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Innsbruck: Gedenken an Tiroler Märtyrer-Pfarrer Neururer

28. Mai 2020 in Österreich, 3 Lesermeinungen
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Vor 80 Jahren, am 30. Mai 1940, wurde der Tiroler Priester und Märtyrer Otto Neururer im KZ Buchenwald zu Tode gefoltert -


Innsbruck (kath.net/KAP) Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler gedenkt am Samstag, 30. Mai, des von den Nazis ermordeten Priesters Otto Neururer (1882-1940) in der Götzner Kirche mit einer Kranzniederlegung und einem anschließenden Gottesdienst (19 Uhr). Anlass ist der 80. Todestag des seligen Tiroler Märtyrers, der am 30. Mai 1940 im KZ Buchenwald zu Tode gefoltert wurde. In Piller - Neururers Geburtsort - beginnt am Samstag um 19.30 Uhr eine Nachtwallfahrt. Ebenfalls am Samstagabend (18.30 Uhr) wird im neu eröffneten Innsbrucker Autokino (Parkplatz Olympiaworld Außeneisring) der preisgekrönte Film "Otto Neururer - Hoffnungsvolle Finsternis" gezeigt.

 

Eine diözesane Feier im Gedenken an Otto Neururer wurde - aufgrund Corona - bereits auf Sonntag, 22. November 2020, verlegt. Bischof Glettler hat den Seligen in einem Interview mit der "Katholischen Sonntagszeitung" der Diözese Augsburg als "Sehenden in einer Zeit der Verblendung" gewürdigt. Neururer sei "eine Lichtgestalt des Glaubens, der Hoffnung und des Mutes". Er habe schon sehr früh gefährliche Ideologien erkannt. Glettler: "Das Lebens- und Glaubenszeugnis Otto Neururers, seine innere Größe, seine Freiheit und sein bedingungsloses Vertrauen auf Gott - selbst im größten Martyrium - lassen uns staunen und richten uns noch nach vielen Jahrzehnten auf. Mutige machen Mut.


 

Der Glaube an Gott ist kein Dekor für ein gutes bürgerliches Leben, sondern die entscheidende Grundausrichtung. Gottesfurcht befreit von Menschenfurcht." Im Interview plädierte der Bischof für Zivilcourage. Diese beginne mit kleinen Gesten und Worten des Widerstands - "wenn über andere Personen schlecht geredet wird, wenn Sündenböcke gesucht werden oder eine Verdrehung der Wahrheit salonfähig wird. Am Stammtisch braucht es Achtsamkeit und Mut." Otto Neururer sei eine mahnende Gestalt gegen Gleichgültigkeit, aufkeimenden Rassismus und bösartiges Denunziantentum, das leider immer mehr bemerkbar wird: "Wie er seinen Mitgefangenen in der Lagerhaft Trost und Beistand spendete, dürfen auch wir der Hilfe des seligen Otto Neururer gewiss sein", so Bischof Glettler.

 

Otto Neururer wurde am 25. März 1882 in Piller (Pfarre Fließ) in Tirol geboren. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1907 wirkte er an verschiedenen Tiroler Orten als Geistlicher. 1932 wurde er zum Pfarrer in Götzens bestellt. Weil Neururer als damaliger Pfarrer von Götzens in Tirol einer jungen Frau von der Ehe mit einem aus der Kirche ausgetretenen und geschiedenen Nationalsozialisten abriet, verhaftete ihn die Gestapo am 15. Dezember 1938. Im KZ Buchenwald wurde der Priester für verbotenen Glaubensunterricht brutal bestraft: Man hängte ihn nackt und kopfüber an den Füßen auf, 36 Stunden dauerte sein qualvoller Todeskampf. Die Leiche des Priesters wurde verbrannt und die Asche nach Innsbruck geschickt. "Man hatte wohl Angst vor der Reaktion in der kirchlichen Bevölkerung, immerhin war er der erste ermordete Priester im KZ Buchenwald", erklärte der heutige Pfarrer von Götzens, Peter Ferner.

 

Selbst in der Gefangenschaft solle er sein weniges Brot geteilt und Seelsorge betrieben haben; das hätten auch Zeitzeugen berichtet, so Ferner. Neururer soll mit dem inhaftierten Priesterkollegen Matthias Spanlang zudem Glaubensunterricht gegeben haben. Die verbotene Religionsausübung wurde jedoch entdeckt. Neururer und Spanlang kamen daraufhin in Sonderhaft. Der Tiroler Priester habe auch seinen "vermummten Schergen verziehen, er hat sie noch gesegnet, als sie ihn umgekehrt aufhängten", so Ferner. Spanlangs Tod wurde vier Tage später beim Gefangenenappell im KZ Buchenwald bekannt gegeben.

 

Auch die Hinrichtung von Provikar Carl Lampert 1944 steht in engem Zusammenhang mit Neururer, hatte er doch in der Todesanzeige Neururers im Kirchenblatt erwähnt, dass "sein Sterben unvergessen" bleibe, und damit den Hass der Nazis auch auf seine Person gelenkt. Seit 1985 gibt es im Bunker des KZ Buchenwald eine Zelle, die dem Andenken an Otto Neururer gewidmet ist. Neururer wurde 1996 von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) seliggesprochen. Prämierter Neururer-Film Neururer steht auch im Zentrum des Filmportraits "Otto Neururer - Hoffnungsvolle Finsternis". Der österreichische Kinofilm über den von den Nationalsozialisten ermordeten Tiroler Priester ist u.a. beim renommierten "International Catholic Film Festival - Mirabile Dictu" im Vatikan als "Bester Spielfilm" ausgezeichnet worden. Publikumsliebling Ottfried Fischer spielt in "Otto Neururer" die Hauptrolle des Pfarrers Anton und hat den Film koproduziert. Ein weiterer bekannter Volksschauspieler, Karl Merkatz, ist in der Rolle des Brixener Fürstbischofs Josef Altenweisel zu sehen.

 

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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Lesermeinungen

 Norbert Sch?necker 31. Mai 2020 

Danke für den guten Artikel!

Leider gibt es immer noch Menschen, die behaupten, die Kirche habe mit den Nazis freudig kooperiert. Der Pfarrerblock von Dachau und die hunderten ermordeten katholischen Helden mögen stets in Erinnerung gehalten werden - zur Mehrung der Ehrfurcht bei den Gläubigen und zur Belehrung der Ungläubigen.


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 Goldfisch 31. Mai 2020 
 

Schreckliches LEID durchgemacht

Ja ,dass sind wirklich wahre Helden ,man kann sich heute bei und in Europa so ein Leid was diese Menschen dort mitgemacht haben überhaupt nich Vorstellen !


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 SCHLEGL 30. Mai 2020 
 

Helden

Ja, der Priester Neururer und P. Gapp waren Märtyrer während der gottlosen Diktatur der Nazis. Es hat relativ lang gedauert, ähnlich wie beim Kriegsdienstverweigerer und Mesner Jägerstätter, bis die verdiente Anerkennung und die Seligsprechung erfolgt ist. Es hat auch in Österreich eine nicht geringe Anzahl "Ehemaliger" gegeben, die diese Anerkennung verhindern wollten.


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