Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Hamburger Erzbischof Heße meint: 'Christus ist nicht Mann geworden'
  2. "Haltet immer zum Papst, und ihr werdet Christus nie verlieren!"
  3. Bätzing: „Es gibt keine Tendenzen in irgendeiner Weise, uns als Nationalkirche abzuspalten“
  4. Ein unheiliger Zorn von Bischof Bätzing
  5. „Aus den Kirchen und ihren Amtsträgern waren bisher keine kritischen Stimmen zu hören“
  6. "Religion nicht instrumentalisieren"
  7. Was für ein Desaster!
  8. "Warum die Ernennung von Amy Coney Barret wichtiger als 20 Kardinalsernennungen ist"
  9. Kardinal Koch: Papst hat seine Sorge über Deutschland geäußert
  10. Vatikanischer Kurienpräfekt Becciu verliert Kardinalsrechte
  11. Corona: Schönborn nimmt Politiker in Schutz gegen Vorwürfe
  12. Woelki: „Ich bin gerne bereit mich auf einen Dialog über Lebenswirklichkeiten einzulassen“, aber…
  13. Deutscher Minister: Mehr Tote durch Lockdown als durch Coronavirus selbst
  14. Oster: „Irritierend, dass Sie nicht auf Problematik des ungeschützten jungen Lebens eingehen“!
  15. Erzbischof Viganò: "Trump ist Verteidiger der christlichen Zivilisation"

Kyrill I. zu Hagia Sophia: „Ich bin zutiefst besorgt“

8. Juli 2020 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Russisch-orthodoxer Patriarch kritisiert „die Aufrufe mancher türkischer Politiker, den Museumsstatus der Kirche Hagia Sophia neu zu überdenken“.


Moskau (kath.net) Die Hagia Sophia in Istanbul soll offenbar wieder in den Status einer aktiven Moschee übergeführt werden, so lauten jedenfalls aktuelle Nachrichten aus der Türkei. Möglicherweise treibt der türkische Präsident Erdogan die Umwandlung in eine Moschee voran, kath.net hat berichtet. Zuvor war die Kathedrale im alten Konstantinopel, die als „Vatikan der Ostkirche“ einst von gewaltiger weltkirchlicher und auch von architekturgeschichtlicher Bedeutung war, als Museum gestaltet gewesen, um Spannungen zwischen den Religionen zu vermeiden. Die Hagia Sophia war Krönungskirche byzantinischer Kaiser (seit 641), Kathedrale des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel und Ort wichtiger historischer Ereignisse gewesen. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen im Jahr 1453 verlor sie an Bedeutung, blieb aber in der Bausubstanz weitgehend unverändert erhalten. Sie war lange eine Moschee, bevor sie unter Atatürk in ein Museum umgewandelt wurde. Noch heute gilt sie als ein Wahrzeichen Istanbuls.


 

Nun äußerte sich Kyrill I., der Patriarch von Moskau und der ganzen Rus, zu den Vorhaben:

 

„Durch die Aufrufe mancher türkischer Politiker, den Museumsstatus der Kirche Hagia Sophia neu zu überdenken, bin ich zutiefst besorgt.

 

Diese im VI. Jahrhundert zur Ehre Christi des Erlösers erbaute Kirche bedeutet viel für die ganze Orthodoxie. Und der Russischen Kirche bleibt sie insbesondere teuer. Als die Gesandten des Großfürsten Wladimir die Schwelle dieser Kirche betreten hatten, wurden sie von der Faszination ihrer himmlischen Schönheit ergriffen. Als der hl. Wladimir ihre Erzählung gehört hatte, ließ er sich und die Rus‘ taufen, die im Anschluss an ihn in eine für sie neue geistige und historische Dimension – in die christliche Zivilisation – eingetreten war.

 

Über viele Generationen wurde uns die Begeisterung für die Errungenschaften dieser Zivilisation weitergegeben, deren Teil wir nun sind. Und eines ihrer ehrfürchtig verehrten Symbole war und bleibt die Hagia Sophia. Ihr Bild ist in unsere Kultur und Geschichte fest eingeprägt. Es inspirierte unsere Baumeister in Kiew, Nowgorod, Polotsk – in allen wichtigen Zentren des geistigen Werdens der Alten Rus’.

 

 In der Geschichte der Beziehungen zwischen der Rus’ und Konstantinopel gab es unterschiedliche Perioden, manchmal auch sehr schwierige. Aber gegenüber jedem Versuch, das tausendjährige geistige Erbe der Kirche von Konstantinopel zu demütigen und zu schänden, empfand und empfindet das russische Volk Bitternis und Empörung. Eine Gefahr für die Hagia Sophia ist eine Gefahr für die gesamte christliche Zivilisation, und zwar für unsere Spiritualität und Geschichte. Bis heute ist die Hagia Sophia für jeden russischen orthodoxen Gläubigen ein großes christliche Heiligtum.

 

Es ist die Pflicht eines jeden zivilisierten Staates, das Gleichgewicht zu wahren: die Widersprüche in der Gesellschaft zu versöhnen, aber nicht zu verschärfen; die Einheit der Menschen zu fördern und nicht die Trennung.

 

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland entwickeln sich heute dynamisch. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Bevölkerung Russlands mehrheitlich orthodox ist. Deshalb wird das, was mit der Hagia Sophia möglicherweise passieren wird, im russischen Volk einen tiefen Schmerz hervorrufen.

 

Ich hoffe auf Besonnenheit der türkischen Staatsführung. Die Bewahrung des heutigen neutralen Status der Hagia Sophia, – eines der größten Meisterwerke der christlichen Kultur, einer der symbolträchtigsten Kirchen für Millionen Christinnen und Christen weltweit, — wird der weiteren Entwicklung der Beziehungen zwischen Russland und der Türkei dienen, sowie der Stärkung des interreligiösen Friedens und der Eintracht.“

 

Foto Patriarch Kyrill I. © Wikipedia/Serge Serebro, Vitebsk Popular News/Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Orthodoxie

  1. Türkei: Erster Gottesdienst nach Restaurierung im Kloster Sumela
  2. Moskauer Patriarch appelliert an Armenien und Azerbaidschan
  3. Orthodoxer Theologe: Hagia Sophia ist Erbe des ganzen Christentums
  4. Hagia Sophia: Zerstörung der 1300 Jahre alten Mosaiken befürchtet
  5. Montenegro: Metropolit Amfilohije erneut von Polizei verhört
  6. Berg Athos ab 1. Juni wieder für Pilger zugänglich
  7. Griechenland: Orthodoxe Ostern werden nicht verschoben

Türkei

  1. Türkei: Erster Gottesdienst nach Restaurierung im Kloster Sumela
  2. Hubschrauber am Landeplatz der Arche Noah
  3. Christliche Bilder in der Hagia Sophia: Verhüllt aber erhalten!
  4. Hagia Sophia: Kritik an Moschee-Umwandlung geht weiter
  5. Konferenz Europäischer Kirchen beunruhigt über Hagia Sophia
  6. „Türkische Moschee in Köln wurde von Bundesregierung zur evangelischen Kirche umgewidmet“
  7. Hagia Sophia: Zerstörung der 1300 Jahre alten Mosaiken befürchtet








Top-15

meist-gelesen

  1. Hamburger Erzbischof Heße meint: 'Christus ist nicht Mann geworden'
  2. Ein unheiliger Zorn von Bischof Bätzing
  3. Kardinal Koch: Papst hat seine Sorge über Deutschland geäußert
  4. Vatikanischer Kurienpräfekt Becciu verliert Kardinalsrechte
  5. Sizilien: Kirche der Heiligen Agatha verwüstet
  6. Bätzing: „Es gibt keine Tendenzen in irgendeiner Weise, uns als Nationalkirche abzuspalten“
  7. „Aus den Kirchen und ihren Amtsträgern waren bisher keine kritischen Stimmen zu hören“
  8. Was für ein Desaster!
  9. "Warum die Ernennung von Amy Coney Barret wichtiger als 20 Kardinalsernennungen ist"
  10. Woelki: „Ich bin gerne bereit mich auf einen Dialog über Lebenswirklichkeiten einzulassen“, aber…
  11. Klare Antwort von Bischof Overbeck: „Nein, für die Wandlungsworte ist das nicht denkbar“
  12. Eine nie dagewesene Glaubenskrise – hin zu einem Schisma?
  13. Kardinal Becciu verteidigt sich: Habe kein Geld unterschlagen
  14. "Haltet immer zum Papst, und ihr werdet Christus nie verlieren!"
  15. Mehr protestantisch brauchen wir nicht

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz