Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  4. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  9. „Wir werden erwartet“
  10. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  11. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein
  12. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  13. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  14. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  15. Papst baut Sekretariat der weltweiten Synode um

Russland: Kein Stalin-Bild in Moskauer "Kirche des Sieges"

13. Mai 2020 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Patriarch Kyrill I. verbietet Stalin-Fresko in der neuen Hauptkirche der russischen Armee - Erzbischof Jean: "Unsere Mutterkirche ist frei"


Paris-Moskau (kath.net/KAP) In der monumentalen "Kirche des Sieges" im militärischen Themenpark Patriot bei Moskau wird es kein Stalin-Bild geben. Dies geht aus einem Dankschreiben von Erzbischof Jean (Renneteau), Oberhaupt der Erzeparchie der Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa, an Patriarch Kyrill I. hervor. So habe Kyrill I. die Darstellung Stalins unter den Soldaten auf dem Fresko verboten, berichtete der Pro Oriente-Informationsdienst am Dienstag. Die "mutige Entscheidung" des Patriarchen erlaube es der Erzeparchie nun "jenen klar zu antworten, die uns vorwerfen, dass wir uns dem Patriarchat von Moskau unterworfen haben: Unsere Mutterkirche ist frei und unser Patriarch Kyrill lenkt seine Kirche nach dem Willen Gottes". 

Der Streit um das Stalin-Bild und um ein Bild von Staatspräsident Wladimir Putin in der Armeekathedrale löste zuvor bereits internationale Diskussionen aus. Auf dem umstrittenen Mosaik sollte die sowjetische Siegesparade in Moskau vom 9. Mai 1945 abgebildet werden; mit Bildern sowjetischer Heerführer und u.a. auch eines von Stalin. Die Abbildung Putins zusammen mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu wurde laut Kirchenangaben auf Wunsch Putins entfernt, der keinen "Personenkult" wie in sowjetischer Zeit wünsche.


Zur Frage des Stalin-Bildes gab es auch innerhalb der russisch-orthodoxen Kirche unterschiedliche Auffassungen. So sprach sich Erzpriester Leonid Kalinin, Vorsitzender des kirchlichen Rates für Kunst und Architektur, für die Beibehaltung des Mosaiks aus, auf dem Soldaten zu sehen sind, die ein Stalin-Bild hochhalten. Er sei in keiner Weise ein Verteidiger Stalins, "der so viel Blut, so viele schreckliche Verbrechen" auf sich geladen habe, betonte Kalinin. Aber als historische Gestalt, als "Oberkommandierender und Generalissimus Stalin" müsse er bleiben, gleichgültig, "ob das jemand will oder nicht". Die Diskussion um das Stalin-Bild in der Armeekirche teile die Gesellschaft; die Medien hätten die Diskussion hochgespielt, bedauerte Kalinin.

Kritik  äußerte der stellvertretende Leiter des kirchlichen Außenamtes, Erzpriester Nikolai Balaschow. Die Kirche müsse sich immer am Bild der Gemeinschaft der Heiligen orientieren, die ihr Blut für den Glauben gegeben haben, betonte er. Er bete, dass es in der neuen Kathedrale kein Stalin-Bild geben werde. Er sei überzeugt, so der Erzpriester, dass Gott "einen solchen Verlust der Erinnerung an das Leid der Menschen, eine solche Niederlage der Kirche, eine Schande für die Christen" nicht zulassen werde.

Drittgrößte Kathedrale Russlands

Die Kathedrale sollte ursprünglich im Rahmen der Gedenkfeiern zum 75. Jahrestag des Sieges über NS-Deutschland (9. Mai) geweiht werden. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Weihe verschoben. Die "Kirche des Sieges" ist Russlands drittgrößte Kathedrale.

Die Grundsteinlegung der Kathedrale erfolgte im September 2018 durch Patriarch Kyrill I. und Präsident Putin. Das Gotteshaus mit einer fast 100 Meter hohen goldenen Hauptkuppel soll nach offiziellen Angaben rund 6.000 Menschen Platz bieten. Zu der Kathedrale wurde eine "Straße der Erinnerung" angelegt, die 1.418 Meter lang ist; so viele Tage dauerte  von 1941 bis 1945 der "Große Vaterländische Krieg" der Sowjetunion gegen Deutschland. Auf diesem Weg sollen Besucher an multimedialen Monitoren die Namen und Fotos aller 33 Millionen sowjetischen Soldaten abrufen können, die im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  3. Neue Vatikan-Kommunikationschefin Montserrat Alvarado gibt Einblick in ihre Ideen
  4. „Alles wieder in den Urzustand versetzen“: Das Oxford Oratory wird wieder einen Hochaltar errichten
  5. Wenn das Scrollen in die Gnade eintaucht
  6. Äthiopien: Mehr als 60 Tote bei Angriffen auf Christen
  7. Venezuela: Machado kehrt zurück und besucht Marienheiligtum
  8. Waffenruhe für Oleschky: Papst-Appell für besetzte Stadt greift
  9. Vatikan-Außenminister: Papstreise nach USA 2027?
  10. “As a bishop, my duty is to proclaim the faith of the Church”
  11. Erzbischof Marini über Johannes Paul II.: Er war für mich ein zweiter Vater
  12. ‚Ghost Soldier‘ – Action-Film mit Jim Caviezel in der Hauptrolle und Gebet zum Erzengel Michael
  13. ‚Big Bang Theory‘-Produzent warnt: Gesellschaften ohne Gott fallen in Tyrannei
  14. "Österreich-Feier" im Stephansdom mit Lichterprozession und Pummerin
  15. Der Tod unter dem Horizont der Auferstehung und die Hoffnung auf das ewige Leben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz