Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Franziskus kritisiert Maskenverweigerer
  2. Churer Domkapitel lehnte Dreierliste von Papst Franziskus ab
  3. Deutschland: Jeder Sechste glaubt an die Existenz der Hölle
  4. Künftiger US-Kardinal Gregory: „Echter Dialog – das ist das Mantra von Papst Franziskus“
  5. Jüngster US-Abgeordneter spricht über Bekehrung von Moslems und Juden
  6. Schluss mit dem Verbot von öffentlichen Gottesdiensten!
  7. Deutschland: Kirchen als #covid-Impfzentren?
  8. Belgrader Patriarch Irinej I. an Covid-19 gestorben
  9. Allein den Betern kann es noch gelingen
  10. 'Gender-Dreck' - Deutsches Gericht verurteilt Pastor Olaf Latzel
  11. „In Chur steht das Schicksal der Kirche in einem der reichsten Länder auf dem Spiel“
  12. Zur Nichtwahl eines Churer Bischofs durch das Domkapitel
  13. Twitter erlaubt Hashtag #FuegoAlClero, der die lebendige Verbrennung von Priestern fordert!
  14. Papst Franziskus: Lebensschutz und Umweltschutz hängen zusammen
  15. "Und dann kam der November 2020"

Streit über Wiederzulassung von Messfeiern in Italien beigelegt

9. Mai 2020 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bischöfe und Regierung einigen sich auf Übergangsvorschriften - öffentliche Gottesdienste ab 18. Mai mit Schutzvorschriften möglich - Korrespondentenbericht von Alexander Pitz


Rom (kath.net/KAP) Am Ende ging alles ganz schnell in Italien: Nach wochenlangem Hin und Her ist das Tauziehen über die Wiederzulassung öffentlicher Gottesdienste nach dem Corona-Lockdown vorbei. Die katholischen Bischöfe verständigten sich mit der Regierung am Donnerstag auf einen Neustart ab dem 18. Mai. Der Schritt erfolgt damit rascher und mit weniger Einschränkungen als gedacht.

Etliche Beobachter waren davon ausgegangen, dass erst Ende Mai wieder mit Messfeiern zu rechnen sei - und dann womöglich nur im Freien. Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, hatte die Gläubigen am Montag um Geduld gebeten: "Wir müssen noch ein paar Wochen warten, um die Lage richtig einschätzen zu können." Überstürzte Schritte halte er für "unangemessen", denn sie könnten die Gesundheit aller gefährden.

Nur wenige Tage später die Vollzugsmeldung: Bereits Mitte Mai dürfen die Italiener wieder in ihren Kirchen zelebrieren. Thermoscanner an den Eingängen zur Kontrolle der Körpertemperatur, wie sie zeitweise erwogen wurden, sind nicht vorgesehen. Etliche Diözesen hatten dagegen erfolgreich Widerspruch eingelegt. Sie sahen sich außerstande, die teuren Geräte zu beschaffen.


Dafür enthält ein von Bassetti, Ministerpräsident Giuseppe Conte und Innenministerin Luciana Lamorgese unterzeichnetes Protokoll allerhand andere Schutzvorschriften. So ist für jedes Gotteshaus, abhängig von der Größe, eine Höchstzahl von Gläubigen pro Feier festzulegen. Das soll Gedränge vermeiden und einen Mindestabstand von einem Meter gewährleisten. Qualifizierte Ordner sollen auf die Einhaltung der Vorgaben achten.

Die Teilnehmer sind gehalten, Masken zu tragen. Personen mit Krankheitssymptomen oder vorherigem Kontakt zu Covid-Patienten dürfen nicht mit dabei sein. Nach jedem Gottesdienst sind Sakristei und liturgische Geräte zu desinfizieren; die Weihwasserbecken bleiben leer.

Während der Messe ist auf den Austausch des Friedensgrußes zu verzichten. Zur Austeilung der Kommunion müssen Priester und Austeiler sich abermals die Hände desinfizieren, einen Mund-Nasen-Schutz sowie Handschuhe anlegen. Orgelmusik und Gesang sind erlaubt, Chorgesang jedoch nicht. Die Kollekte wird in Körben am Ausgang eingesammelt.

Wo diese Vorschriften nicht eingehalten werden können, wird zu Feiern unter freiem Himmel geraten - ein Kompromiss, mit dem die italienischen Bischöfe zufrieden sein dürften. "Das Protokoll ist das Ergebnis einer gemeinsamen, gründlichen Zusammenarbeit", sagte Kardinal Bassetti in einer ersten Stellungnahme am Donnerstag. Alle Akteure hätten "verantwortungsvoll" ihren Teil zum Gelingen der Verhandlungen beigetragen.

Ganz so reibungslos verlief die Genese des Protokolls freilich nicht. Das Gottesdienst-Verbot hatte schwer am Selbstverständnis der katholischen Kirche in Italien genagt. Als sich die Bischöfe Anfang März dazu durchrangen, die Aussetzung der Messen mitzutragen, kam das nicht überall gut an. Viele Priester und Gläubige halten die Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie nach wie vor für überzogen.

"Nie in der Geschichte des Landes sind je Messen ausgesetzt worden", kritisierte Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio. "In Krisenzeiten war die Kirche immer ein wichtiger Bezugspunkt. Wie 1943 bis 1945, angesichts der deutschen Besatzung und Gewalt", wandte der Historiker ein.

Zuletzt hatte es auch in den Gesprächen zwischen Kirche und Regierung wiederholt Misstöne gegeben. Etliche Bischöfe warfen Ministerpräsident Conte vor, lediglich den wirtschaftlichen Neustart des Landes zu planen, während die Religionsfreiheit weiter eingeschränkt bleibe. Franziskus warnte hingegen in einer Predigt davor, die Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus leichtfertig zu verspielen.

Durch die nun gefundene Lösung können alle Beteiligten ihr Gesicht wahren. Sollten die Infektionszahlen allerdings wieder dramatisch steigen, wird die Gottesdienst-Debatte von neuem beginnen.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Italien

  1. Neapels Kardinal in Sorge: Die Stadt ist "auf den Knien"
  2. In Italiens Kirchen dürfen wieder Chöre singen
  3. Kirchenrestaurierung nach Venedig-Hochwasser: Unbekannte Fresken gefunden
  4. Italiens Katholikentag findet größtenteils online statt
  5. Kirchliche Gästehäuser in Italien bleiben zur Hälfte geschlossen
  6. Ab Ende Mai auch in Italien wieder öffentliche Gottesdienste
  7. Blutwunder in Neapel macht Italien Hoffnung in Corona-Krise
  8. Italiens Regierung bringt Bischöfe gegen sich auf
  9. Streit über Wiederaufnahme von Gottesdiensten in Italien
  10. Polizei stoppte Gottesdienst mit Gläubigen in norditalienischer Kirche








Top-15

meist-gelesen

  1. Churer Domkapitel lehnte Dreierliste von Papst Franziskus ab
  2. Franziskus kritisiert Maskenverweigerer
  3. Warum wir am 21. Dezember 2020 unbedingt den Himmel beobachten sollten!
  4. Schluss mit dem Verbot von öffentlichen Gottesdiensten!
  5. Münchner Kardinal Marx löst die "Katholische Integrierte Gemeinde" im Erzbistum auf
  6. „In Chur steht das Schicksal der Kirche in einem der reichsten Länder auf dem Spiel“
  7. Kirchengemeinde zutiefst schockiert: Mann verrichtet Notdurft ins Taufbecken
  8. „Wer sich in Kirchenzeitungen präsentieren darf?“
  9. Dies Gejaule stellt nur einen übergriffigen Klerikalismus dar
  10. „Ein bloßes Kulturchristentum ohne persönlichen Glauben an den dreifaltigen Gott hat keine Zukunft“
  11. Deutschland: Kirchen als #covid-Impfzentren?
  12. Zur Nichtwahl eines Churer Bischofs durch das Domkapitel
  13. Twitter erlaubt Hashtag #FuegoAlClero, der die lebendige Verbrennung von Priestern fordert!
  14. Jüngster US-Abgeordneter spricht über Bekehrung von Moslems und Juden
  15. 'Gender-Dreck' - Deutsches Gericht verurteilt Pastor Olaf Latzel

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz