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Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien

14. Mai 2020 in Aktuelles, 26 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: Gott kann alle Pandemien stoppen und er wird es, wenn der Mensch umkehrt, betet, fastet und Buße tut. Gemeinsam beten ist kein religiöser Relativismus. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Papst Franziskus – Donnerstag der 5. Woche im Osterkreis, Fest des heiligen Apostels Matthias, einundsechzigste Messe in Live-Streaming über Fernsehen und Internet aus der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ in der messelosen Zeit.

In der Einleitung zur Messfeier erinnerte der Papst an den heutigen Tag des Gebets, des Fastens und der Werke der Nächstenliebe, der vom „Komitee für Brüderlichkeit aller Menschen“  („Higher Committee of Human Fraternity“) gefördert wird, und ermutigte alle, sich als Brüder und Schwestern zu vereinen, um Gott zu bitten, uns von dem Übel der Seuche zu befreien:

„Das Hohe Komitee für Brüderlichkeit aller Menschen hat heute zu einem Tag des Gebets und des Fastens aufgerufen, um Gott in dieser tragischen Zeit der Pandemie um Barmherzigkeit und Mitleid zu bitten. Wir sind alle Geschwister. Der heilige Franz von Assisi sagte: ‚Alle Brüder und Schwestern’. Und aus diesem Grund vereinen uns wir Männer und Frauen jeder religiösen Konfession heute im Gebet und in der Buße, um die Gnade der Heilung von dieser Pandemie zu erbitten“.

Der von den Vereinigten Arabischen Emiraten angeregte Pool, zu dem auch der für den interreligiösen Dialog zuständige Kurienkardinal Miguel Ayuso gehört, widmet sich der Umsetzung des von Franziskus und Großimam Ahmad Al-Azhar im Februar 2019 in Abu Dhabi unterzeichneten „Dokuments zur Brüderlichkeit aller Menschen“.


In seiner Predigt ging der Papst auf die erste Lesung aus dem Buch Jona (3,1-10) ein, in der der Prophet die Menschen von Ninive aufordert, umzukehren, um nicht die Zerstörung der Stadt zu erleiden. Ninive bekehrte sich, und die Stadt sei vor einer „Pandemie“ gerettet worden, vielleicht „einer moralischen Pandemie“, wie der Papst anmerkte. „Und heute“, so Franziskus, „beten wir alle, Brüder und Schwestern jeder religiösen Tradition: ein Tag des Gebets und des Fastens, der Buße, der vom Hohen Komitee für Brüderlichkeit aller Menschen einberufen wurde. Jeder von uns betet, Gemeinschaften beten, religiöse Bekenntnisse beten: sie beten zu Gott, alle Brüder und Schwestern, vereint in der Brüderlichkeit, die uns in diesem Moment des Schmerzes und der Tragödie zusammenführt“.

„Wir haben nicht mit dieser Pandemie gerechnet, sie kam, ohne dass wir uns sie erwartet hätten, aber jetzt ist sie da. Und es sterben viele Menschen. Und viele Menschen sterben allein und viele Menschen sterben, ohne etwas tun zu können. So oft mag der Gedanke in den Sinn kommen: ‚Aber ich bin nicht dran, Gott sei Dank bin ich gerettet’. Doch denk  an die anderen! Denk an die Tragödie und auch an die wirtschaftlichen Folgen, die Folgen für die Bildung und an das, was nachher kommen wird. Und aus diesem Grund beten wir heute, alle Brüder und Schwestern jeglicher religiöser Konfession, zu Gott“.

Vielleicht „wird es jemanden geben, der sagen wird: ‚Aber das ist religiöser Relativismus, und das kann man nicht machen’. Aber wie jetzt, das kann man nicht tun,  zum Vater aller beten? Jeder betet, wie er es versteht und wie er kann entsprechend der eigenen Kultur“. „Wir beten nicht gegeneinander“, unterstrich der Papst, „diese religiöse Tradition gegen diese, nein! Wir sind alle vereint als Menschen, als Geschwister, die zu Gott beten, gemäß unserer eigenen Kultur, gemäß unserer eigenen Tradition, gemäß unserem eigenen Glauben, aber Brüder und Schwestern, die zu Gott beten, das ist das Wichtigste: Brüder und Schwestern, die fasten, die Gott um Vergebung für unsere Sünden bitten, damit der Herr sich unserer erbarmt, damit der Herr uns vergibt, damit der Herr diese Pandemie stoppt. Heute ist ein Tag der Brüderlichkeit mit Blick auf den einen Vater, Geschwister und Vaterschaft. Tag des Gebets“.

„Diese Pandemie“, so Franziskus weiter  „kam wie eine Flut, sie kam auf einen Schlag. Jetzt wachen wir ein wenig auf. Aber es gibt viele andere Pandemien, bei denen Menschen sterben, und wir merken es nicht, wir schauen woanders hin. Wir stehen ein wenig unbewusst vor den Tragödien, die sich in der Welt gerade jetzt abspielen“.

Der Papst zitierte eine offizielle Statistik, die nicht von der Coronavirus-Pandemie spricht, sondern von einer anderen: „In den ersten vier Monaten dieses Jahres sind 3,7 Millionen Menschen an Hunger gestorben. Es gibt die Hungerpandemie. In vier Monaten fast 4 Millionen Menschen. Das heutige Gebet, in dem wir den Herrn bitten, diese Pandemie zu stoppen, muss uns zum Nachdenken über andere Pandemien in der Welt anregen. Es gibt viele von ihnen! Die Pandemie der Kriege, des Hungers und viele andere. Aber das Wichtigste ist, dass wir heute gemeinsam und dank des Mutes, den dieses Hohe Komitee für Brüderlichkeit aller Menschen gehabt hat, eingeladen wurden, gemäß unserer eigenen Tradition zu beten und einen Tag der Buße, des Fastens und auch der Nächstenliebe, der Hilfe für die anderen zu begehen. Das ist es, was wichtig ist. Im Buch Jona hörten wir, dass der Herr, als er sah, wie die Menschen reagiert hatten – sich  bekehrt hatten – dass  der Herr aufhörte, aufhörte mit dem, was er tun wollte (‚Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht’; vgl. Jonas 3,10)“.

„Möge Gott diese Tragödie stoppen“, so das abschließende Gebet des Papstes, „dass er diese Pandemie stoppe. Möge Gott uns gnädig sein und möge er auch die anderen Pandemien stoppen, die so schlimm sind: die des Hungers, die des Krieges, die der Kinder ohne Bildung. Und darum bitten wir als Brüder und Schwestern, alle zusammen. Möge Gott uns alle segnen und Erbarmen mit uns haben“.

 


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