Papst-Patriarch Tawadros II., Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, feierte die Osterliturgie im Wüstenkloster Anba Bischoi mit nur einigen assistierenden Klerikern. Auch die rund 200 Mönche des Klosters konnten den Gottesdienst nur in der TV-Übertragung mitfeiern.
Der Vorsitzende des Medienkomitees des ägyptischen Kirchenrates, P. Rafic Greiche, betonte unterdessen im Gespräch mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur "AsiaNews", dass die Corona-Krise Christen und Muslime in Ägypten einander nähergebracht habe, wie der Informationsdienst der Stiftung "Pro Oriente" berichtete. "Die Nachbarn helfen einander, die Familien telefonieren miteinander oder sind über die 'Social media' in Kontakt, der Wert der Solidarität wird wiederentdeckt", so P. Rafic. Vor allem die jungen Leute - Christen wie Muslime - seien bereit, für die Älteren einkaufen zu gehen und Medikamente zu besorgen.

P. Rafic - ein griechisch-katholischer Priester - würdigte die Entschlossenheit der ägyptischen Regierung im Kampf gegen das Corona-Virus. Schon zwei Tage nach Verkündigung des Pandemie-Status sei die ägyptische Gesundheitsministerin nach China gereist, um die Methoden zur Bekämpfung der Pandemie zu studieren. Die Armee habe Feldspitäler für die von der Krankheit Betroffenen eingerichtet. Auch die großen Infrastruktur-Vorhaben - wie der Bau der neuen Verwaltungshauptstadt Neu-Kairo östlich von Kairo - sei zu 90 Prozent gestoppt, weil die Baustellen "Brutstätten der Ansteckung" seien.

Die Behörden hätten nicht nur eine Ausgangssperre verhängt, sondern auch die Schließung der Gotteshäuser veranlasst - der christlichen wie der muslimischen. P. Rafic würdigte, dass diese Maßnahmen auch anlässlich des bevorstehenden Auftakts des islamischen Fastenmonats Ramadan in Kraft bleiben, öffentliche Versammlungen - auch solche religiösen Charakters - seien weiterhin untersagt. Die ägyptische Bevölkerung respektiere die Maßnahmen, betonte der Vorsitzende des Medienkomitees des ägyptischen Kirchenrates.
Auch wenn die Kirchen geschlossen bleiben müssen, werde in Ägypten tagtäglich die Heilige Messe zelebriert, betonte P. Rafic. Die Gottesdienste der verschiedenen Konfessionen - koptisch, orthodox, katholisch, anglikanisch, evangelisch - würden als Livestream im Internet verbreitet und auch von den Migranten in Europa, Nord- und Südamerika, Australien aufmerksam verfolgt. Zu Ostern konnten die Gläubigen die Messübertragungen auf sechs koptischen Kanälen miterleben, einem ökumenischen Kanal und einem Kanal, der ausschließlich die Gottesdienste von Papst Franziskus verbreite.

In den Gotteshäusern seien immer wieder Gläubige zu sehen, die entweder auf ihren angestammten Plätzen verharren oder einfach beten und eine Kerze entzünden wollen, berichtete P. Rafic. Aber es gebe auch Leute, die beichten oder die Heilige Kommunion empfangen wollen. Für viele sei das Fehlen der Gottesdienste eine große Last, betonte der Priester. Aber wie viele seiner Mitbrüder bemühe er sich, mit den Gläubigen wenigstens telefonisch in Kontakt zu bleiben: "Jeden Tag bemühe ich mich, zehn bis 15 Familien anzurufen".

Auch bei den Muslimen gehe die Seelsorge weiter, stellte P. Rafic fest. Die Muezzine verkündeten fünf Mal pro Tag vom Minarett die Einladung zum Gebet ("Adhan"). In den Medien gebe es Übertragungen aus den - ebenfalls leeren - Moscheen, um den Menschen das Gebet zu Hause zu ermöglichen.
Politische Signale

Unmittelbar vor den Ostertagen wurde bekannt, dass die staatliche Prüfungskommission für 74 weitere christliche Gotteshäuser die Übereinstimmung mit den für eine "Legalisierung" geltenden Auflagen bestätigt hat. Damit steigt die Zahl der "legalisierten" christlichen Gotteshäuser - die in der Vergangenheit unter Umgehung der Vorschriften eines osmanischen Gesetzes (das in den 1930er-Jahren von islamistisch gesinnten Beamten zusätzlich verschärft worden war) errichtet worden sind - auf 1.568. Die Liste der neu "legalisierten" christlichen Gotteshäuser wurde am Montag der orthodoxen Karwoche veröffentlicht.

Der Prozess der "Legalisierung" von Kirchen, die in der Vergangenheit ohne die erforderlichen Genehmigungen errichtet worden sind, wurde durch ein am 30. August 2016 vom ägyptischen Parlament beschlossenes Gesetz in Gang gebracht. Ein Regierungskomitee prüft jetzt, ob die in den letzten 90 Jahren errichteten christlichen Kirchen den vom Gesetz aus dem Jahr 2016 festgelegten Standards entsprechen. Der "illegale" Bau von Kirchen war in den letzten Jahrzehnten immer wieder von islamistischen Gruppierungen als Vorwand für die Inszenierung von antichristlichen Pogromen verwendet worden.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ägypten

  1. Ägypten – Das Land, auf dem Gott sich offenbart hat
  2. Papst gedenkt der Opfer von Kirchenbrand in Ägypten
  3. Ägypten: Mindestens 41 Tote bei Brand in koptischer Kirche in Kairo
  4. Ägypten legalisiert 1.800 kirchliche Gebäude
  5. Ägypten: „Ich habe Mitleid mit den Tätern“
  6. Bedeutendes frühchristliches Heiligtum in Kairo restauriert
  7. Keine Angst vor Corona
  8. Ägypten: Bisher knapp 1.200 Kirchen "legalisiert"
  9. Katharinenkloster auf der Sinai-Halbinsel besser zu erreichen
  10. Ägypten: Regierung legalisiert weitere christliche Kirchengebäude






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  3. "Mit Leib und Seele bei Gott – unsere Berufung zur Vollendung"
  4. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  5. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  6. Generalstaatsanwalt von Texas: „Baby Gabriel verdient eine Chance auf Leben“
  7. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  8. "Es wird Europa zerstören, für immer!"
  9. Erdbeben in Kolumbien: Priester evakuierte Gläubige während der Messfeier
  10. Im Puls des Herzens Gottes
  11. FEST MARIA KÖNIGIN - Einladung zur Gebets-Novene zur Muttergottes - 13. bis 21. August
  12. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“
  13. UNICEF-Daten widerlegen Hungersnot-Narrativ im Gazastreifen
  14. Britischer Millionär finanziert Rechtskosten für Christen, die wegen Straßenpredigten angeklagt sind
  15. Iranischer Christ warnt vor Ausbreitung des Islam im Westen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz