Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  2. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  9. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  10. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  11. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  12. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein
  13. „Wir werden erwartet“
  14. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  15. ‚Entschuldigung, aber … was?‘

"Krieg der Worte" um die Hagia Sophia geht weiter

19. Juli 2020 in Chronik, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Erdogan: Sultan Mehmet Fatih war auch "Kaiser der Römer" - Erster Imam der "Ayasofya"-Moschee war früher auch in Österreich tätig und hat bosnische Wurzeln


Istanbul-Athen (kath.net/KAP) Die Auseinandersetzung um die Hagia Sophia geht weiter. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan legte laut Berichten des Portals "Orthodox Times" vor Funktionären seiner AKP nach: Die Hagia Sophia sei eine Moschee gewesen, dann ein Museum geworden, jetzt werde sie wieder zur Moschee, betonte Erdogan. Sultan Mehmed Fatih ("der Eroberer") sei im Übrigen nicht nur osmanischer Sultan gewesen, sondern auch "Kaiser der Römer". Ebenso wurden laut Pro-Oriente-Informationsdienst (Freitag) die oströmischen "Rhomäer", die "Rumi", auf osmanisch genannt. Auch heute noch werden die orthodoxen Kirchen in der Türkei als "rum-ortodoks", "römisch-orthodox" bezeichnet.

 

Die "Re-Islamisierung" der Hagia Sophia war laut den Berichten das zentrale Thema bei der AKP-Versammlung. Erdogan legte dar, dass der erste muslimische Gottesdienst bewusst am 24. Juli stattfindet, dem Jahrestag des "Vertrags von Lausanne" von 1923, mit dem die Entfernung der christlichen Bevölkerung aus Kleinasien von den Westmächten gutgeheißen wurde. Erdogan wird bei dem Gottesdienst am 24. Juli anwesend sein und das Wort ergreifen.


 

Der erste Imam der "Ayasofya"-Moschee soll offenbar der bisherige Imam der Istanbuler Yeni-Moschee, Ferruh Mustuer, werden. Die Familie des in der Türkei geborenen muslimischen Geistlichen hat bosnische Wurzeln. Laut Online-Portal Havadis.at war Mustuer zwischen 2006 und 2010 auch in Österreich tätig.

 

Schon als die türkische Regierung Ende Mai beschloss, zum 567. Jahrestag der osmanischen Eroberung von Konstantinopel am 29. Mai 1453 in der früheren christlichen Basilika aus dem Koran die sogenannte "Sure der Eroberung" verlesen zu lassen, hatte der Imam einen großen Auftritt. Das türkische Fernsehen übertrug das Ereignis, bei dem Präsident Erdogan via Videowall zugeschaltet wurde, live. Neben Mustuer war in der Hagia Sophia nur noch Kulturminister Mehmet Ersoy zu sehen gewesen.

 

Cavusoglu sieht breite Unterstützung

 

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu erklärte im Gespräch mit der Zeitung "Hürriyet", dass die Türkei in Sachen Hagia Sophia nicht einen Schritt zurückweichen werde. Präsident Erdogan habe die Frage sogar mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin besprochen: "Mittlerweile unterstützen alle, die vorher gesagt haben, macht die Hagia Sophia nicht zur Moschee, unsere Vorgangsweise." Nur wenige, "wie zum Beispiel Griechenland", seien immer noch dagegen, meinte Cavusoglu. Er erneuerte die Anklagen gegen Griechenland, dass es keine Moschee in Athen gäbe und die Muslime im westlichen Thrakien "unterdrückt" würden.

 

Demgegenüber erklärte der Mufti des westthrakischen Komotini, Khalil Jihad, er befürchte Spannungen im westlichen Thrakien wegen der "provokanten und falschen" Entscheidung, die Hagia Sophia zur Moschee zu machen. Wörtlich sagte der Mufti der nordgriechischen Stadt: "Wir leben in einem demokratischen Land, unsere Moscheen in der Gegend sind jeden Tag offen, wir beten jeden Tag, es gibt kein Problem". Aber es sei zu befürchten, dass durch die Entscheidung über die Hagia Sophia Hass zwischen Christen und Muslimen entstehen könnte. Diese Entscheidung sei offensichtlich nicht richtig gewesen.

 

Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hatte zuletzt den Status der Istanbuler Hagia Sophia als Museum aufgehoben. Präsident Erdogan unterzeichnete darauf ein Dekret zur Nutzung der 537 als Kirche des griechisch-orthodoxen Kaiserreichs errichteten Hagia Sophia als Moschee. Nach der Eroberung Konstantinopels, des heutigen Istanbul, durch die türkischen Osmanen war die Hagia Sophia 1453 zur Moschee geworden. Der türkische Republikgründer Mustafa Kemal "Atatürk" machte sie 1934 zum Museum.

 

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  3. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  4. 'Junge Menschen sehnen sich danach, mit etwas Zeitlosem verbunden zu sein'
  5. Jesus begegnen im Stift Kremsmünster
  6. Nach Christus-Verhöhnung: CDU-Politikerin Bosbach legt Beschwerde gegen Jan Böhmermann ein
  7. Medienpolitik: Bald verpflichtende Quote für öffentlich-rechtliche Inhalte in sozialen Netzwerken?
  8. Medjugorje: Erster Mariologie-Kongress mit Beteiligung des Vatikans
  9. Norwegen: Daniel (18) hielt Gott für einen Mythos – heute geht er jeden Sonntag in die Kirche
  10. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  11. Nicht Anpassung, sondern Verwandlung. Was die Kultur dem Christentum verdankt
  12. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  13. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  14. Neue Vatikan-Kommunikationschefin Montserrat Alvarado gibt Einblick in ihre Ideen
  15. Gewaltdelikte in Deutschland: Fast sieben von zehn Gesuchten sind Ausländer

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz