Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  2. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  3. Ludger Schepers wirre Osterbotschaft
  4. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  5. Johannes Hartl: „Junge Menschen fragen wieder nach Gott! Atheismus ist eher für ältere Generation“
  6. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  7. Papst sprach mit Familie eines Opfers des Amoklaufs an Grazer Schule
  8. „Kein bloßer Verein“: Kardinal Woelki betont die Kirche als „Leib Christi“
  9. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens
  10. „Die Bibel steht eindeutig im Visier der Regierung“
  11. Gericht: HateAid Geschäftsführerinnen dürfen als ‚linkswoke Faschistende‘ bezeichnet werden
  12. Radikale Feministin Michelle Bachelet könnte nächste UN-Generalsekretärin werden
  13. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  14. 'Um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern'
  15. Das gebrochene Brot und die gebeugten Knie. Die innere Form der Eucharistie

Zwischen Glauben und Geld – die Karten werden neu gemischt

25. Mai 2020 in Kommentar, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Zuckungen, die wir jetzt spüren, könnten die Vorwehen der Geburt einer deutlicher ärmeren, dafür deutlich missionarischeren Kirche sein. Die heutigen Religionsmanager können dann Seelsorger sein - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)

Es hat sich herumgesprochen, dass die fetten Jahre für die Kirchenfinanzen ein abruptes Ende gefunden haben. Erst jüngst hatte man sich noch damit beruhigt, dass bis erst 2060 die Kirchensteuern auf die Hälfte des Niveaus von 2019 fallen werden. Die Frist von 40 Jahren wäre überschaubar gewesen. Langfristige Maßnahmen sind schon längst eingeleitet und konnten auf Basis des Gutachtens validiert werden. Die Diözesen investieren in werthaltige und langlebige Objekte. Die Gemeinden sind geldfressende Sorgenkinder und kommen an die kurze Leine. Der Sozialkonzern Kirche boomt derweil.

 

Jetzt muss die Finanzreform auf einmal sehr viel schneller gehen. Das Coronavirus hat auch die Kirchensteuer befallen. Konservative Schätzungen sehen einen Rückgang um 1,5 Milliarden Euro für die deutschen Diözesen. Etliche Bistümer haben schon mit Haushaltsmaßnahmen, darunter einge Haushaltssperren, reagiert. Plötzlich ist der Geldsegen futsch. Als würde das nicht reichen, rückt auch noch die Ablösung der Staatsleistungen in greifbare Nähe. Gleich mehrere Parteien wollen den jährlichen Zahlungen zu Leibe rücken und endlich den Auftrag aus der Weimarer Reichsverfassung zur Ablösung nachkommen.


 

Das muss kein Nachteil für die Kirche sein. Weder der Einbruch der Kirchensteuer noch die Ablösung der Staatsleistungen bedrohen den Kern der Kirche. Im Gegenteil kann man erneut darauf hinweisen, dass die Rede Papst Benedikt XVI. von der Entweltlichung der Kirche prophetische Rede war. Völlig zu Recht hatte der Papst auf die Säkularisation verwiesen. Was rein äußerlich für die Kirche als Katastrophe erschien, erwies sich als segensreich. Im preußischen Kulturkampf waren die Bischöfe keine Landesherren mehr und konnten, teilweise sogar als Bekenner, den Gläubigen zur Seite stehen. Aus Fürsten waren Seelsorger geworden.

 

In der jüngsten Krise konnten wir erkennen, dass die an Geld allzu reich gewordenen Bistümer irrelevant geworden ist. Die Kirchenfürsten sind zwar keine Landesherren mehr, werden aber wie solche vergütet und treten wie weltliche Manager in Erscheinung. Maßnahmen in der Krise waren Maßnahmen den Managements. Was in der Krise auf der Strecke blieb waren nicht nur die Alten, die in Heimen vereinsamten. Der Sozialkonzern passte seine Regeln einfach den Regeln des Staates an. Der Dienst an den Armen, Alten und Kranken um Christi Willen, der die Caritas ist, ist von einer gewinnorientierten Dienstleistung mit frommem Anstrich abgelöst worden. Auch in kirchlichen Altenheimen wurde in den letzten Wochen einsam gestorben.

 

Klerus und Episkopat sperrten in der Krise die Laien einfach aus. Es gab keine Taufen, keine Trauungen, keine Beerdigungen. Das wurde von oben dekretiert. Kein Pfarrer durfte vor Ort entscheiden. Die Macht wurde per Direktive von oben nach unten ausgeübt. Subsidiarität und Solidarität, die Grundpfeiler kirchlichen Handelns waren ausgehebelt. Der Heilsdienst der Kirche wurde durch die Heidenangst der Funktionäre schachmatt gesetzt. Bischöfe monierten die Eucharistiefixierung von Gläubigen. Deutlicher kann sich die fundamentale Krise der Kirche nicht ausdrücken. Die Geschichte wird über die Kirche in unserem Land in unseren Tagen dereinst sagen: Die Kirche war reich an Geld und arm an Glauben. In der Krise verließ sie die Menschen.

 

Es kann ein prophetisches Zeichen sein, dass genau jetzt der Beginn der finanziellen Wende der Kirche einzusetzen scheint. Es mag noch viele Jahre dauern und es wird ein schmerzhafter Prozess gegen starke Beharrungskräfte sein. Die Zuckungen, die wir jetzt spüren, könnten die Vorwehen der Geburt einer deutlicher ärmeren, dafür deutlich missionarischeren Kirche sein. Die heutigen Religionsmanager können dann Seelsorger sein.

 

Foto: (c) pixabay


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Panik in Magdeburg
  2. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  3. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  4. Der Tod der Theologie in Deutschland
  5. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  6. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  7. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  8. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  9. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  10. Hippe Missionare sind brandgefährlich







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  4. „Der heißeste Club der Stadt“: Warum New Yorks Jugend plötzlich die Kirchen stürmt
  5. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  6. König Charles - Eine Botschaft zum Ramadan - Schweigen zum Osterfest der Christen!
  7. Der Kreuzweg mit Papst Leo
  8. Papstsekretär: Leo XIV. bleibt "Padre Roberto"
  9. Missio-Nationaldirektor P. Wallner sieht Renaissance des Glaubens
  10. Hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt
  11. Die Kraft der Auferstehung, der Wille zum Frieden und der Weg der Menschheit
  12. Britisches Innenministerium stoppt Ermittlungen gegen legale Online-Posts
  13. Terror-Warnung zu Ostern: ISIS ruft zu Anschlägen auf Kirchen und Synagogen auf
  14. 'Um die Auferstehung Jesu Christi zu feiern'
  15. 'Tödliche Bedrohung': Bischof Barron warnt vor Kollaps der westlichen Zivilisation

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz