Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Afd-Sieg in Sachsen-Anhalt - Panik bei den Kirchen
  2. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  3. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  4. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  5. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  6. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  7. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  8. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  9. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor
  10. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  11. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  12. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  13. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  14. Leere der kirchlichen Lehre
  15. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf

Zwischen Glauben und Geld – die Karten werden neu gemischt

25. Mai 2020 in Kommentar, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Zuckungen, die wir jetzt spüren, könnten die Vorwehen der Geburt einer deutlicher ärmeren, dafür deutlich missionarischeren Kirche sein. Die heutigen Religionsmanager können dann Seelsorger sein - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)

Es hat sich herumgesprochen, dass die fetten Jahre für die Kirchenfinanzen ein abruptes Ende gefunden haben. Erst jüngst hatte man sich noch damit beruhigt, dass bis erst 2060 die Kirchensteuern auf die Hälfte des Niveaus von 2019 fallen werden. Die Frist von 40 Jahren wäre überschaubar gewesen. Langfristige Maßnahmen sind schon längst eingeleitet und konnten auf Basis des Gutachtens validiert werden. Die Diözesen investieren in werthaltige und langlebige Objekte. Die Gemeinden sind geldfressende Sorgenkinder und kommen an die kurze Leine. Der Sozialkonzern Kirche boomt derweil.

 

Jetzt muss die Finanzreform auf einmal sehr viel schneller gehen. Das Coronavirus hat auch die Kirchensteuer befallen. Konservative Schätzungen sehen einen Rückgang um 1,5 Milliarden Euro für die deutschen Diözesen. Etliche Bistümer haben schon mit Haushaltsmaßnahmen, darunter einge Haushaltssperren, reagiert. Plötzlich ist der Geldsegen futsch. Als würde das nicht reichen, rückt auch noch die Ablösung der Staatsleistungen in greifbare Nähe. Gleich mehrere Parteien wollen den jährlichen Zahlungen zu Leibe rücken und endlich den Auftrag aus der Weimarer Reichsverfassung zur Ablösung nachkommen.


 

Das muss kein Nachteil für die Kirche sein. Weder der Einbruch der Kirchensteuer noch die Ablösung der Staatsleistungen bedrohen den Kern der Kirche. Im Gegenteil kann man erneut darauf hinweisen, dass die Rede Papst Benedikt XVI. von der Entweltlichung der Kirche prophetische Rede war. Völlig zu Recht hatte der Papst auf die Säkularisation verwiesen. Was rein äußerlich für die Kirche als Katastrophe erschien, erwies sich als segensreich. Im preußischen Kulturkampf waren die Bischöfe keine Landesherren mehr und konnten, teilweise sogar als Bekenner, den Gläubigen zur Seite stehen. Aus Fürsten waren Seelsorger geworden.

 

In der jüngsten Krise konnten wir erkennen, dass die an Geld allzu reich gewordenen Bistümer irrelevant geworden ist. Die Kirchenfürsten sind zwar keine Landesherren mehr, werden aber wie solche vergütet und treten wie weltliche Manager in Erscheinung. Maßnahmen in der Krise waren Maßnahmen den Managements. Was in der Krise auf der Strecke blieb waren nicht nur die Alten, die in Heimen vereinsamten. Der Sozialkonzern passte seine Regeln einfach den Regeln des Staates an. Der Dienst an den Armen, Alten und Kranken um Christi Willen, der die Caritas ist, ist von einer gewinnorientierten Dienstleistung mit frommem Anstrich abgelöst worden. Auch in kirchlichen Altenheimen wurde in den letzten Wochen einsam gestorben.

 

Klerus und Episkopat sperrten in der Krise die Laien einfach aus. Es gab keine Taufen, keine Trauungen, keine Beerdigungen. Das wurde von oben dekretiert. Kein Pfarrer durfte vor Ort entscheiden. Die Macht wurde per Direktive von oben nach unten ausgeübt. Subsidiarität und Solidarität, die Grundpfeiler kirchlichen Handelns waren ausgehebelt. Der Heilsdienst der Kirche wurde durch die Heidenangst der Funktionäre schachmatt gesetzt. Bischöfe monierten die Eucharistiefixierung von Gläubigen. Deutlicher kann sich die fundamentale Krise der Kirche nicht ausdrücken. Die Geschichte wird über die Kirche in unserem Land in unseren Tagen dereinst sagen: Die Kirche war reich an Geld und arm an Glauben. In der Krise verließ sie die Menschen.

 

Es kann ein prophetisches Zeichen sein, dass genau jetzt der Beginn der finanziellen Wende der Kirche einzusetzen scheint. Es mag noch viele Jahre dauern und es wird ein schmerzhafter Prozess gegen starke Beharrungskräfte sein. Die Zuckungen, die wir jetzt spüren, könnten die Vorwehen der Geburt einer deutlicher ärmeren, dafür deutlich missionarischeren Kirche sein. Die heutigen Religionsmanager können dann Seelsorger sein.

 

Foto: (c) pixabay


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Zsupan 26. Mai 2020 
 

@vaticanus

Ich denke, niemand stellt Ihr persönliches Engagement in Frage.

Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es von der Kirche als Institution nach wie vor krachend schweigt. Schauen Sie sich einfach mal die Webseite der DBK an und vergleichen Sie das damit, was inzwischen schon so alles an Stellungnahmen von allen möglichen Seiten veröffentlicht worden ist.

Die Politik verweigert das Politische und die Religion das Religiöse, alles unter dem Vorzeichen eines Virus und inzwischen abstrus niedrigen Zahlen in D.


4
 
 Konrad Georg 25. Mai 2020 
 

Haben Sie den Eindruck, daß Sie gemeint sind?

@ vaticanus
Mein Unbehagen möchte ich so ausdrücken:
Als JP II. nach Augsburg kommen wollte, kam ich in einen Haushalt, da klebte das Plakat an der Inneseite der Haustür. Ich redete auch über den Besuch, aber die Hausfrau bezog das offenbar auf das Plakat und sagte: "Mein Mann arbeitet im Ordinariat."
Es geht eindeutig gegen die aufgeblähte Verwaltung und die Verschleuderung von Mitteln an ZDK, BDKJ, kdf. Und DBK.

Nix für Unguat.


4
 
 vaticanus 25. Mai 2020 
 

Geht´s noch?

Nein, wir haben in den letzten Wochen nicht die Menschen im Stich gelassen. Ein Virus macht weder vor der Kirchentür halt und auch keinen Umweg um ein kirchliches Altenheim. Ich habe in den letzten Wochen sehr viel Kreativität und ernstes Suchen nach Möglichkeiten erlebt, um die Menschen auch in dieser schwierigen Situation zu begleiten. Ich bin selber Notfallseelsorger und habe keinen einzigen Einsatz abgelehnt, sondern bin mitten in eine desolate Situation mit trauernden und verzweifelten Menschen hineingegangen. Ich habe in den letzten Wochen mit fast 50 Videos, über zahlreiche Medien und Besuchen am Gartenzaun Kontakt zu den Menschen gehalten. Ja, ich bin ein Berufskatholik und als Vollzeitseelsorger habe ich ein Recht auf eine Vergütung, denn in meinem Kühlschrank findet leider keine wunderbare Brotvermehrung statt. Und ganz nebenbei: Auch unsere gläubigen Katholiken wollen eine geheizte Kirche und ansprechende Gottesdienste - und das kostet auch.


3
 
 Hausfrau und Mutter 25. Mai 2020 
 

Thema m.E. im Predigt (gestern) fehl am Platz

während der nette alte Herr unweit von uns ununterbrochen gehustet hat (angeblich darf man mit Anzeichen von Erkältung zurzeit nicht in die Kirche kommen), hat unser Kaplan mindestens 10 Minuten über Geld gepredigt, insbesondere alles das was man mit den Kirchensteuereinnahmen finanziert. Jammerschade, dass man nicht über die Steuerpflichtige gesprochen hat, die jetzt weniger KiSt zahlen, weil sie weniger oder gar keine Einkünfte haben...

Ganz offensichtlich ist das Thema doch von zentraler Bedeutung...

H&M


5
 
 Konrad Georg 25. Mai 2020 
 

Mit der Ablösung der Staatsleistungen tut sich vor allem der Staat schwer.

10000 ha enteigneter Kirchengrund sind zuerst einmal 100 Millionen Quadratmeter mal 1, 2, oder 3,00 € ?
Bisher zahlte der Staat quasi Pacht.
Weiterdenken erlaubt.

Heute MARX - Buch! Klare Kante gegen Konservative (Schlagzeile)


2
 
 Zsupan 25. Mai 2020 
 

Ja, es wäre eine Freude, wenn ...

... dieser Berufskatholizismus endlich ein Ende fände ...


8
 
 girsberg74 25. Mai 2020 
 

Nichts zum Lachen,

doch wenn ich den Jammer derer sehe, die an den Fleischtöpfen der Kirche gut leben, so kann ich ohne Bosheit eine gewisse Genugtuung nicht verhehlen.

Was hatte sich da alles an Sachverstand gesammelt, der für Glaube und Kirche nur bedingt erforderlich war/ist. Leider steht zu befürchten, dass nicht alle in gleicher Weise die Misere spüren werden, sondern hauptsächlich nur die „Ärmsten“.

Vielleicht – und das ein Positivum – werden die Zweinull-Marias, das essen, was sie für die Kirche zu kochen sich angeschickt hatten, nämlich Wassersuppe.


11
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Die Krise des Bischofsamtes
  2. Der Bischof und der Denunziant
  3. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  4. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  5. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  6. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  7. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  8. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum
  9. ZDF hasst Katholiken
  10. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Universität Texas A&M: 650 Personen bereiten sich auf Eintritt in die katholische Kirche vor
  4. Zwei muslimische Feiertage könnten bald in Kalifornien staatlich anerkannt werden
  5. Tausende beim „March for Life“ durch London – 15 katholische Bischöfe mit dabei
  6. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor
  7. Die Freiheit der Liebe und die Einheit im Gebet
  8. „Wenn mich jemand fragen würde, ob ich der Kirche vertraue…“
  9. Papst Leo XIV. spricht mit Erzbischof Gänswein
  10. Wie die Dominikaner auf den Hund kamen
  11. Lopatka: EU muss Religionsfreiheit weltweit stärker schützen
  12. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  13. ‚Man kann nicht ‚Black Lives Matter‘ sagen, wenn das Leben schwarzer Babys nicht zählt‘
  14. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  15. Ein Schlag ins Gesicht: Wenn der Schutzengel zur Rüge greift

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz