Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  4. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  5. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  6. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  7. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  8. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  9. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  10. Beschließen ohne zu entscheiden?
  11. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  12. Die Nazi-Projektion
  13. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  14. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  15. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an

Streit über Wiederzulassung von Messfeiern in Italien beigelegt

9. Mai 2020 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bischöfe und Regierung einigen sich auf Übergangsvorschriften - öffentliche Gottesdienste ab 18. Mai mit Schutzvorschriften möglich - Korrespondentenbericht von Alexander Pitz


Rom (kath.net/KAP) Am Ende ging alles ganz schnell in Italien: Nach wochenlangem Hin und Her ist das Tauziehen über die Wiederzulassung öffentlicher Gottesdienste nach dem Corona-Lockdown vorbei. Die katholischen Bischöfe verständigten sich mit der Regierung am Donnerstag auf einen Neustart ab dem 18. Mai. Der Schritt erfolgt damit rascher und mit weniger Einschränkungen als gedacht.

Etliche Beobachter waren davon ausgegangen, dass erst Ende Mai wieder mit Messfeiern zu rechnen sei - und dann womöglich nur im Freien. Der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, hatte die Gläubigen am Montag um Geduld gebeten: "Wir müssen noch ein paar Wochen warten, um die Lage richtig einschätzen zu können." Überstürzte Schritte halte er für "unangemessen", denn sie könnten die Gesundheit aller gefährden.

Nur wenige Tage später die Vollzugsmeldung: Bereits Mitte Mai dürfen die Italiener wieder in ihren Kirchen zelebrieren. Thermoscanner an den Eingängen zur Kontrolle der Körpertemperatur, wie sie zeitweise erwogen wurden, sind nicht vorgesehen. Etliche Diözesen hatten dagegen erfolgreich Widerspruch eingelegt. Sie sahen sich außerstande, die teuren Geräte zu beschaffen.


Dafür enthält ein von Bassetti, Ministerpräsident Giuseppe Conte und Innenministerin Luciana Lamorgese unterzeichnetes Protokoll allerhand andere Schutzvorschriften. So ist für jedes Gotteshaus, abhängig von der Größe, eine Höchstzahl von Gläubigen pro Feier festzulegen. Das soll Gedränge vermeiden und einen Mindestabstand von einem Meter gewährleisten. Qualifizierte Ordner sollen auf die Einhaltung der Vorgaben achten.

Die Teilnehmer sind gehalten, Masken zu tragen. Personen mit Krankheitssymptomen oder vorherigem Kontakt zu Covid-Patienten dürfen nicht mit dabei sein. Nach jedem Gottesdienst sind Sakristei und liturgische Geräte zu desinfizieren; die Weihwasserbecken bleiben leer.

Während der Messe ist auf den Austausch des Friedensgrußes zu verzichten. Zur Austeilung der Kommunion müssen Priester und Austeiler sich abermals die Hände desinfizieren, einen Mund-Nasen-Schutz sowie Handschuhe anlegen. Orgelmusik und Gesang sind erlaubt, Chorgesang jedoch nicht. Die Kollekte wird in Körben am Ausgang eingesammelt.

Wo diese Vorschriften nicht eingehalten werden können, wird zu Feiern unter freiem Himmel geraten - ein Kompromiss, mit dem die italienischen Bischöfe zufrieden sein dürften. "Das Protokoll ist das Ergebnis einer gemeinsamen, gründlichen Zusammenarbeit", sagte Kardinal Bassetti in einer ersten Stellungnahme am Donnerstag. Alle Akteure hätten "verantwortungsvoll" ihren Teil zum Gelingen der Verhandlungen beigetragen.

Ganz so reibungslos verlief die Genese des Protokolls freilich nicht. Das Gottesdienst-Verbot hatte schwer am Selbstverständnis der katholischen Kirche in Italien genagt. Als sich die Bischöfe Anfang März dazu durchrangen, die Aussetzung der Messen mitzutragen, kam das nicht überall gut an. Viele Priester und Gläubige halten die Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie nach wie vor für überzogen.

"Nie in der Geschichte des Landes sind je Messen ausgesetzt worden", kritisierte Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio. "In Krisenzeiten war die Kirche immer ein wichtiger Bezugspunkt. Wie 1943 bis 1945, angesichts der deutschen Besatzung und Gewalt", wandte der Historiker ein.

Zuletzt hatte es auch in den Gesprächen zwischen Kirche und Regierung wiederholt Misstöne gegeben. Etliche Bischöfe warfen Ministerpräsident Conte vor, lediglich den wirtschaftlichen Neustart des Landes zu planen, während die Religionsfreiheit weiter eingeschränkt bleibe. Franziskus warnte hingegen in einer Predigt davor, die Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus leichtfertig zu verspielen.

Durch die nun gefundene Lösung können alle Beteiligten ihr Gesicht wahren. Sollten die Infektionszahlen allerdings wieder dramatisch steigen, wird die Gottesdienst-Debatte von neuem beginnen.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Italien

  1. L'Avvenire sorgt für Confusione!
  2. Vatikan "sehr besorgt" wegen Sterbehilfe-Urteilen in Italien
  3. Erzbischof von Neapel lässt LGBT-Aktivisten während einer Messe sprechen
  4. Nach Verherrlichung der Hamas: Italien schiebt Imam ab
  5. Kirchen-Abgabe in Italien geht überwiegend in die Seelsorge
  6. Kardinal Zuppi: Wahltag in Italien kein "schwarzer Tag"
  7. Möchte Herr Bätzing die Schweizer Gardisten gegen Giorgia Meloni ausrücken lassen?
  8. Italienischer Bischof weist Priester nach unwürdiger Messfeier zurecht
  9. 'Ja zur natürlichen Familie! Nein zur LGBT-Lobby!'
  10. Italien: Militärbischof verurteilt kirchliche Verschwörungstheoretiker







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  4. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  5. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  6. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  7. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  8. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  9. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  10. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  11. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  12. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  13. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  14. Die Nazi-Projektion
  15. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz